METAL
Amon Amarth: Produzent Jacob Hansen über mutige Klangexperimente

Die schwedische Death-Metal-Institution Amon Amarth arbeitet für ihr kommendes Album erstmals mit Produzent Jacob Hansen zusammen. In einem ausführlichen Interview, das in der METAL HAMMER-Oktoberausgabe 2026 erscheint, spricht Hansen über die Entstehung des neuen Werks mit dem Titel "The Allfather Awakens", über die besondere Arbeitsweise der Band und über mutige musikalische Experimente, die auf dem Album zu hören sind.
Jacob Hansen, der in seinem eigenen Studio in Ribe, Dänemark, produziert, beschreibt die erste Begegnung mit Amon Amarth als aufregend, aber auch einschüchternd. Noch bevor die eigentliche Studioarbeit begann, hatten die Musiker während einer ihrer Tourneen bei ihm im Studio vorbeigeschaut. Bei einem gemeinsamen Kaffee sprachen Band und Produzent mehrere Stunden lang über die geplante Zusammenarbeit. Dieses erste Kennenlernen sorgte dafür, dass man sich bereits ein wenig kannte, bevor die eigentliche Albumproduktion startete.
Entspannte Atmosphäre trotz hoher Erwartungen
Laut Hansen war die Zusammenarbeit von Anfang an von einer entspannten und kreativen Stimmung geprägt – Drama habe es zu keinem Zeitpunkt gegeben. Er beschreibt die Bandmitglieder als absolute Profis, mit denen er sich nach kurzer Zeit bestens eingespielt habe. Interessant ist dabei eine kleine Anekdote, die Hansen im Interview preisgibt: Da die Musiker eher ruhig und gelassen auftraten, musste er sie nach der ersten gemeinsamen Arbeitswoche explizit zur Seite nehmen und fragen, ob sie mit dem bisherigen Verlauf der Produktion überhaupt zufrieden seien. Diese Episode unterstreicht, wie sehr sich Hansen um eine enge und offene Kommunikation mit der Band bemühte.
Die Rolle des Produzenten: Die Essenz der Band herausarbeiten
Auf die Frage, wie aktiv er in den kreativen Prozess eingebunden war, erklärt Hansen, dass es ihm als Produzent nie darum gehe, eine Band grundlegend zu verändern oder sich selbst in den Vordergrund zu stellen. Vielmehr sehe er seine Aufgabe darin, herauszufinden, wann eine Band die beste Version ihrer selbst zeigt, und genau diese Qualitäten hervorzuheben. Bei einigen Songs sei größtenteils das übernommen worden, was die Band bereits mitgebracht hatte, bei anderen Stücken habe man gemeinsam an Passagen gefeilt und neue Ideen entwickelt.
Ein besonderes Beispiel für diesen intensiven kreativen Austausch ist der titelgebende Song "The Allfather Awakes", der laut Hansen komplett erst im Studio entstanden ist. Dabei habe er vor allem als eine Art Wegweiser fungiert, der darauf achtete, welche Riffs und musikalischen Ideen am besten miteinander harmonieren. Besonders beeindruckt zeigte sich Hansen von Sänger Johan Hegg, der auf jede noch so kleine strukturelle Änderung im Song reagierte und seine Texte perfekt darauf abstimmte. Hansen bezeichnet Hegg in diesem Zusammenhang ausdrücklich als "echten Profi".
Mutige Experimente: Akustikgitarren, Chorarrangements und ein besonderer Gastmusiker
Musikalisch geht Amon Amarth mit dem neuen Album laut Hansen einige ungewöhnliche Wege. In mehreren Songs kommen Keyboard-Sounds und elektronische Effekte zum Einsatz. Für besonderes Aufsehen sorgt jedoch ein komplett akustisches Stück – ein für eine Band wie Amon Amarth durchaus mutiger Schritt, den Hansen als absolut gelungen bezeichnet. Der Klang entsteht durch extrem tief gestimmte Akustikgitarren in Kombination mit Percussion-Elementen, was laut Produzent einen fantastischen Gesamteindruck erzeugt.
Bei den Chorarrangements dieses besonderen Songs wurde die Band von Francesco Ferrini unterstützt, der als Mitglied von Fleshgod Apocalypse bekannt ist. Hansen betont, dass genau solche mutigen musikalischen Entscheidungen eine Band interessant machen – vor allem dann, wenn sie keine Angst davor hat, Ideen auszuprobieren, die auf dem Papier zunächst spaltend wirken könnten.
Exklusiver Amon Amarth-Patch nur mit der Oktoberausgabe
Passend zum Interview und zur neuen Amon Amarth-Produktion bringt der METAL HAMMER mit der Oktoberausgabe 2026 ein exklusives Sammlerstück heraus: einen eigens gemeinsam mit der Band designten Patch, dessen Motiv sich am Artwork des neuen Albums orientiert. Der Aufnäher wurde in enger Abstimmung mit Amon Amarth produziert und ist weltweit ausschließlich zusammen mit dieser einen Ausgabe des Magazins erhältlich – ein besonderes Detail für Fans, Metalheads und Kuttenträger, die ihre Kutte um ein einzigartiges Stück erweitern möchten.
Tom Thiel über die visuelle Sprache von Amon Amarth
Neben dem Interview mit Jacob Hansen enthält die Oktoberausgabe auch ein Gespräch mit Tom Thiel, der bereits seit dem Jahr 2001 die Coverartworks für Amon Amarth gestaltet und darüber hinaus für Bands wie Brainstorm und Wind Rose tätig war. Im Interview erklärt Thiel, was für ihn ein gutes Artwork grundsätzlich ausmacht: Es müsse auf den ersten Blick erfassbar sein, bei längerer Betrachtung aber eine eigene Geschichte erzählen. Speziell bei Amon Amarth sei die Thematik stets in der nordischen Mythologie verwurzelt und werde im Stil des phantastischen Realismus umgesetzt – ein visueller Ansatz, der die Cover der Band seit Jahren unverwechselbar macht.
Was der neue Einblick über Amon Amarth verrät
Die Aussagen von Jacob Hansen zeichnen das Bild einer Band, die trotz internationalem Erfolg und jahrzehntelanger Karriere weiterhin diszipliniert, offen für Neues und bodenständig an ihrer Musik arbeitet. Die Kombination aus vertrauensvoller Zusammenarbeit mit einem neuen Produzenten, mutigen klanglichen Experimenten wie dem akustischen Stück mit Chorarrangement und der weiterhin konsequenten visuellen Erzählung durch Tom Thiels Artworks unterstreicht, warum Amon Amarth auch mit "The Allfather Awakens" ihrem Ruf als verlässliche Größe im Metal gerecht werden dürfte. Wer mehr über die Hintergründe des Albums, das Miteinander innerhalb der Band und die mythologischen Inspirationen hinter dem neuen Songmaterial erfahren möchte, findet das vollständige Interview in der aktuellen METAL HAMMER-Oktoberausgabe 2026.
Quelle: Metal Hammer DE· Originalartikel ↗
Zuletzt aktualisiert: 30.9.2026, 10:38:22

