METAL
Community statt Veranstalter: Was wirklich hinter Metalfans4Metalbands steckt

Wer die Beiträge von Metalfans4Metalbands (F4B) in den sozialen Netzwerken verfolgt, sieht ständig Konzertankündigungen, Ticketlinks, Festivalprojekte und Menschen, die vor Ort mit anpacken. Schnell entsteht daraus ein Missverständnis, dem das Team hinter F4B nach eigenen Angaben immer wieder begegnet: Viele halten die Initiative schlicht für einen klassischen Konzertveranstalter. Tatsächlich steckt hinter Metalfans4Metalbands deutlich mehr – eine Community und ein Netzwerk für den Metal-Underground, das Fans, Bands, Venues, Vereine, Projekte und Veranstaltende zusammenbringt, Reichweite teilt, Strukturen schafft und dort unterstützt, wo Hilfe gebraucht wird. In einem ausführlichen Statement erklärt das Team nun, was sich im Hintergrund von F4B inzwischen alles entwickelt hat.
Keine Band wird gebucht – es wird gemeinsam geplant
Anders als bei klassischen Veranstaltern, bei denen eine Band schlicht gebucht wird, spielt und danach wieder verschwindet, setzt F4B auf ein Modell der Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Wenn Bands gemeinsam mit F4B ein Konzert organisieren, übernimmt das Team möglichst viel von der organisatorischen Arbeit: Venue-Kommunikation, Ablaufplanung, Ticketing, Koordination von Helfenden, Einlassorganisation, Backstage-Logistik, Promo und all die kleinen Aufgaben, die vor jedem Konzert erledigt werden müssen. Die Bands selbst sollen sich vor allem auf zwei Dinge konzentrieren können: ihre Musik und die gemeinsame Werbung für das Event. Nach eigener Aussage gibt es dabei keine gekauften Slots, kein Pay2Play, kein Buy-in und keinen Merchcut – alle Beteiligten sollen mit dem gleichen Anteil aus einem Projekt herausgehen. Eine Ausnahme bilden lediglich Veranstaltungen, die F4B im Auftrag organisiert; hier gelten die Regeln der jeweiligen Auftraggeber.
Metal Underground Events als formaler Unterbau
Damit Projekte, die einen rechtlichen, steuerlichen oder geschäftlichen Rahmen benötigen, sauber abgewickelt werden können, steht im Hintergrund die Struktur Metal Underground Events bereit. Dort laufen je nach Projekt Verträge, Rechnungen, steuerliche Abwicklung und andere formale Vorgänge. F4B selbst bleibt dabei ausdrücklich die Community, während Metal Underground Events den formalen Rahmen bildet, wo er gebraucht wird. Diese Trennung soll es ermöglichen, gemeinsam Projekte umzusetzen, ohne dass aus F4B eine klassische Event- oder Bookingagentur wird.
Bandraster, "Viel zu leise" und der eigene NewsBlog
Über die Jahre sind bei F4B mehrere Strukturen entstanden, die der Underground nutzen kann. Das sogenannte Bandraster dient dazu, Bands zu entdecken: Fans können stöbern, nach Genres suchen und so Bands finden, die bisher unter ihrem Radar geflogen sind – ganz ohne bezahlte Platzierung oder Pay2Play. Ergänzt wird dieses Angebot durch das Format "Viel zu leise", in dem neue Songs, Releases und Bands vorgestellt werden, von denen das F4B-Team überzeugt ist, dass sie mehr Aufmerksamkeit verdienen – als Gegengewicht zu Algorithmen, die immer wieder dieselben bekannten Songs vorschlagen. Hinzu kommen Spotify, YouTube und weitere Kanäle zur Musikentdeckung. Auch der NewsBlog, auf dem dieser Artikel entsteht, gehört zu den Werkzeugen der Community: Hier finden Bandvorstellungen, Releases, Interviews, Konzertberichte, Veranstaltungstipps, Projekte und Szene-Themen mehr Platz, als es in einer Instagram-Caption möglich wäre.
