METAL
DAVID ELLEFSON Looks Back On MEGADETH's 'Countdown To Extinction' Album: 'Our Performances Sound Timeless'

David Ellefson, der ehemalige Bassist von Megadeth, blickt in einem neuen Interview mit Erin Greatrix vom Magazin Shot Of Metal auf das legendäre Megadeth-Album „Countdown To Extinction“ zurück – und kündigt gleichzeitig Details zu seiner kommenden Europatour an. Im Dezember 2026 wird Ellefson mit seiner Solo-Band die nächste Etappe seiner „Bass Warrior“-Tour bestreiten, bei der neben eigenem Material und weiteren Hardrock- und Metal-Klassikern auch „Countdown To Extinction“ in voller Länge auf der Bühne präsentiert wird.
Im Gespräch erinnerte sich Ellefson an einen Schlüsselmoment im Jahr 2010, als Megadeth beim ersten „Big Four“-Konzert in Polen auftrat. Er war damals gerade wenige Monate zuvor zur Band zurückgekehrt, und Megadeth spielte anlässlich des 20-jährigen Jubiläums das Album „Rust In Peace“ komplett durch. Ellefson beschreibt, wie überrascht er war, festzustellen, wie zeitlos diese Musik nach so vielen Jahren immer noch klang. Für ihn war das kein Zufall, sondern das Resultat eines bewussten künstlerischen Anspruchs, den die Band von Anfang an verfolgte.
Der Anspruch, sich nie zu wiederholen
Ellefson erklärte, dass es für Megadeth stets ein zentrales Prinzip gewesen sei, sich nicht selbst zu kopieren. Weder Texte noch Songtitel, Riffs oder Licks sollten sich zu sehr ähneln. Klang ein neues Stück zu sehr nach einem bereits existierenden Song, wurde es entweder verworfen oder so verändert, dass am Ende etwas Eigenständiges und Frisches entstand. Nach mittlerweile 16 Studioalben sei dieser Anspruch zunehmend schwieriger einzuhalten gewesen, doch rückblickend ist Ellefson überzeugt, dass es der Band – zumindest während seiner Zeit bei Megadeth – gut gelungen sei, sich musikalisch nicht zu wiederholen.
Beim „Big Four“-Auftritt, bei dem Megadeth gemeinsam mit Anthrax, Slayer und Metallica auf der Bühne stand, habe er die Gelegenheit gehabt, die Musik seiner langjährigen Weggefährten und Zeitgenossen zu hören. Dabei sei ihm aufgefallen, wie gut das eigene Songmaterial im Vergleich standhielt – obwohl er selbst nicht als Konzertbesucher, sondern als aktiver Musiker auf der Bühne stand. Zu diesem Zeitpunkt blickte Megadeth bereits auf rund 30 Jahre Bandgeschichte zurück, und für Ellefson bestätigte sich, dass die Musik der Band tatsächlich zeitlos war.
„Countdown To Extinction“ im Radio – noch immer zeitgemäß
Besonders „Countdown To Extinction“ hat für Ellefson bis heute eine besondere Wirkung. In den USA, wo er regelmäßig Satellitenradio wie SiriusXM hört, das landesweit ausgestrahlt wird, falle ihm immer wieder auf, wie gut die Songs des Albums im direkten Vergleich mit neuerer Musik und anderem klassischen Rock funktionieren. Die Produktion wirke keineswegs veraltet, und auch die Performances der Band hätten seiner Einschätzung nach nichts von ihrer Wirkung verloren. Für Ellefson ist das ein Beleg dafür, dass Megadeth mit „Countdown To Extinction“ musikalisch, produktionstechnisch und inhaltlich einen Maßstab gesetzt hat, der bis heute Bestand hat.
Setlist-Pläne für die „Bass Warrior“-Tour
Für die kommende Tour macht Ellefson deutlich, dass ein Album-Konzept auch bedeutet, das komplette Album zu spielen. Der Song „Peace Sells“ hat für ihn dabei einen besonderen Stellenwert – vergleichbar mit „Sweet Child O’ Mine“ für Slash oder „Stairway To Heaven“ für Jimmy Page. Ellefson bezeichnet sich selbst als glücklich, mit diesem einen Riff, dieser einen Melodie über Jahrzehnte hinweg so viele Menschen erreicht zu haben.
Der Fokus der Tour liegt jedoch klar auf „Countdown To Extinction“. Ergänzt wird das Programm um zwei weitere Songs aus derselben Ära: „Angry Again“, der 1993 für den Sony-Pictures-Film „Last Action Hero“ mit Arnold Schwarzenegger aufgenommen wurde, sowie „99 Ways To Die“. Beide Stücke entstanden während des „Countdown“-Albumzyklus, wurden von Megadeth damals aber kaum live gespielt. Ellefson betont, dass er es liebt, solche seltenen Songperlen wieder auszugraben, da die Fans genau das zu schätzen wissen. Dieses Konzept verfolgte er bereits mit seinem Projekt Kings Of Thrash, das er gemeinsam mit dem ehemaligen Megadeth-Gitarristen Jeff Young ins Leben rief und bei dem tief im Katalog vergrabene Tracks im Mittelpunkt standen.
Hintergrund: Ellefsons wechselvolle Geschichte mit Megadeth
David Ellefson gehörte Megadeth seit der Gründung der Band im Jahr 1983 an. Im Jahr 2002 kam es zur vorübergehenden Auflösung der Band, nachdem Bandkopf Dave Mustaine eine schwere Nervenschädigung erlitten hatte, die ihm das Gitarrespielen zeitweise unmöglich machte. Mustaine gründete Megadeth vor 22 Jahren neu – ursprünglich geplant als Soloprojekt, engagierte er Studiomusiker, aus denen letztlich das 2004 erschienene Comeback-Album „The System Has Failed“ hervorging. Für die anschließende Tour wurde mit James MacDonough, ehemals bei Iced Earth, ein neuer Bassist verpflichtet, der Ellefsons Platz einnahm.
Ellefson reichte daraufhin 2004 eine Klage über 18,5 Millionen Dollar gegen Mustaine ein, in der er ausstehende Merchandising- und Verlagstantiemen geltend machte. Der Fall wurde im Januar 2005 gerichtlich abgewiesen. Fünf Jahre später kehrte Ellefson zu Megadeth zurück. Vor mittlerweile mehr als fünf Jahren wurde er jedoch erneut aus der Band entlassen, nachdem sexuell konnotierte Nachrichten und explizites Videomaterial mit ihm auf Twitter veröffentlicht worden waren.
Seit 2024 ist Ellefson mit seiner „Bass Warrior“-Tour unterwegs, musikalisch geleitet von Andy Martongelli, bekannt aus Ellefson-Soto und Artemis. Ziel der Tour ist es, europäischen Fans Songs aus seiner mehr als 40 Jahre umfassenden Karriere als weltweit anerkannter Musiker zu präsentieren.
Mit der Ankündigung, „Countdown To Extinction“ im Dezember 2026 komplett live zu spielen, würdigt Ellefson eines der einflussreichsten Alben der Thrash-Metal-Geschichte und öffnet gleichzeitig einen persönlichen Rückblick auf eine Band, die sein musikalisches Leben über Jahrzehnte geprägt – und ihn zugleich vor erhebliche persönliche und juristische Herausforderungen gestellt hat. Für Fans bietet die Tour die seltene Gelegenheit, neben den großen Hits auch rare Songs aus dieser prägenden Schaffensphase live zu erleben.
Quelle: Blabbermouth· Originalartikel ↗
Zuletzt aktualisiert: 29.9.2026, 14:15:26

