METAL
Jamey Jasta kündigt schnellen Nachfolger zu HATEBREEDs "Fatal Paradox" an

HATEBREED-Frontmann Jamey Jasta hat in einem neuen Interview mit Nik Nocturnal verraten, dass die Fans nach dem kommenden Album "Fatal Paradox" nicht lange auf einen Nachfolger warten müssen. Das neue Studioalbum der US-Metalcore-Institution erscheint am 6. November über BLKIIBLK, das Heavy-Metal-Sublabel der Frontiers Label Group, und wurde erneut von Langzeit-Produzent Chris "Zeuss" Harris produziert, der bereits mit ROB ZOMBIE, ACCEPT und SHADOWS FALL zusammengearbeitet hat.
Im Gespräch erläuterte Jasta zunächst die Bedeutung hinter dem Albumtitel. Er betonte, dass der Mensch nicht bloß ein "biologischer Zufall" sei, der eine bedeutungslose Existenz durchlebe, sondern dass Übergangsriten sowie gute und schlechte Erfahrungen notwendig seien, um Sinn zu stiften. Die titelgebenden Paradoxien seien oft im übertragenen Sinne "tödlich", weil Widerstand gegen die Handlungen oder Worte anderer meist dazu führe, dass der eigene Charakter, das Geschäft oder gar die physische Existenz angegriffen werde. Genau dieser Konflikt mache das Leben jedoch lebenswert und das Kämpfen dafür wertvoll, so Jasta.
Besonders anschaulich wurde der Sänger, als er das Leben mit einem Videospiel verglich: Man sei die Hauptfigur, die sich durch verschiedenste Herausforderungen navigieren müsse. Selbst eine scheinbar schwächere Waffe gehöre ins Arsenal, denn im übertragenen Sinne stehe sie für Wissen und Erfahrungen, die einen Menschen stärker machten.
Musikalische Ausrichtung zwischen alten Wurzeln und neuer Energie
Zur musikalischen und lyrischen Richtung von "Fatal Paradox" erklärte Jasta, das Album bewege sich "halb und halb" zwischen verschiedenen Polen und erinnere ihn an die Entstehung von HATEBREEDs 2002er Album "Perseverance". Damals wie heute sei der Band bewusst gewesen, dass zeitnah ein Nachfolgealbum folgen müsse. Jasta deutete an, dass persönliche Geschichten aus dem Bandumfeld – etwa die Geschichte von Gitarrist Wayne Lozinak, der einen Gehirntumor und eine entsprechende Operation durchlebte, sowie die Geschichte von Tourbassist Carl Schwartz, dessen Ex-Frau verstarb und dessen frühere Band FIRST BLOOD sich daraufhin auflöste – potenziell sowohl in eine geplante Dokumentation als auch in das nächste Album einfließen könnten. Schwartz fand nach diesen Ereignissen wieder Anschluss an HATEBREED und wurde als Touring-Bassist in die Band integriert.
Jasta zog explizite Parallelen zur Bandhistorie: Ähnlich wie bei "Perseverance" und dem 2003 erschienenen Nachfolger "The Rise To Brutality", der innerhalb eines Jahres folgte, plant die Band offenbar auch diesmal ein rasches Nachfolgealbum zu "Fatal Paradox". Als Gründe nannte er die aktuelle Dynamik der Band: die vielbeachteten Auftritte im Rahmen der SLAYER-Shows, geplante Stadionkonzerte im kommenden Jahr mit einer anderen Band sowie die Rückkehr der "Summer Slaughter Tour" mit voller Wucht, insbesondere während der zuletzt gespielten zweiten Etappe.
30 Jahre "Satisfaction Is The Death Of Desire"
Ein weiterer zentraler Programmpunkt für das kommende Jahr ist das 30-jährige Jubiläum von HATEBREEDs Debütalbum "Satisfaction Is The Death Of Desire" aus dem Jahr 1997. Jasta machte deutlich, dass die Band sich bereits Gedanken über eine angemessene Würdigung dieses Meilensteins gemacht habe. Man wolle sich dem Jubiläum stellen, ohne sich in reiner Nostalgie zu verlieren. Denkbar seien laut Jasta sowohl eine kleine Serie von fünf oder zehn Shows als auch nur ein einziges Heimatstaat-Konzert – wichtig sei lediglich, dass die drei Jahrzehnte seit dem ersten Album entsprechend gewürdigt werden. Da die aktuelle Besetzung rund um Schlagzeuger Matt Byrne, Gitarrist Wayne Lozinak und Rhythmusgitarrist Frank Novinec die Songs aus dieser frühen Schaffensphase über Jahrzehnte hinweg live am Leben gehalten habe, sei es laut Jasta nur folgerichtig, diesem Teil des Backkatalogs auch offiziell – sei es live oder in Form von Aufnahmen – eine Bühne zu geben. Konkrete Pläne stünden aber noch nicht fest, man sei diesbezüglich offen.
