PUNK
Fake Names veröffentlichen neue Single und kündigen Album „Punk Ruins“ an

Die amerikanische Punk-Supergroup Fake Names hat mit „If You Could See Me Today“ die zweite Single aus ihrem kommenden dritten Studioalbum „Punk Ruins“ veröffentlicht. Das Album erscheint am 23. Oktober über Epitaph Records und markiert die erste neue Musik der Band seit drei Jahren. Zum neuen Song, der jangelige Popmelodien mit den D.C.-Post-Hardcore-Wurzeln der Band verschmilzt, ist ab sofort ein Lyric-Video verfügbar.
„If You Could See Me Today“ zeigt eine ungewohnt eingängige Seite von Fake Names: Knisternde Gitarren treffen auf schmutzige Basslines und einen mühelos mitreißenden Gesang, während die Band Rückschau auf Überbleibsel einer fernen Vergangenheit hält. Der Song fügt sich damit in das Gesamtbild von „Punk Ruins“ ein, das laut Band die politische Manipulation und soziale Neurose des modernen Lebens seziert, ohne dabei die erlösende Kraft des Punkrock aus den Augen zu verlieren.
Eine Punk-Supergroup mit beeindruckender Besetzung
Hinter Fake Names steht ein Line-up, das die Geschichte des amerikanischen Hardcore- und Punkrock in Personalunion vereint. Gitarrist Brian Baker ist bekannt aus Minor Threat, Dag Nasty und Bad Religion, während sein Gitarrenkollege Michael Hampton seine Wurzeln bei S.O.A., Embrace und The Faith hat. Am Mikrofon steht Dennis Lyxzén, der als Frontmann von Refused und INVSN internationale Bekanntheit erlangte. Bassist Johnny Temple bringt seine Erfahrung aus Girls Against Boys und Soulside mit ein, und mit Mario Rubalcaba, bekannt von Rocket From The Crypt und OFF!, sitzt seit diesem Album ein neuer Schlagzeuger am Drumkit.
Diese Kombination aus D.C.-Post-Hardcore und modernem Power-Pop ist das Markenzeichen der Band. Brian Baker beschreibt Fake Names selbst als eine „Mutual Admiration Society“ – eine Gruppe von Musikern, die sich gegenseitig schätzen und deren musikalische Chemie den Sound der Band prägt. Diese Verschmelzung von 1970er-Jahre-UK-Punk mit klassischer Hardcore-Energie und dynamischem, gitarrengetriebenem Power-Pop zieht sich durch die gesamte Bandgeschichte.
Aufnahme im legendären Electrical Audio Studio
„Punk Ruins“ wurde im legendären Electrical Audio Studio in Chicago aufgenommen, gemeinsam mit Produzent Matthew Barnhardy, der bereits mit Superchunk und Bob Mould zusammengearbeitet hat. Laut Baker entstand das gesamte Album in nur fünf Tagen: Zwölf Songs wurden aufgenommen, und alle zwölf schafften es auch auf die finale Tracklist. Besonders bemerkenswert ist, dass Sänger Dennis Lyxzén seine kompletten Gesangsspuren an einem einzigen Tag einsang.
Auf die Frage, wie die Band ein derart ausgereiftes Album in so kurzer Zeit fertigstellen konnte, erklärt Baker den Vorteil der Heimarbeit: „Einer der Vorteile, wenn wir alle von zu Hause aus arbeiten, ist, dass genug Zeit bleibt, um herauszufinden, was man machen will.“ Er ergänzt: „Ich weiß bereits, wie das Gitarrensolo klingen wird, weil ich es schon zu Hause eingespielt und an Michael geschickt habe, damit er es anpasst. Es ist nicht so schwer, wie man denkt.“
Baker beschreibt den Entstehungsprozess als kollektiven Ausdruck, bei dem ein großer Teil des Spaßes darin bestehe, zu beobachten, wie sich die Ideen letztlich entwickeln. Die musikalischen Fähigkeiten der übrigen Bandmitglieder hätten seine und Hamptons ursprüngliche Ideen zu etwas viel Größerem gemacht, als sie es sich anfangs vorgestellt hatten. Als Beispiele nennt er den Song „Diamond Buzz“, der mit einem hypnotischen Groove aufwartet, sowie den Titeltrack „Punk Ruins“, der den unverkennbaren D.C.-Hardcore-Sound der Band zeigt, während Lyxzén seine Vocals kraftvoll herausschmettert und damit die ohnehin scharfen Hooks des Songs weiter zuspitzt.
