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Ian Gillan verrät Hintergrund seiner Spoken-Word-Tour „Talking Gib'rish"

29. September 2026·Von Radio SchwarzeSeele Redaktion
Ian Gillan verrät Hintergrund seiner Spoken-Word-Tour „Talking Gib'rish"

Deep-Purple-Sänger Ian Gillan hat in einem neuen Interview mit dem Podcast „The Strange Brew" verraten, wie es zu seiner ungewöhnlichen Spoken-Word-Tour „Talking Gib'rish" kam und warum er sich ausgerechnet für diesen Titel entschieden hat. Die Tour, die im April und Mai 2027 durch das Vereinigte Königreich führt, wird dem 79-jährigen Rockveteranen erstmals die Gelegenheit geben, in einer reinen Sprech-Show persönliche Geschichten aus seiner mehr als sechzig Jahre umspannenden Karriere zu erzählen – von seiner Kindheit in Hounslow bis zum weltweiten Durchbruch mit Deep Purple.

Wie Gillan im Podcast erklärte, sei die Idee zu den Live-Vorträgen nicht ganz neu für ihn gewesen. Er habe bereits gelegentlich Vorträge für das Institute for Cultural Diplomacy (ICD) gehalten, unter anderem in Berlin, sowie im vergangenen Jahr in Edinburgh. „Ich denke, das muss es ausgelöst haben", so Gillan. Der Anstoß zur eigentlichen Tour sei dann über sein Management gekommen: Ein Veranstalter habe ihm ein Angebot für 25 Spoken-Word-Shows unterbreitet. Seine Reaktion sei unkompliziert gewesen: „Ich dachte: Ja, warum nicht?"

Woher der Titel „Talking Gib'rish" stammt

Besonders aufschlussreich sind Gillans Ausführungen zur Namensgebung der Tour. Der Ursprung liegt demnach in seiner Arbeit als Songwriter. Da er mit einer Band zusammenarbeite, die zunächst die Musik schreibe und er die Songtexte erst im Nachhinein verfasse, sei es oft schwierig gewesen, mit dem musikalischen Fortschritt Schritt zu halten. Um Phrasierung, Timing und Metrik eines Songs frühzeitig festzulegen, habe er sich angewöhnt, zunächst unsinnige, „kauderwelschartige" Worte auf die Melodien zu legen, bevor die eigentlichen Texte fertiggestellt wurden – vor allem dann, wenn Songs später ohnehin verworfen oder komplett verändert wurden.

Diese Technik habe sich schließlich auch auf die Bühne übertragen. Gillan erinnerte sich an einen frühen Auftritt im Londoner Lyceum, kurz nachdem Deep Purple gegründet worden war: Als Gitarrist Ritchie Blackmore eine Saite riss, bat er Gillan, die Zeit mit einem Witz zu überbrücken. Da er so etwas zuvor nie hatte tun müssen, begann er stattdessen, spontan Kauderwelsch zu reden – eine Praxis, die er bis heute zwischen den Songs beibehalten habe und die inzwischen zu einer Art Markenzeichen geworden sei. Die meisten Geschichten, die er auf der Tour erzählen werde, drehten sich um Ereignisse, die sich seit Beginn seiner Karriere bis in die Gegenwart zugetragen hätten und die er für unterhaltsam und interessant halte.

Eine Karriere über sechs Jahrzehnte

Ian Gillans musikalischer Werdegang begann 1962 bei der Band The Javelins. 1965 tat er sich mit Roger Glover in der Gruppe Episode Six zusammen, mit der er unter anderem als Vorgruppe von Dusty Springfield auftrat und Konzerte in Europa und im Nahen Osten spielte – Erfahrungen, die seinen unverwechselbaren Gesangsstil und sein musikalisches Handwerk maßgeblich prägten.

1969 wurde Gillan Mitglied von Deep Purple, ein Moment, der als einer der prägendsten in der Geschichte des Hardrock gilt. Die 1968 gegründete Band zählt zu den Pionieren des Genres. Ihr 1972 erschienenes Album „Machine Head" enthält mit „Smoke On The Water" einen der bekanntesten Rocksongs überhaupt und untermauerte den Status von Deep Purple als eine der einflussreichsten Bands der Musikgeschichte.