Begeisterung bei Live-Shows und Vorfreude der Fans
Jasta berichtete zudem von der überwältigenden Resonanz, die die Band bei aktuellen Konzerten erlebt. Bei kürzlichen Auftritten hätten Fans im Publikum explizit nach dem Titeltrack "Fatal Paradox" gerufen, obwohl dieser noch gar nicht im Live-Set der Band enthalten sei, der Song selbst aber bereits veröffentlicht wurde. Auch ältere Songs wie "Make The Demons Obey" und "Kill Count Increase" seien bei einer Show in Connecticut lautstark eingefordert worden – ein Beleg für die ungebrochene Begeisterung der Fanbase.
Besonders stolz zeigte sich Jasta über die Leistung von Schlagzeuger Matt Byrne, den er als "on fire" bezeichnete. Auch Tourbassist Carl Schwartz habe sich hinter den Kulissen stark eingebracht, unter anderem bei der Gestaltung von Werbematerialien (Admats) – eine Parallele, die Jasta zur Dynamik bei KILLSWITCH ENGAGE zog, wo Bassist Mike D'Antonio ebenfalls im Grafikdesign-Bereich aktiv ist. Die Reaktionen der Fans auf Schwartz bei Konzerten beschrieb Jasta als "unglaublich": Zahlreiche jugendliche Fans würden zur Bühnenbarriere eilen, um High-Fives zu geben und Fotos mit ihm zu machen, da sie um seine persönliche Geschichte wissen.
Tourgeschichte und aktuelle Erfolge der Band
Im vergangenen Sommer headlinete HATEBREED die zweite 2026er Etappe der "Summer Slaughter Tour", die am 20. August in Albuquerque, New Mexico, startete. Als Support traten dabei TERROR, INCANTATION, GATES TO HELL, TORTURE und CREEPING DEATH auf. Die erste Etappe der diesjährigen "Summer Slaughter Tour" war bereits am 2. Juli in Reading, Pennsylvania, gestartet und endete am 24. Juli in Buffalo, New York. Dort traten als Vorbands DEVOURMENT, INCANTATION (nur bei den letzten fünf Terminen), SNUFFED ON SIGHT, BALMORA und FACE YOURSELF auf.
Laut dem Magazin Forbes sei HATEBREED "relevanter denn je in der Metal- und Hardcore-Community" und gilt weiterhin als eine der prägendsten Live-Acts der heutigen Musikszene. Erst kürzlich feierte die Band einen bemerkenswerten Meilenstein mit ihrem Track "Looking Down The Barrel Of Today", der sich mittlerweile knapp 130 Millionen globalen Streams nähert und damit zum erfolgreichsten Streaming-Song der Band in der modernen Ära avanciert ist. Insgesamt hat HATEBREED allein in Nordamerika über 1,5 Millionen Alben verkauft.
Das bislang letzte Studioalbum der Band, "Weight Of The False Self" aus dem Jahr 2020, wurde von zahlreichen Medien hochgelobt: Brooklyn Vegan bezeichnete es als "Rückkehr zu den Hardcore-Wurzeln" der Band, Consequence nannte es "eines ihrer aggressivsten Alben bisher", Revolver beschrieb es als "niederschmetternd" und Psychology Today würdigte es als "eine lodernde Kombination aus Extreme Metal und Hardcore-Punk".
Aktuelle Besetzung von HATEBREED
Die Band tritt 2026 in folgender Besetzung auf: Jamey Jasta an den Vocals, Wayne Lozinak und Frank Novinec an den Gitarren, Matt Byrne am Schlagzeug sowie Carl Schwartz am Bass.
Mit "Fatal Paradox" knüpft HATEBREED nicht nur klanglich an ihre prägenden frühen 2000er-Jahre an, sondern signalisiert auch strategisch, dass die Band in einer besonders produktiven und energiegeladenen Phase steckt. Die Ankündigung eines zeitnahen Nachfolgealbums, kombiniert mit den Plänen zum 30-jährigen Jubiläum von "Satisfaction Is The Death Of Desire" sowie der anhaltenden Live-Präsenz der Band, unterstreicht, dass HATEBREED auch drei Jahrzehnte nach ihrer Gründung zu den treibenden Kräften der Hardcore- und Metal-Szene zählt – getragen von einer Fanbase, die lautstark neues Material einfordert, und einer Band, die bereit ist, ihre persönlichen Geschichten und ihre musikalische Wucht gleichermaßen in den Vordergrund zu stellen.
Quelle: Blabbermouth· Originalartikel ↗
Zuletzt aktualisiert: 11.10.2026, 18:14:53

