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Brian May erklärt: Queen werden nie wieder auf Tour gehen

Queen-Gitarrist Brian May hat in einem Interview mit der britischen Tageszeitung The Times unmissverständlich klargestellt, dass er mit dem klassischen Konzept des Live-Tourens abgeschlossen hat. Die Entscheidung sei dabei keineswegs spontan gefallen, sondern reife bereits seit anderthalb Jahren in ihm, wie der Musiker erklärte.
May schilderte im Gespräch eine einschneidende persönliche Erfahrung, die seinen Entschluss maßgeblich geprägt habe. Während einer Tournee durch die Vereinigten Staaten sei ein enger Freund der Familie verstorben. In diesem Moment habe er zu seinem Tourmanager gesagt, er wolle nur kurz nach Hause fliegen und anschließend zur Tour zurückkehren. Die Reaktion seiner Managerin habe ihm jedoch die Augen geöffnet: Sie habe ihm direkt in die Augen gesehen und gesagt, er wisse genau, dass das nicht möglich sei. Dieser Moment habe ihm die Konsequenzen des Tourlebens schmerzlich vor Augen geführt.
Freiheit gegen Leidenschaft
In seiner Erklärung wog May die Vor- und Nachteile des ständigen Reisens ab. Er liebe es zu spielen und zu reisen, betonte er, doch der Preis dafür sei der Verzicht auf persönliche Freiheit. Mit Blick auf sein Privatleben nannte er konkrete Gründe für seinen Rückzug von der Bühne: Er habe eine Ehefrau, Enkelkinder und zahlreiche astrophysikalische Projekte, denen er sich widmen möchte. Mit den Worten, fünfzig Jahre seien vielleicht genug, zog May eine Art Schlussstrich unter sein jahrzehntelanges Tourleben mit Queen.
Trotz dieser klaren Haltung stellte der Gitarrist jedoch klar, dass Queen als kreative Einheit nicht gänzlich verstummen werde. Vielmehr denke er über alternative, unkonventionelle Wege nach, mit denen die Band ihr Publikum weiterhin erreichen könnte.
Visionen für eine neue Art von Show
May sprach von dem Wunsch, etwas „fairly revolutionary“ zu schaffen – etwas durchaus Revolutionäres. Dabei grenzte er seine Ideen bewusst von dem Konzept ab, das ABBA mit ihren digitalen Avataren realisiert hat, auch wenn seine Überlegungen in eine ähnliche Richtung gehen. Als Inspirationsquelle nannte er einen Besuch der Sphere-Arena in Las Vegas im vergangenen Jahr. Dieser Besuch habe seine Kreativität sofort angeregt, sodass er im Anschluss eine komplette Queen-Show skizziert habe.
Nach Mays Einschätzung sei eine immersive Erfahrung, die Zeit und Raum gewissermaßen überwindet, nach wie vor denkbar. Allerdings sehe er aktuell ein entscheidendes technisches Hindernis: Eine solche Produktion lasse sich derzeit nicht ohne den Einsatz künstlicher Intelligenz realisieren, gegenüber der er jedoch erhebliche Bedenken hege. Besonders kritisch äußerte sich May zu den Rechenzentren, die für solche KI-Anwendungen notwendig sind. Er bezeichnete diese Data Center als ein „massives Übel“, gegen das man ankämpfen müsse.
Roger Taylors Perspektive
Auch Schlagzeuger Roger Taylor äußerte sich bereits im Juli dieses Jahres in der BBC-Radiosendung BBC Radio 2 zur ungewissen Zukunft der Band in Sachen Live-Auftritte. Er beschrieb die Organisation einer Tournee als eine große logistische Maschinerie, die in Gang gesetzt werden müsse. Nach seiner Einschätzung liege die Entscheidung über zukünftige Auftritte eher bei Brian May als bei ihm selbst.
Taylor betonte dabei seine eigene ungebrochene Leidenschaft für das Live-Spielen. Er genieße es nach wie vor und habe das schon immer getan. Sollten beide Musiker den Wunsch verspüren, erneut auf die Bühne zu gehen, wäre er dafür offen. Dennoch ließ er die Zukunft bewusst offen und formulierte vorsichtig, dass man niemals etwas vollständig ausschließen solle.
Was die Aussagen bedeuten
Die Aussagen von Brian May markieren einen bedeutsamen Einschnitt in der langen Geschichte von Queen als Live-Band. Nach fünf Jahrzehnten auf den Bühnen dieser Welt zieht sich der Gitarrist offenbar bewusst aus dem klassischen Tourbetrieb zurück, ohne dabei die kreative Zukunft der Band grundsätzlich zu beenden. Stattdessen deutet sich ein möglicher Wandel hin zu technologisch geprägten, immersiven Erlebnisformaten an, auch wenn May selbst die ethischen Implikationen moderner KI-Technologie kritisch hinterfragt. Für Fans bedeutet dies, dass klassische Konzerttourneen mit Queen in gewohnter Form wohl der Vergangenheit angehören, während die Tür für alternative, innovative Bühnenkonzepte zumindest einen Spalt weit geöffnet bleibt.
Quelle: Loudwire· Originalartikel ↗
Zuletzt aktualisiert: 8.10.2026, 14:35:38

