KONZERTE

Axel Rudi Pell begeistert mit Heavy-Metal-Klassikern im LKA Stuttgart

05. Oktober 2026·Von Radio SchwarzeSeele Redaktion
Konzertbericht: Axel Rudi Pell – Ghost Town Tour 2026 – 03.10.2026 LKA Stuttgart
Bild: Frank

Stuttgart, 3. Oktober 2026 – Mit der Ghost Town Tour 2026 hat Axel Rudi Pell dem LKA Longhorn in Stuttgart einen Besuch abgestattet und dabei einmal mehr unter Beweis gestellt, warum sein Name seit mehr als 35 Jahren untrennbar mit klassischem Heavy Metal verbunden ist. Unterstützt wurde der Abend von der Hamburger Band Night Laser, die als Support bereits vor dem eigentlichen Hauptact für ordentlich Stimmung sorgte.

Der Samstagabend präsentierte sich den Besuchern mit angenehm mildem Herbstwetter und trockenen Verhältnissen – gute Voraussetzungen für einen Konzertabend. Einzig die Anreise gestaltete sich für viele Fans etwas aufwendiger als gewohnt, da zeitgleich das Cannstatter Volksfest stattfand und rund um das LKA Longhorn für zusätzlichen Parkplatzsuchverkehr sorgte. Die überwiegend etwas ältere, dafür aber umso erfahrenere Metal-Fangemeinde ließ sich die gute Laune davon jedoch nicht verderben.

Night Laser eröffnen mit Energie und Spielfreude

Den Auftakt des Abends übernahmen Night Laser aus Hamburg, eine Band, die sich längst den Ruf erspielt hat, auf der Bühne keine Gefangenen zu machen. Mit einem Mix aus Heavy Metal, Hard Rock, Power Metal und einer gehörigen Portion Sleaze-Attitüde brachten die Hamburger genau jene Energie mit, die man sich von einem guten Support wünscht.

Bereits mit den Songs „Bittersweet Dreams“ und „Way To The Thrill“ legte die Band ordentlich los. Frontmann Benno Hankers zeigte sich dabei gewohnt spielfreudig und suchte immer wieder den direkten Kontakt zum Publikum. Spätestens bei „Don’t Call Me Hero“ war dann auch der letzte Rest Zurückhaltung im Publikum verflogen.

Auch der Song „Laser Train“ durfte im Set natürlich nicht fehlen und entwickelte sich mit seinem treibenden Rhythmus zu einem kleinen Highlight der Show, das perfekt zur energiegeladenen Performance der Band passte. Night Laser spielten sich insgesamt mit sichtbarer Freude durch ihr Programm und bewiesen, dass sie sich auch auf einer größeren Bühne keineswegs verstecken müssen.

Bei den technischen Rahmenbedingungen hätte man sich für die Band allerdings etwas mehr Unterstützung gewünscht. Die Lichtshow blieb über weite Strecken des Sets sehr dunkel gehalten und setzte die Musiker nicht immer optimal in Szene. Auch der Sound im LKA präsentierte sich nicht durchgehend von seiner besten Seite. Gerade für eine Band, die so stark von ihrer Live-Energie lebt, hätte etwas mehr klangliche Transparenz und zusätzliches Licht geholfen, die Show noch wirkungsvoller zu inszenieren. Die gute Stimmung im Publikum trübte das jedoch nicht – Night Laser verabschiedeten sich mit reichlich Applaus und hinterließen beim Publikum deutlich Lust auf mehr.

Axel Rudi Pell und Band liefern klassischen Heavy Metal

Nach der Pause wurde es Zeit für den Hauptact des Abends. Gemeinsam mit Sänger Johnny Gioeli, Bassist Volker Krawczak, Keyboarder Ferdy Doernberg und Schlagzeuger Bobby Rondinelli betrat Axel Rudi Pell die Bühne des LKA Longhorn. Schnell wurde klar, dass dieser Abend nicht von großen Überraschungen leben musste, sondern von etwas viel Beständigerem: Songs, die seit Jahrzehnten funktionieren, eine bestens eingespielte Band und ein Gitarrist, dessen Spiel längst seinen ganz eigenen Wiedererkennungswert besitzt.

Mit „Guillotine Walk“ als Opener ging es direkt in die Vollen. Der Song machte sofort deutlich, in welche Richtung sich der Abend entwickeln würde. Johnny Gioeli präsentierte sich dabei stimmlich bestens aufgelegt, während Axel Rudi Pell seine Gitarre sprechen ließ.

Im weiteren Verlauf des Sets folgten mit „Fool Fool“, „Wildest Dreams“ und „Strong as a Rock“ gleich mehrere Klassiker aus dem Pell-Katalog, bei denen das Stuttgarter Publikum rasch auf Betriebstemperatur kam. Besonders „Strong as a Rock“ passte an diesem Abend wie die Faust aufs Auge – geradlinig, kraftvoll und ganz ohne unnötigen Schnickschnack.

