METAL

Cliff Burton: Vor 40 Jahren starb der Metallica-Bassist, der den Thrash Metal prägte

27. September 2026·Von Radio SchwarzeSeele Redaktion
Zum 40. Todestag von Cliff Burton (Metallica)

Ein Bassist, der das Metal-Genre für immer veränderte

Am 27. September jährt sich der Tod von Cliff Burton zum vierzigsten Mal. Der Bassist von Metallica starb 1986 im Alter von nur 24 Jahren bei einem Busunfall in Schweden – und hinterließ ein musikalisches Erbe, das bis heute nachhallt. Geboren am 10. Februar 1962 in Castro Valley, Kalifornien, wuchs Burton in einem Elternhaus mit Hippie-Prägung auf, erhielt Klavierunterricht und entwickelte früh eine musikalische Neugier, die sich zwischen Beethoven und Motörhead bewegte. Diese ungewöhnliche Bandbreite an Einflüssen sollte später sein Spiel prägen und ihn zu einer der prägendsten Figuren der Metal-Geschichte machen.

Burtons Bassspiel war geprägt von Fingertechnik, Tapping und dem gezielten Einsatz von Harmonics – Techniken, die man eher von virtuosen Gitarristen kannte als von Bassisten seiner Zeit. Genau diese Virtuosität machte ihn schon früh zu einer Ausnahmegestalt in der aufstrebenden Thrash-Metal-Szene. Wer ihn spielen hörte, verstand sofort, warum James Hetfield und Lars Ulrich 1982 nicht einfach nur einen Ersatz für ihren damaligen Bassisten suchten, sondern bereit waren, für Cliff Burton grundlegende Kompromisse einzugehen.

Der Wechsel nach San Francisco und die Anfänge bei Metallica

Burton wollte nicht nach Los Angeles ziehen, wo Metallica zu dieser Zeit ansässig waren. Also entschied sich die Band, stattdessen selbst umzuziehen – nach San Francisco. Dieser Schritt sollte sich als einer der folgenreichsten in der Geschichte der Band erweisen, denn erst mit Burton an Bord fand Metallica den musikalischen Weg, der sie zu Genre-Pionieren machte. Vor seiner Zeit bei Metallica hatte Burton bereits bei der Band Trauma erste musikalische Spuren hinterlassen, doch erst in der Zusammenarbeit mit Hetfield, Ulrich und später Kirk Hammett entfaltete sich sein volles Potenzial.

Auf den drei Alben, die Metallica mit Burton veröffentlichten – KILL 'EM ALL (1983), RIDE THE LIGHTNING (1984) und MASTER OF PUPPETS (1986) – prägte er den Sound des jungen Thrash Metal wie kaum ein anderer Musiker seiner Generation. Sein Bass-Solo 'Anesthesia (Pulling Teeth)' wurde zu einem regelrechten Manifest: Burton zeigte, dass der Bass nicht bloß ein begleitendes Fundament sein musste, sondern ein Instrument, das die musikalische Führung übernehmen konnte.

Musikalisches Vermächtnis in den Klassikern

Besonders deutlich wird Burtons kompositorischer Einfluss in mehreren Schlüsselmomenten der Metallica-Diskografie. Das chromatische Intro von 'For Whom The Bell Tolls' trägt unmissverständlich seine musikalische Handschrift. Auch die Bassstimmen in 'The Call Of Ktulu' und in 'Orion' – jenem Instrumental-Stück, das später zu seinem musikalischen Denkmal werden sollte – zeigen, wie weit Burton dem Genre kompositorisch voraus war. Das für ihn typische Interludium, das heute als charakteristisches Element seines Stils gilt, findet sich in zahlreichen Stücken dieser Ära wieder.

Die Band selbst bezeichnete Burton später als ihr musikalischstes Mitglied – eine Einschätzung, die angesichts seines Werks kaum überraschen dürfte. Selbst der Titel des Debütalbums KILL 'EM ALL geht auf eine Anekdote zurück, die Burtons trockenen Humor unterstreicht: Als Plattenbosse den ursprünglich geplanten Namen METAL UP YOUR ASS ablehnten, soll Burton knapp kommentiert haben: „Tötet all die verdammten Plattenverkäufer. Tötet sie einfach alle, Mann!“ Aus diesem Kommentar entstand schließlich der endgültige Albumtitel.

Auch nach seinem Tod blieb Burton musikalisch präsent. Der Song 'To Live Is To Die', veröffentlicht auf …AND JUSTICE FOR ALL (1988), enthält Riffs und ein Gedicht, das Burton verfasst hatte. Die Zeilen dieses Gedichts gehören heute zu den meistzitierten Textpassagen der gesamten Metal-Geschichte und werden von Fans bis heute als Ausdruck seiner tiefen künstlerischen Sensibilität gewürdigt.