Abseits von Deep Purple sorgte Gillan 1970 für Aufsehen, als er in der originalen Londoner Studioaufnahme von „Jesus Christ Superstar" für MCA Records die Rolle des Jesus Christus übernahm und für seine kraftvolle, emotionale Interpretation gelobt wurde. In den späten 1970er- und den 1980er-Jahren blieb er musikalisch experimentierfreudig und war unter anderem mit den Projekten Gillan, Garth Rockett And The Moonshiners sowie Repo Depo aktiv.

Ankündigung und Motivation für die Tour

Als die „Talking Gib'rish"-Tour im Juni 2026 erstmals angekündigt wurde, äußerte sich Gillan in einem Statement sichtlich euphorisch: „Ich zittere vor Vorfreude angesichts meiner ersten öffentlichen Sprech-Auftritte überhaupt … Die 'Talking Gib'rish'-Tour im April/Mai 2027. Ich werde viel Terrain abdecken, von meinen frühen Tagen in Hounslow bis zu allem, was auf der letzten Welttournee mit meinem geliebten Deep Purple passiert sein könnte … und vielleicht etwas Schräges dazwischen. Nach 65 Jahren auf der Straße wird es Geschichten über einige der faszinierenden und manchmal magischen Ereignisse und Menschen geben, denen ich auf dem Weg begegnet bin. Es wird ein Knaller!"

Die Tour soll den Fans einen seltenen, unverstellten Einblick hinter die Kulissen von Gillans Karriere bieten – offen, humorvoll und ungefiltert, wie es in der Ankündigung heißt.

Termine und Orte der UK-Tour

Die „Talking Gib'rish"-Tour startet am 28. April 2027 in Bournemouth und führt Ian Gillan durch zahlreiche britische Städte bis zum Abschlusskonzert am 29. Mai 2027 in London. Im Einzelnen sind folgende Termine für 2027 geplant:

  1. April – Bournemouth Pavilion
  2. April – Ipswich Corn Exchange
  3. April – London Union Chapel
  4. Mai – Cardiff New Theatre
  5. Mai – Tunbridge Wells Assembly Hall Theatre
  6. Mai – Glasgow Pavilion
  7. Mai – York Barbican
  8. Mai – Newcastle Tyne Theatre & Opera House
  9. Mai – Edinburgh Queens Hall
  10. Mai – Manchester RNCM Theatre
  11. Mai – Leicester De Montfort Hall
  12. Mai – Coventry Warwick Arts Centre Theatre
  13. Mai – Birmingham Town Hall
  14. Mai – Nottingham Albert Hall
  15. Mai – Hayes Beck Theatre
  16. Mai – Basingstoke The Anvil
  17. Mai – Bath The Forum
  18. Mai – Guildford G Live
  19. Mai – Folkestone Leas Cliff Hall
  20. Mai – Aylesbury Waterside Theatre
  21. Mai – Bristol St George's
  22. Mai – Sheffield City Hall, Memorial Hall
  23. Mai – Liverpool Philharmonic Hall
  24. Mai – London Cadogan Hall

Mit insgesamt 24 Terminen deckt die Tour ein breites Spektrum britischer Städte ab – von kleineren Häusern wie dem Folkestone Leas Cliff Hall bis zu renommierten Konzertsälen wie der Liverpool Philharmonic Hall oder dem Birmingham Town Hall. Die Auswahl an Veranstaltungsorten reicht von klassischen Theatern über Konzerthallen bis hin zu Kirchenräumen wie der Union Chapel in London, was dem intimen, erzählerischen Charakter der Show entspricht.

Einordnung

Mit „Talking Gib'rish" betritt Ian Gillan nach mehr als sechs Jahrzehnten auf der Bühne künstlerisches Neuland: Erstmals stellt er nicht seine Stimme als Sänger, sondern als Erzähler seiner eigenen Geschichte in den Mittelpunkt. Für Fans von Deep Purple und des Hardrock im Allgemeinen dürfte die Tour eine einmalige Gelegenheit bieten, aus erster Hand Anekdoten und Hintergründe zu einer der prägendsten Karrieren der Rockgeschichte zu erfahren – fernab der gewohnten Konzertbühne, dafür mit jener Direktheit und Offenheit, für die Gillan seit jeher bekannt ist.

Quelle: Blabbermouth· Originalartikel ↗

Zuletzt aktualisiert: 30.9.2026, 10:17:35

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