TOUREN

Brian May stellt klar: Queen-Touren sind nicht endgültig vorbei

08. Oktober 2026·Von Radio SchwarzeSeele Redaktion
Brian May Clarifies His Comment About Queen Not Touring Anymore
Bild: Allison Rapp

Queen-Gitarrist Brian May hat Aussagen aus einem aktuellen Interview mit The Times präzisiert, in denen er über das Ende der Tourneekarriere der Band gesprochen hatte. Nachdem verschiedene Medien, darunter Ultimate Classic Rock, seine Worte als endgültigen Abschied von der Bühne interpretiert hatten, meldete sich May über seine Social-Media-Kanäle zu Wort, um Missverständnisse auszuräumen.

In dem Interview mit The Times hatte May erklärt, dass er bereits vor rund 18 Monaten eine persönliche Entscheidung getroffen habe, nicht mehr auf Tournee gehen zu wollen. Als Auslöser für diesen Entschluss schilderte er eine emotionale Situation während einer USA-Tour: Ein enger Freund der Familie sei verstorben, während die Band in den Staaten unterwegs war. May habe daraufhin seinem Tourmanager mitgeteilt, er wolle kurz nach Hause fliegen und dann zurückkehren. Die Reaktion sei jedoch ernüchternd gewesen – die Tourmanagerin habe ihm unmissverständlich klargemacht, dass dies aufgrund der engen Tourverpflichtungen nicht möglich sei.

Persönliche Abwägungen zwischen Musik und Familie

Diese Erfahrung habe May zum Nachdenken gebracht. Er liebe das Musizieren und das Reisen, so der Gitarrist, doch der Preis dafür sei der Verlust persönlicher Freiheit. Mit Blick auf seine Ehefrau, seine Enkelkinder und sein Interesse an der Astrophysik, dem er sich gerne intensiver widmen möchte, kam er zu dem Schluss, dass 50 Jahre Tourleben möglicherweise genug seien. Diese Aussagen wurden von zahlreichen Medien als klares Signal für das endgültige Ende der Queen-Tourneen gewertet.

Klarstellung über Instagram

Brian May reagierte auf diese Interpretation mit einem Statement auf Instagram, in dem er betonte, dass es sich um eine Fehlinterpretation seiner Worte handle. Er habe zu keinem Zeitpunkt gesagt, dass Queen nie wieder touren werde. Vielmehr habe er lediglich eine persönliche Entscheidung getroffen, im vergangenen Jahr eine Pause vom Touren einzulegen. May stellte klar, dass er niemals „nie wieder" sagen könne. Er betonte zudem, dass er weiterhin intensiv Musik produziere und gemeinsam mit Schlagzeuger Roger Taylor kontinuierlich an Queen-Projekten im Hintergrund arbeite. Was die Zukunft bringe, wisse er nicht – er sei jedoch stets offen für neue Abenteuer.

Alternative Formen des Live-Auftritts im Gespräch

Im Gespräch mit The Times ließ May durchblicken, dass er durchaus offen für alternative Formen des Live-Erlebnisses sei, die über das klassische Touren hinausgehen. Er sprach davon, dass die Band etwas „ziemlich Revolutionäres" anstrebe – nicht in der Form, wie es ABBA mit ihren digitalen Avataren umgesetzt habe, aber in eine ähnliche Richtung. May berichtete, dass er im vergangenen Jahr die Sphere-Arena besucht habe und dort regelrecht inspiriert worden sei. Er habe im Anschluss eine komplette Queen-Show skizziert. Ein immersives Konzerterlebnis, das Zeit und Raum überwinden könnte, sei für ihn weiterhin eine denkbare Option.

Allerdings äußerte May gleichzeitig deutliche Bedenken hinsichtlich der technischen Umsetzung eines solchen Projekts. Nach seiner Einschätzung lasse sich ein derartiges immersives Erlebnis aktuell nicht ohne den Einsatz von künstlicher Intelligenz realisieren – und genau hier habe er ernsthafte Vorbehalte. Er bezeichnete die für solche Technologien notwendigen Rechenzentren als „massives Übel", gegen das angekämpft werden müsse. Diese kritische Haltung gegenüber KI-Technologie und deren Infrastruktur zeigt, dass May trotz seiner Faszination für neue, revolutionäre Konzertformate ethische und ökologische Bedenken hat, die einer schnellen Umsetzung im Wege stehen könnten.

Vorangegangene Aussagen zu US-Touren

Die aktuelle Klarstellung reiht sich in frühere Äußerungen Mays ein, in denen er bereits Zweifel an weiteren USA-Touren geäußert hatte. In der Vergangenheit hatte der Gitarrist erklärt, dass er Touren durch Amerika als gefährlich einstufe, was zusätzlich zur Verunsicherung unter Fans beigetragen haben dürfte, als die jüngsten Aussagen über das mögliche Ende der Tourneetätigkeit bekannt wurden.

Die Klarstellung Brian Mays zeigt, wie schnell differenzierte Aussagen in der heutigen Medienlandschaft verkürzt und fehlinterpretiert werden können. Für die Fans von Queen bedeutet dies zunächst Entwarnung: Ein endgültiger Schlussstrich unter die Live-Geschichte der Band ist nicht gezogen. Gleichzeitig wird deutlich, dass sich Brian May und Roger Taylor intensiv mit der Frage beschäftigen, wie Queen auch jenseits klassischer Tourneen in Zukunft live erlebbar bleiben könnte – sei es durch immersive Technologien oder andere kreative Formate. Ob und wann ein solches Projekt tatsächlich Realität wird, bleibt angesichts von Mays kritischer Haltung gegenüber den dafür notwendigen Technologien jedoch offen.

Quelle: Loudwire· Originalartikel ↗

Zuletzt aktualisiert: 11.10.2026, 18:14:56

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