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Devin Townsend veröffentlicht mit DREAMPEACE das Ruhe-Album „Harmonic Dharma“

Der kanadische Ausnahmemusiker Devin Townsend hat anlässlich des World Mental Health Day eine besondere Veröffentlichung angekündigt: Unter dem Projektnamen DREAMPEACE erscheint am Freitag, den 16. Oktober, das neue Album „Harmonic Dharma“. Die Platte ist Townsends persönliche Antwort auf seine langjährigen Schlafprobleme und soll Hörerinnen und Hörern helfen, zur Ruhe zu kommen und innere Balance zu finden.
DREAMPEACE ist für Townsend weit mehr als nur ein weiteres Musikprojekt neben seinen zahlreichen anderen künstlerischen Unternehmungen. Wie der Musiker selbst erklärt, entstand die Idee aus einem sehr persönlichen Bedürfnis heraus: Seit vielen Jahren kämpft er mit Insomnie, also chronischen Schlafstörungen. Um damit umzugehen und gleichzeitig anderen Menschen mit ähnlichen Problemen zu helfen, schuf er DREAMPEACE als klangliches Mittel zur Entspannung und zum Zur-Ruhe-Kommen.
„Harmonic Dharma“ wurde zunächst in limitierter CD-Auflage exklusiv während Townsends gerade abgeschlossener Europatournee „Metamorphosis“ verkauft. Diese akustische Solo- und Storytelling-Tour führte den Musiker über 23 Konzerte durch zehn verschiedene Länder Europas. Verbliebene physische Exemplare der CD werden nun vorab Townsends Patreon-Community angeboten, bevor das Album am 16. Oktober regulär auf allen gängigen Streaming-Plattformen verfügbar sein wird.
Eine musikalische Botschaft des inneren Gleichgewichts
Zu der Veröffentlichung sagt Devin Townsend: „Das ist Musik, um Balance in sich selbst und in der Welt zu schaffen.“ Er erläutert weiter, dass die Entstehung seines ambitionierten Orchestermetal-Opus „The Moth“ ihn kreativ und logistisch an seine Grenzen gebracht habe. Nach Abschluss dieses Mammutprojekts habe er sich für einen Monat auf Klausur zurückgezogen, um sich spirituell neu zu zentrieren. „Harmonic Dharma“ sei eine der vielen wertvollen Früchte dieser notwendigen spirituellen Reise gewesen. Sein Ziel mit dieser Musik sei es, einen Soundtrack für ängstliche Gemüter zu liefern: „Und ich hoffe aufrichtig, dass es euch den Frieden bringt, den es mir gebracht hat.“
Hintergrund: Das Mammutprojekt „The Moth“
Um die Entstehung von „Harmonic Dharma“ einzuordnen, lohnt sich ein Blick auf „The Moth“, Townsends ambitioniertes orchestrales Metal-Werk, das im März 2025 live aufgeführt und Anfang des Jahres über InsideOut Music veröffentlicht wurde. Das 24 Tracks umfassende Album existierte als vage Vision bereits mehr als ein Jahrzehnt in Townsends Kopf – er bezeichnete es selbst als sein „Lebenswerk“. Vor etwa sechs Jahren, nach einer akustischen Show in Amsterdam, wurde Townsend vom Leiter des Noord Nederlands Orkest (Nordniederländisches Sinfonieorchester) angesprochen, der ihm anbot, seiner umfangreichen Diskografie orchestrale Grandezza zu verleihen. Aus dieser Begegnung entwickelte sich schließlich das monumentale „The Moth“-Projekt.
Finanzielle Nöte als Auslöser für die Rückkehr auf die Bühne
In einem ausführlichen Gespräch mit dem Podcast „Sixty Scales And The Truth“, moderiert von Niels Guns, sprach Townsend offen über die Gründe für seine Rückkehr zum Live-Betrieb – und das nur anderthalb Jahre, nachdem er nach einer Nordamerika-Tournee eine „unbestimmte“ Tourpause angekündigt hatte. Auf die Frage, was ihn zu dieser schnellen Rückkehr bewogen habe, antwortete er unverblümt: „Finanzielles Armageddon.“ Man habe mit der „The Moth“-Show aus mehreren Gründen eine Menge Geld verloren, woran man noch immer arbeite, es sei über ein Jahr vergangen. Zudem sei das Unternehmen, für das er einen Großteil der Arbeit geleistet habe, insolvent gegangen, wodurch die geplanten Einnahmen für dieses Jahr weggefallen seien. Die Optionen, anderweitig Geld zu verdienen, hätten sich für ihn als begrenzt erwiesen.