Social Media, Community Hub und WhatsApp-Kanäle
Instagram, Facebook, TikTok, Threads und YouTube werden von F4B nicht ausschließlich zur Eigenwerbung genutzt. Vielmehr unterstützt die Community damit Bands, Releases, Konzerte, Festivals, Venues, Vereine und Projekte – unabhängig davon, ob diese selbst von F4B organisiert werden oder nicht. Ein Konzert muss demnach nicht von F4B stammen, ein Festival kein F4B-Logo tragen und eine Band nicht auf einer F4B-Bühne stehen, damit dafür Werbung gemacht wird. Entscheidend ist, ob ein Projekt zur Community passt und ob Kapazitäten vorhanden sind. Weil Social Media jedoch stark von Algorithmen abhängt, betreibt F4B zusätzlich einen eigenen Community Hub, in dem Bands vorgestellt, Musik geteilt, Veranstaltungen gepostet, diskutiert, Kontakte geknüpft und Fragen gestellt werden können. Ergänzt wird dieses Angebot durch eine WhatsApp Community für direkten Austausch sowie einen WhatsApp Konzertkanal, über den Konzert- und Festivaltermine verbreitet werden.
Ticketshop ohne klassische Veranstaltergebühren
Ein weiteres zentrales Werkzeug ist der F4B-Ticketshop unter f4btickets.de. Dieser steht ausdrücklich nicht nur für eigene Projekte zur Verfügung, sondern auch für Bands, kleine Venues, Vereine, Initiativen und Underground-Veranstaltungen. Möglich sind E-Tickets mit QR-Code, unterschiedliche Ticketvarianten, VVK-Listen, komplette Abwicklung und Abrechnung sowie beispielsweise Pay-What-You-Want-Modelle. Nach Angaben von F4B verlangt der Shop keine klassische Veranstalter- oder Plattformgebühr, sondern lediglich die tatsächlich entstehenden Zahlungs- beziehungsweise Transaktionskosten sowie eine transparent ausgewiesene Shopgebühr. Begründet wird dies damit, dass ein kleiner Underground-Gig mit vielleicht 80 oder 100 Gästen keine Ticketstruktur benötigt, die einen erheblichen Teil des ohnehin überschaubaren Budgets aufzehrt.
Unterstützung bei Planung, Organisation und mit Manpower
F4B unterstützt darüber hinaus Bands, Venues, Vereine und Projekte bei der Planung und Organisation eigener Veranstaltungen – etwa wenn eine Idee existiert, aber noch kein konkreter Plan, wenn eine Venue oder Bands fehlen oder wenn Unklarheit über Ticketing, Ablauf oder Promo besteht. Je nach Projekt reicht die Unterstützung von Konzept über Bandauswahl, Venue-Suche, Ablaufplanung, Kommunikation, Ticketing und Promo bis hin zu Helfenden-Koordination, Einlass, Backstage, Technik-Absprachen und allgemeiner Koordination. Manchmal genüge dafür ein einzelner Kontakt, manchmal ein paar Stunden Planung, manchmal begleite das Netzwerk ein Projekt bis zum Veranstaltungstag. Ergänzend unterstützen Menschen aus der F4B-Community je nach Kapazität andere Konzerte, Festivals und Projekte auch direkt vor Ort mit Manpower – beim Auf- und Abbau, beim Einlass, als Stagehands, im Backstage-Bereich, bei Betreuung und Koordination.
Fotografie, Video und Kreativarbeit aus dem Netzwerk
Im F4B-Netzwerk sind zudem Fotograf:innen und weitere Kreative aktiv, die Bands, Veranstaltungen und Projekte unterstützen können. Dazu zählen Live- und Eventfotografie, Bandshootings, Promo-Fotos, Eventvideos, Reels, Social-Media-Clips, Videoschnitt, Flyer und Grafiken. Vieles davon entstehe als Community-Support; sollten dabei tatsächliche Auslagen wie Fahrt- oder Reisekosten anfallen, würden diese vorab transparent abgesprochen, um Überraschungsrechnungen im Nachgang zu vermeiden.