Besonders positiv fiel dabei die Lichtshow auf, die im Gegensatz zum Support deutlich atmosphärischer gestaltet war. Verschiedene Farben und Lichtstimmungen unterstützten die Songs, ohne sich dabei zu sehr in den Vordergrund zu drängen. Gerade bei den ruhigeren Passagen des Sets entstand dadurch eine sehr stimmungsvolle Atmosphäre im LKA.

Emotionale Höhepunkte und musikalische Vielfalt

Mit „Don’t Say Goodbye“ und dem überraschenden Ed-Sheeran-Cover „I See Fire“ zeigte Axel Rudi Pell im weiteren Verlauf zwei durchaus unterschiedliche Seiten seines musikalischen Schaffens. Während „Don’t Say Goodbye“ ganz klar in der klassischen Pell-DNA verwurzelt ist, sorgte das Cover für einen interessanten Kontrast im Set.

Danach wurde es episch: „Oceans of Time“ gehörte zweifellos zu den Songs, auf die viele Fans im Publikum gewartet hatten. Die Mischung aus großen Melodien, Johnny Gioelis markanter Stimme und Pells Gitarrenarbeit entwickelte sich zu einem der emotionaleren Momente des gesamten Abends.

Bei „Mystica“ bekam anschließend Schlagzeuger Bobby Rondinelli die Gelegenheit, sein Können unter Beweis zu stellen. Das Stück wurde genutzt, um der Band und insbesondere dem Schlagzeug entsprechenden Raum zu geben, während Pell es sich nicht nehmen ließ, näher an sein Publikum heranzurücken.

Mit „Voodoo Nights“, „Carousel“ und „Sanity“ nahm das Konzert anschließend wieder deutlich an Fahrt auf. Besonders „Sanity“ zeigte einmal mehr, dass die Band auch nach all den gemeinsamen Jahren noch ordentlich Druck entwickeln kann. Auch ein ausgedehntes Gitarren- und Keyboardspiel durfte im Set nicht fehlen – Ferdy Doernberg bekam seinen Moment an den Tasten, bevor Pell anschließend wieder selbst das musikalische Zepter übernahm. Solche instrumentalen Passagen gehören inzwischen fast schon zur festen DNA eines Axel-Rudi-Pell-Konzerts.

Großes Finale mit Klassikern und Zugabe

Zum Ende des regulären Sets wurde es im LKA noch einmal richtig groß. „Tear Down the Walls“ sowie ein Medley aus „The Masquerade Ball“, „Casbah“ und „Ankhaia“ sorgten für ein Finale, das die Fans vor Ort noch einmal ordentlich abholte und die Stimmung im Saal auf einen weiteren Höhepunkt trieb.

Natürlich ließ das Stuttgarter Publikum die Band danach nicht einfach so von der Bühne. Für die Zugabe kehrten Axel Rudi Pell und seine Mitstreiter noch einmal zurück und setzten mit „Forever Angel“ und „Rock the Nation“ zwei weitere Ausrufezeichen. Gerade „Rock the Nation“ erwies sich als perfekter Schlusspunkt für einen Abend, an dem die Fans im LKA noch einmal ausgiebig mitsingen und feiern durften.

Fazit des Abends

Axel Rudi Pell hat in Stuttgart einmal mehr bewiesen, warum sein Name seit Jahrzehnten für hochwertigen klassischen Heavy Metal steht. Keine übertriebene Show, kein unnötiges Spektakel – stattdessen starke Songs, eine bestens eingespielte Band, ein stimmiges Bühnenbild und mit Johnny Gioeli ein Frontmann, der auch nach so vielen gemeinsamen Jahren nichts von seiner Bühnenpräsenz eingebüßt hat.

Night Laser hatten zuvor bereits eindrucksvoll gezeigt, dass die nächste Generation des klassischen Heavy und Glam Metal durchaus etwas zu bieten hat. Mit ihrer Spielfreude und Energie waren sie ein passender Einstieg in den Abend – auch wenn Licht und Sound ihnen nicht ganz die Möglichkeiten boten, die ihre Performance eigentlich verdient hätte.

Am Ende überwog in Stuttgart jedoch vor allem eines: die gute Stimmung. Die Besucher verließen das LKA Longhorn nach einem gelungenen Heavy-Metal-Abend, der einmal mehr gezeigt hat, dass guter Metal keine Frage des Alters ist, sondern eine Frage der Einstellung – und davon gab es an diesem Samstagabend reichlich.

Quelle: Hellfire-Magazin· Originalartikel ↗

Zuletzt aktualisiert: 6.10.2026, 14:38:40

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