METAL

Geezer Butler unterstützt Kick-off des Metal Business Club in Deutschland

30. September 2026·Von Radio SchwarzeSeele Redaktion
Metal Business Club: Geschäfte mit Black Sabbath
Bild: Sebastian Kessler

Beim Summer Breeze Open Air tauchte der erste prominente Name des Festivals in diesem Jahr schon am Dienstag auf – allerdings nicht auf der Bühne, sondern hinter den Kulissen. Geezer Butler, Bassist und Mitbegründer von Black Sabbath, war zu Gast bei der Kick-off-Veranstaltung des Metal Business Club (MetalBC) in Deutschland. Nicht als Musiker, sondern als Talk-Gast, und nicht um über Songs oder Touren zu sprechen, sondern über Geschäftliches. Damit sorgte der gelernte Buchhalter, der Black Sabbath eine Zeit lang selbst gemanagt hat, für echte Promi-Power im Backstage-Bereich des Festivals.

Wie erfolgreich oder weniger erfolgreich sein Management von Black Sabbath tatsächlich war, verriet Geezer Butler im Interview mit METAL HAMMER-Redakteurin Katrin Riedl. Details dazu sind im großen Special über den Metal Business Club in der METAL HAMMER-Oktoberausgabe 2026 nachzulesen, die am Kiosk erhältlich ist oder bequem nach Hause bestellt werden kann.

Ein prominenter Coup für den Deutschland-Start

Dass ausgerechnet Geezer Butler den Auftakt des Metal Business Club in Deutschland begleitete, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis gezielter Netzwerkarbeit. Mitbegründer David Brinks zeigt sich entsprechend stolz: „Die Idee war, dass wir für unseren Deutschland-Kick-off einen richtig großen Namen brauchen. Höher als Geezer Butler, einer der Gründer des Heavy Metal, ging nicht! Und es brauchte nur zwei Handshakes von uns, dann hatten wir den Kontakt.“ Diese Aussage macht deutlich, wie schnell und unkompliziert ein belastbares Netzwerk innerhalb der Metal-Szene tatsächlich funktionieren kann – und genau das soll der Metal Business Club auch anderen ermöglichen.

Was der Metal Business Club ist

Der Metal Business Club stammt ursprünglich, wie auch David Brinks selbst, aus den Niederlanden. Seit Anfang des Jahres ist die Organisation nun auch in Deutschland aktiv. Ihr erklärtes Ziel: Metal-Fans zusammenzubringen, damit sie im beruflichen Kontext voneinander profitieren können. Der Dresscode dabei ist bewusst ungewöhnlich für klassische Business-Netzwerke – statt Hemd und Anzug dominieren Bandshirt und Kutte. Die Frage, die sich viele stellen dürften, liegt auf der Hand: Passen Metal und Business überhaupt zusammen? Dem gängigen Klischee nach stemmen sich Metalheads schließlich gegen alles, was nach Kommerz und Geschäft riecht.

Klischee gegen Realität

David Brinks kennt diese Vorbehalte aus eigener Erfahrung nur zu gut. „Wir Metal-Fans sind natürlich dagegen und hassen alles, was normal ist, und kommerziell ist normal. Logisch“, erklärt er. Auch in den Niederlanden habe man ähnliche Reaktionen erlebt, als der Metal Business Club auf dem Roadburn Festival ein Netzwerktreffen organisierte: „Kein Business in meinem Metal“, hieß es dort. Doch Brinks widerspricht dieser Sichtweise entschieden: „Jedes Bandshirt stammt von einem Hersteller; das ist ein Betrieb, und alles ist Business in unserer kapitalistischen Welt. Jetzt können wir zeigen, dass Geschäftsleute auch Metal-Fans sind.“

Tatsächlich, so die Beobachtung, werden Metal-Fans und -Musiker als kluge Geschäftsleute häufig unterschätzt. Geezer Butler, der einst selbst das Management von Black Sabbath übernahm, ist dafür nur ein Beispiel unter vielen. Ein weiteres liefert die deutsche Szene direkt aus den eigenen Reihen.

Saltatio Mortis als Brückenbauer nach Deutschland

Frank Heim, Bassist von Saltatio Mortis, war mit einer ganz ähnlichen Idee im Kopf quasi zufällig auf den Metal Business Club gestoßen. Er entschied sich daraufhin, aktiv daran mitzuwirken, die Organisation nach Deutschland zu holen. „Von allen Gründern bin ich der Einzige, der auch mit seiner musikalischen Tätigkeit bekannt ist, was der Glaubwürdigkeit im Rock und Metal zuträglich ist“, sagt Heim über seine Rolle innerhalb des Projekts.

Der Bassist beschreibt sich selbst als jemanden mit zwei Gesichtern: „Ich spiele nicht nur ein bisschen Bass, sondern bin einer der Geschäftsführer meiner eigenen Band und habe außerdem eine Kommunikationsagentur, ein KI-Produkt in Gründung und bin Teilhaber des Metal Business Club.“ Viele Musiker würden ihre unternehmerischen Tätigkeiten nicht an die große Glocke hängen, so Heim weiter, dabei gebe es in jeder Band geschäftliche Entscheidungen zu treffen. „Viele Leute haben gar nicht den Durchblick, wer in einer Band abseits der Bühne was macht oder dass es überhaupt eine zweite Ebene gibt.“

Ausblick auf weitere Details

Wie stark die Führungsetagen mittelständischer und international agierender Unternehmen tatsächlich von Headbangern durchsetzt sind und welche Zielgruppen der Metal Business Club konkret ansprechen möchte, soll ausführlich in der METAL HAMMER-Oktoberausgabe 2026 beleuchtet werden. Die Ausgabe ist am Kiosk erhältlich, kann portofrei nach Hause bestellt werden oder ist Bestandteil eines Abonnements. Wer sich zusätzlich vertiefend informieren möchte, findet in Folge 152 des METAL HAMMER Podcasts ein Gespräch mit dem Metal Business Club.

Die Episode rund um Geezer Butlers Auftritt beim Metal Business Club zeigt exemplarisch, wie sehr sich das Bild der Metal-Szene wandelt, wenn man hinter die Bühne blickt. Was auf den ersten Blick wie ein Widerspruch wirkt – Kutte und Bandshirt neben Netzwerktreffen und Geschäftsstrategien –, entpuppt sich als logische Konsequenz einer Szene, in der Musiker längst nicht nur Künstler, sondern auch Unternehmer, Geschäftsführer und Gründer sind. Mit prominenten Unterstützern wie Geezer Butler und Frank Heim gewinnt der Metal Business Club dabei genau jene Glaubwürdigkeit, die nötig ist, um Business und Metal nicht länger als Gegensätze, sondern als zwei Seiten derselben Medaille zu begreifen.

Quelle: Metal Hammer DE· Originalartikel ↗

Zuletzt aktualisiert: 30.9.2026, 14:00:58

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