Von klassischem Rock zu sauberem Sound: Die Bandgeschichte bisher
„Punk Ruins“ ist bereits das dritte Album von Fake Names. Ihr selbstbetiteltes Debüt erschien 2020 und war stark vom klassischen Rock geprägt. Es folgte 2023 das Album „Expendables“, das unter der Produktion von Adam „Atom“ Greenspan (bekannt für seine Arbeit mit Idles und Yeah Yeah Yeahs) entstand und der Band einen klanglich saubereren, satteren Sound verlieh. Mit „Punk Ruins“ und der Rückkehr zu Electrical Audio kehrt die Band nun zu einer rauer produzierten, energiegeladeneren Herangehensweise zurück.
Die Tracklist von „Punk Ruins“
Das Album umfasst zwölf Songs: „Until It’s Normal“, „Good Old Days“, „Punk Ruins“, „Cover The Distance“, „What I Tell Myself“, „Diamond Buzz“, „Language Lost“, „Beautiful Scars“, „If You Could See Me Today“, „The Little Wonders“, „Scream“ und „Paradise“.
Tournee 2027 durch Europa und die USA
Parallel zur Albumveröffentlichung hat die Band eine ausgedehnte Tournee für das Frühjahr 2027 angekündigt, die sowohl Europa als auch die USA umfasst. Der europäische Teil startet am 28. Januar 2027 in Paris im Glazart. Von dort aus führt die Route weiter nach Köln (29. Januar, Club Volta) und München (30. Januar, Backstage), bevor die Band am 1. Februar im Legend Club in Mailand auftritt. Weitere Stationen sind Ljubljana (2. Februar, Kino Šiška), Wien (3. Februar, Arena Wien), Hamburg (5. Februar, Knust), Berlin (6. Februar, Lido) und London (7. Februar, Underworld), wo der europäische Teil der Tour endet.
Der US-amerikanische Abschnitt der Tournee beginnt am 18. Februar in Brooklyn im Zone One at Elsewhere. Bereits am folgenden Tag, dem 19. Februar, spielt die Band im Black Cat in Washington, D.C. – jener Stadt, die für den D.C.-Hardcore-Sound der Bandmitglieder von zentraler Bedeutung ist. Weiter geht es nach Philadelphia (20. Februar, Johnny Brendas), Los Angeles (23. Februar, The Echo), Minneapolis (26. Februar, 7th St Entry), Chicago (27. Februar, Cobra Lounge) und schließlich Detroit (28. Februar, El Club).
Bedeutung für die Punk- und Hardcore-Szene
Mit „Punk Ruins“ liefern Fake Names ein weiteres Kapitel in einer Bandgeschichte, die tief in der Geschichte des amerikanischen Hardcore und Post-Hardcore verwurzelt ist. Die Zusammensetzung aus erfahrenen Musikern verschiedenster einflussreicher Bands macht das Projekt zu einer Art lebendigem Archiv der Szene, das gleichzeitig neue musikalische Wege beschreitet. Die kompromisslose Produktionsweise – zwölf Songs in fünf Tagen, Gesang in einem Tag eingesungen – unterstreicht die Spontaneität und Energie, die dem Genre seit jeher innewohnt. Für Fans von D.C.-Hardcore, Power-Pop und klassischem Punkrock dürfte „Punk Ruins“ damit sowohl eine Rückbesinnung auf die Wurzeln als auch eine Weiterentwicklung des unverwechselbaren Fake-Names-Sounds darstellen.
Quelle: Blabbermouth· Originalartikel ↗
Zuletzt aktualisiert: 30.9.2026, 14:15:57
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