METAL

Dave Mustaine deutet unveröffentlichtes Megadeth-Material an

07. Oktober 2026·Von Radio SchwarzeSeele Redaktion
Megadeth liebäugeln mit Release von unveröffentlichten Songs
Bild: Carina Seiffert

Dave Mustaine macht Megadeth-Fans Hoffnung auf unveröffentlichtes Material aus der Vergangenheit der Band. Bei einer Fragerunde im Grammy Museum in Los Angeles sprach der Frontmann der Thrash-Metal-Ikonen offen darüber, dass nach dem aktuellen, 17. Studioalbum zwar offiziell Schluss sein soll, die Geschichte von Megadeth aber möglicherweise noch nicht vollständig erzählt ist. Grund dafür sind zahlreiche Fragmente und Riff-Ideen, die sich über Jahrzehnte am Rande verschiedener Albumproduktionen angesammelt haben.

Mustaine erklärte bei der Veranstaltung konkret, wie die Band in Zukunft vorgehen will: „Wir werden nach der Tournee noch einmal zurückgehen und all diese Fragmente zusammensuchen“, verriet der Gitarrist und Sänger. Megadeth wollten demnach gezielt unvollständige Songs und liegengebliebene Ideen durchforsten, um zu sehen, was im Archiv der Band tatsächlich noch schlummert. Dabei zeigte sich Mustaine durchaus optimistisch, dass sich daraus mehr als nur Fundstücke für Sammler ergeben könnte: „Vielleicht entdecken wir sogar ein paar neue Tracks, die bei den Aufnahmen übriggeblieben sind.“

Material aus abgeschlossenen Album-Sessions

Wichtig ist Mustaine dabei die Einordnung, worum es sich bei diesem möglichen zukünftigen Release handeln würde. Es gehe nicht um komplett neue Kompositionen, sondern um Material, das bereits im Rahmen vergangener Aufnahmesessions entstanden ist. Solche Fragmente und Ideen hängen laut Mustaine häufig am Ende verschiedener Albumtitel fest – quasi als kreative Restbestände, die es nie in die finale Tracklist geschafft haben.

Wie konkret diese Pläne bereits sind, machte der Musiker mit einem Beispiel deutlich, das keinen Zweifel an seiner Haltung lässt. „Wenn da zum Beispiel unveröffentlichte Dateien zu ‘Holy Wars’ oder von ‘Black Friday’ drauf sind, werde ich das veröffentlichen“, stellte Mustaine klar. Die Nennung dieser beiden Songtitel – „Holy Wars… The Punishment Due“ zählt zu den bekanntesten Stücken der Bandgeschichte – zeigt, dass es durchaus um Material aus zentralen Schaffensphasen von Megadeth gehen könnte.

Gesundheitliche Hintergründe treiben die Entscheidung

Hinter den Überlegungen steckt auch ein sehr persönlicher Hintergrund: Mustaines Gesundheit. Bereits im vergangenen Jahr machte der Musiker öffentlich, dass er an der sogenannten Dupuytren-Kontraktur leidet. Bei dieser Erkrankung des Bindegewebes verkürzen sich bestimmte Sehnenstränge in der Hand, wodurch sich die Finger zunehmend in eine gebeugte Haltung ziehen. Für einen Gitarristen, dessen gesamte Karriere auf der Beweglichkeit seiner Hände beruht, stellt diese Diagnose eine ernsthafte Bedrohung dar.

Mustaine beschrieb die fortschreitende Entwicklung der Krankheit unverblümt: „Diese Beule in der Mitte meiner Hand wird immer schlimmer.“ Er machte deutlich, dass die Erkrankung früher oder später in eine Sackgasse führen werde, an deren Ende eine Operation stehen müsse. Trotz dieser belastenden Aussicht zeigte sich der Musiker in der Fragerunde bemerkenswert gelassen und blickte mit Dankbarkeit auf seine Zeit mit Megadeth zurück: „Entweder klappt es oder es klappt nicht. Und wenn es nicht klappt, dann hatte ich eine verdammt tolle Zeit.“

Einblicke in den kreativen Prozess im Studio

Abseits der gesundheitlichen Thematik gewährte Mustaine bei der Gelegenheit auch Einblicke in die Arbeitsweise der Band im Studio. Megadeth gingen demnach grundsätzlich mit bereits fertigen Songs in die Aufnahmen, doch der kreative Prozess ende damit nicht automatisch. „Wenn man Songwriter ist, ist es nicht einfach, die Kreativität einfach abzuschalten“, merkte Mustaine an. Gerade während der Studioarbeit sammelten sich so oft zusätzliche Riffs und Ideen an, die über die eigentliche Songstruktur hinausgehen.

Diese zusätzlichen musikalischen Einfälle landen laut Mustaine häufig am Ende bestehender Tracks, wo sie als eine Art Anhängsel konserviert werden: „Wir hören uns den Track noch einmal an, lassen uns inspirieren und fügen die neue Idee am Ende des Songs ein.“ Genau aus diesem Fundus an über Jahre hinweg akkumulierten Riff-Fragmenten und Zusatzideen soll nun also möglicherweise neues beziehungsweise bislang unveröffentlichtes Material gehoben werden.

Das 17. Studioalbum als vorläufiger Schlusspunkt

Eingebettet sind diese Ankündigungen in den größeren Kontext der aktuellen Bandgeschichte. Im August 2025 hatte Mustaine bekannt gegeben, dass das gleichnamige 17. Studioalbum von Megadeth die letzte reguläre Langspielplatte der Band sein werde. Mit der Veröffentlichung Anfang 2026 gelang den Thrash-Metal-Veteranen ein beeindruckender kommerzieller Erfolg: Das Album stieg in den USA auf Platz eins der Billboard 200 und führte zudem in zehn weiteren Ländern weltweit die Charts an.

Vor diesem Hintergrund wirken die Aussagen zu möglichem unveröffentlichtem Material wie ein Versuch, das offizielle Ende der Album-Ära nicht zwangsläufig als das endgültige Ende neuer Musik von Megadeth zu verstehen. Zwar soll es nach aktuellem Stand kein 18. reguläres Studioalbum mehr geben, doch die Aufarbeitung des bestehenden Archivs könnte den Fans dennoch weiteres Material aus der jahrzehntelangen Bandgeschichte bescheren.

Für die Community rund um Radio SchwarzeSeele dürfte diese Nachricht besonders interessant sein, da sie zeigt, wie eng kreativer Output, gesundheitliche Realität und das Erbe einer der einflussreichsten Thrash-Metal-Bands überhaupt miteinander verwoben sind. Sollte Mustaine seine Ankündigung in die Tat umsetzen, könnten Fans nach dem Abschluss der aktuellen Tournee mit bislang unbekannten Facetten bekannter Klassiker wie „Holy Wars“ oder „Black Friday“ rechnen – ein Gedanke, der die Diskussion um das vermeintliche Karriereende von Megadeth noch einmal neu befeuert.

Quelle: Metal Hammer DE· Originalartikel ↗

Zuletzt aktualisiert: 8.10.2026, 08:06:29

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