Der Unfall vom 27. September 1986

Der Tag, der alles veränderte, war der 27. September 1986. Metallica befanden sich auf Tournee und waren auf dem Weg von Stockholm nach Kopenhagen, als der Tourneebus in der schwedischen Ortschaft Dörarp die Kontrolle verlor und umkippte. Burton, der zu diesem Zeitpunkt schlief, wurde durch ein Fenster des Busses geschleudert und unter dem Fahrzeug begraben. Nach Aussage des Busfahrers soll die Straße vereist gewesen sein. James Hetfield suchte nach dem Unfall selbst nach Eis auf der Straße, fand jedoch keines. Der Fahrer wurde später von jeglicher Schuld freigesprochen. Cliff Burton starb noch am Unfallort im Alter von 24 Jahren – ein Verlust, der die Band und die gesamte Metal-Szene bis heute erschüttert.

Reaktionen und Würdigungen aus der Szene

Die Nachricht von Burtons Tod löste tiefe Bestürzung in der internationalen Metal-Gemeinschaft aus. Anthrax widmeten ihm ihr Album AMONG THE LIVING, das 1987 erschien. Dave Mustaine, ehemaliges Mitglied von Metallica und späterer Kopf von Megadeth, schrieb den Song 'In My Darkest Hour' als persönliche Verarbeitung des Verlusts. Im Jahr 2006 errichteten Fans einen Gedenkstein in der Nähe der Unfallstelle in Dörarp, um Burtons Andenken dauerhaft zu bewahren. Bei der Gedenkzeremonie spielte Metallica das Instrumentalstück 'Orion' – jene Komposition, die Burton posthum zu einem Monument der Metal-Geschichte machte.

Metallica selbst trugen nach seinem Tod Videomaterial aus aller Welt zusammen und veröffentlichten 1999 die Zusammenstellung CLIFF 'EM ALL!. Dieses Dokument zeigt Burton so, wie ihn Fans und Bandkollegen in Erinnerung behalten: wild, technisch präzise, unberechenbar und zutiefst musikalisch.

Castro Valley und das Cliff Burton Music Scholarship Fund

Vier Jahrzehnte nach seinem Tod ist Cliff Burton weit mehr als nur eine Erinnerung an vergangene Zeiten. Seine Heimatstadt Castro Valley feierte zu Beginn dieses Jahres bereits zum neunten Mal einen offiziellen Gedenktag zu seinen Ehren. 2026 wäre Burton 64 Jahre alt geworden. Der Gedenktag in Castro Valley bot ein umfangreiches Programm mit Anekdoten und Wertschätzung für den Musiker. Die Einnahmen aus dem Verkauf von Shirts und Postern kamen dem Cliff Burton Music Scholarship Fund zugute, einer Stiftung, die musikalisch talentierte junge Menschen fördert.

Fortlebendes Erbe in der Musikwelt

Burtons Einfluss reicht weit über Metallica hinaus und lässt sich in den Aussagen zahlreicher Musiker greifen, die ihn als prägende Inspiration nennen. Mike Dirnt von Green Day zählt Burton zu seinen wichtigsten Einflüssen als Bassist. James Hetfield sagte einst, Cliff lebe in jedem von ihnen weiter. Jason Newsted, der Burtons Position nach seinem Tod übernahm, erhielt von Burtons Mutter persönlich ihren Segen für diesen Schritt – ein bewegendes Zeichen der Anerkennung über den Tod hinaus. Sein musikalisches Erbe lebt in jedem Ton von MASTER OF PUPPETS weiter, einem Album, das ohne seinen kompositorischen Beitrag anders geklungen hätte.

Jedes Jahr am 27. September erinnern sich Fans weltweit an einen Musiker, der nur 24 Jahre alt wurde, aber etwas hinterlassen hat, das die Zeit überdauert. Cliff Burtons Vermächtnis zeigt exemplarisch, wie ein einzelner Künstler ein ganzes Genre prägen kann – nicht durch Quantität, sondern durch die Qualität und Innovationskraft seines Schaffens. Vierzig Jahre nach seinem Tod bleibt er ein Maßstab für Bassisten weltweit und ein fester Bestandteil der Metal-Geschichte, dessen Einfluss auf Metallica und die gesamte Thrash-Metal-Bewegung bis heute unbestritten ist.

Quelle: Metal Hammer DE· Originalartikel ↗

Zuletzt aktualisiert: 30.9.2026, 10:57:47

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