Eigene Projekte: Festival, Benefizreihe und Laut4Future
Aus der Vernetzung innerhalb der Community sind mittlerweile mehrere eigene Projekte entstanden. Dazu gehört ein gemeinschaftlich aufgebautes Death-/Thrash-Festival unter dem Motto "8 Bands · 1 Tag · Underground" mit fairen Bedingungen und bezahlbaren Tickets. Daneben existiert eine Benefizkonzertreihe unter dem Motto "6 Bands · 1 Tag · 1 gute Sache", die Musik-, Kultur- und Bildungsprojekte für Kinder und Jugendliche unterstützt und bei der Bands, Community, Partner und Projekte zusammenkommen, um über Musik etwas weiterzugeben. Ein weiteres Projekt ist die Community-Initiative Laut4Future, die unter laut4future.de für Respekt, Teilhabe und einen Underground ohne Diskriminierung und Ausgrenzung eintritt.
Zukunftspläne: Eine Vereinsstruktur als Ziel
Auf die immer wieder gestellte Frage, ob eine Vereinsstruktur für F4B infrage käme, antwortet das Team eindeutig: Das wäre eine sehr passende Entwicklung und soll mittelfristig umgesetzt werden. Eine Vereinsstruktur würde nach eigener Einschätzung gut zu dem passen, was F4B inzwischen geworden ist – eine Community, in der Menschen gemeinsam unterstützen, organisieren, Wissen teilen, Kontakte zusammenbringen, Veranstaltungen begleiten und Projekte möglich machen. Gleichzeitig betont das Team, dass die Gründung und der Betrieb eines Vereins nicht nebenbei zwischen Konzertplanungen, Bandanfragen und Social-Media-Posts erledigt werden könnten. Es brauche Menschen, die Verantwortung übernehmen, eine vernünftige Aufgabenverteilung, klare Strukturen und den entsprechenden formalen Rahmen. Die Idee und der Wunsch seien da, doch solle dieser Schritt nicht überstürzt werden, nur um möglichst schnell ein "e. V." hinter dem Namen zu tragen. Ziel sei es, schrittweise die Voraussetzungen zu schaffen, um eine Vereinsstruktur dann umzusetzen, wenn sie langfristig funktioniert und wirklich zur Community passt.
Wie sich F4B finanziert
Auch wenn hinter F4B sehr viel ehrenamtliche Arbeit steckt, ist der Betrieb nicht kostenfrei: Websites, Server, Software, Tools, Technik, Werbung und Material verursachen laufende Kosten. Finanziert wird F4B aktuell durch eine Mischung aus Eigenmitteln, freiwilligem Support aus der Community, Partnerschaften, projektbezogenen Einnahmen beziehungsweise Unterstützungen sowie dem eigenen Merchandise-Shop. Einen klassischen Mitgliedsbeitrag gibt es nicht, ebenso wenig müssen Bands dafür bezahlen, Teil der Community zu sein oder auf Social Media vorgestellt zu werden. Ein Teil der Kosten wird den Angaben zufolge aktuell schlicht vom Team selbst getragen. Wer die Arbeit freiwillig unterstützen möchte, kann dies über paypal.me/metalfans4metalbands tun – ausdrücklich ohne Zwang, Paywall oder schlechtes Gewissen. Wer nicht unterstützen kann oder möchte, bleibt laut F4B genauso Teil der Community.
Einordnung
Das ausführliche Statement von Metalfans4Metalbands macht deutlich, wie vielschichtig sich die ursprünglich als einfache Vernetzungsplattform gestartete Initiative inzwischen entwickelt hat. Zwischen Bandraster, Ticketshop, Community Hub, WhatsApp-Kanälen, eigenem NewsBlog, Unterstützung bei Konzertorganisation, Manpower-Hilfe, Kreativnetzwerk und eigenen Projekten wie dem Death-/Thrash-Festival, der Benefizreihe und der Initiative Laut4Future zeigt sich ein Ökosystem, das weit über klassisches Booking hinausgeht. Mit dem Leitgedanken "Community over Competition" positioniert sich F4B bewusst als Gegenmodell zu kommerziellen Strukturen im Veranstaltungsgeschäft – und mit dem mittelfristigen Ziel einer eigenen Vereinsstruktur deutet sich an, dass die Organisation ihre Rolle im Metal-Underground langfristig noch stärker formalisieren möchte, ohne dabei den gemeinschaftlichen Charakter aufzugeben.
Quelle: Metalfans4Metalbands· Originalartikel ↗
Zuletzt aktualisiert: 6.10.2026, 08:09:08