Die „Metamorphosis“-Tour als emotionale Zäsur
Townsend beschrieb die aktuelle Solotournee als eine der emotional anspruchsvollsten seiner Karriere. Durch das tägliche Auftreten – „nur ein zerschmetterter Mensch und eine akustische Gitarre“, wie er es formulierte – sei er gezwungen gewesen, sich intensiv mit seinem eigenen Backkatalog und den darin enthaltenen emotionalen Mustern auseinanderzusetzen, um diese nicht in der nächsten Lebensphase zu wiederholen. Während der Tour erlebte er mehrere persönliche Schicksalsschläge: Sein Hund starb, und er trennte sich von seiner Partnerin, mit der er 36 Jahre zusammen war. Diese Ereignisse erlebte er teils aus der Ferne, während er im Tourbus unterwegs war und emotional an seine Grenzen stieß. Dennoch sieht er in der Rohheit dieser Situation auch einen praktischen Nutzen: Die Verletzlichkeit, die er auf der Bühne zeigt, scheine sich auf das Publikum zu übertragen und eine spürbare, dankbare Reaktion hervorzurufen.
Persönliche Neuausrichtung und ein möglicher Umzug nach Spanien
Auf die Frage, ob er sich darauf freue, nach British Columbia zurückzukehren, antwortete Townsend überraschend offen: „Nein. Zu Hause hat sich alles verändert. Ich glaube, ich werde umziehen – ich denke, ich werde jetzt in Spanien sein.“ Er beschrieb, wie er gelernt habe, seinem persönlichen Weg genauso zu folgen wie seinem kreativen, auch wenn dies deutlich schwieriger sei, da es ihn zwinge, sich schwierigen Fragen zu stellen. Die lange gemeinsame Beziehung habe seine Identität so sehr mit der seines Partners verwoben, dass er sich nach der Trennung neu finden musste. Gleichzeitig beschreibt er eine Art Klarheit, die aus dieser Phase der Transition erwachse, verbunden mit der Erkenntnis, dass kognitive Dissonanzen in seinem Leben oft daher rührten, dass er sich eigener Veränderungen lange nicht bewusst gewesen sei.
Über Selbstakzeptanz und das Überwinden des Egos
In einem weiteren Teil des Gesprächs sprach Townsend über bewusste Manifestation und die Herausforderung, sich selbst Erfolg und Glück zuzugestehen. Wenn man konsequent seine Energie auf positive Ziele wie Bewegung, Meditation und Gesundheit richte und diese Veränderungen tatsächlich einträten, neige das Ego dazu, dies infrage zu stellen – man fühle sich unwürdig oder empfinde die positiven Veränderungen als unwirklich. Die eigentliche Aufgabe bestehe darin, zu akzeptieren, dass man sich das Erreichte verdient habe. Er beschreibt diesen Prozess als eine fortlaufende innere Arbeit, bei der sich der innere Dialog von Selbstkritik hin zu Selbstliebe verändere.
Künstlerisches Vermächtnis und die „Metamorphosis“-Tour im Überblick
Devin Townsend gilt als eine der visionärsten Figuren des progressiven Metal. Seine Karriere, die von seinen frühen Tagen als Frontmann von Strapping Young Lad bis zu seiner umfangreichen Solokarriere reicht, zeichnet sich durch Bombast, Humor und emotionale Intensität aus. Alben wie „Ocean Machine“ (1997), „Empath“ (2019) und „Lightwork“ (2022) zeigen seine Fähigkeit, zwischen brachialer Härte und ätherischer Schönheit zu wechseln. Die „Metamorphosis“-Solotournee bot seinen Fans eine seltene, ungefilterte Gelegenheit, Townsend wieder live zu erleben – bei 23 Shows in zehn europäischen Ländern spielte er Stücke aus seiner 31 Studioalben umfassenden Diskografie über verschiedene Projekte hinweg, darunter Punky Brüster, Casualties Of Cool, Devin Townsend Project und das genredefinierende Strapping Young Lad.
Bedeutung für Fans und die Musikszene
Mit „Harmonic Dharma“ öffnet Devin Townsend einmal mehr ein neues Kapitel seines vielseitigen künstlerischen Schaffens – diesmal fernab von Metal-Bombast und Orchestergrandezza, sondern als leise, meditative Geste in Richtung mentaler Gesundheit. Die zeitliche Nähe zur „The Moth“-Veröffentlichung, den persönlichen Krisen während der „Metamorphosis“-Tour und den offenen Worten über finanzielle und emotionale Belastungen zeichnen das Bild eines Künstlers, der auch in schwierigen Lebensphasen seine Kreativität als Ventil und Werkzeug zur Selbstheilung nutzt. Für seine Fangemeinde dürfte „Harmonic Dharma“ damit nicht nur ein weiteres Album in Townsends umfangreicher Diskografie sein, sondern ein authentisches Zeugnis seiner aktuellen Lebensreise – ehrlich, verletzlich und mit der Hoffnung verbunden, anderen Menschen etwas von der Ruhe zu schenken, die er selbst so dringend gesucht hat.
Quelle: Blabbermouth· Originalartikel ↗
Zuletzt aktualisiert: 11.10.2026, 18:14:53
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