METAL

Gwar trauert um Gründungsmitglied Chuck Varga alias The Sexecutioner

28. September 2026·Von Radio SchwarzeSeele Redaktion
Gwar trauert um Gründungsmitglied Chuck Varga alias The Sexecutioner

Die US-amerikanische Horror-Metal-Institution Gwar trauert um ein ehemaliges zentrales Bandmitglied. Gitarrist und Bassist Chuck Varga, der von 1985 bis 2022 unter dem Bühnennamen The Sexecutioner für die Band aktiv war, ist im Alter von 68 Jahren gestorben. Der Musiker hatte an Krebs gelitten. Die traurige Nachricht wurde Ende vergangener Woche zunächst von Bassist Casey Orr, besser bekannt als Beefcake The Mighty, öffentlich gemacht. Kurz darauf meldete sich auch die Band selbst mit einem ausführlichen Statement zu Wort.

Chuck Varga gehörte zu den Gründungsmitgliedern von Gwar und war von Beginn an maßgeblich daran beteiligt, das schräge, schockierende und zugleich einzigartige Konzept der Band zu formen. Als Sexecutioner verlieh er den Bühnenshows über Jahrzehnte hinweg eine unverwechselbare Präsenz und trug entscheidend zu jener überlebensgroßen Mythologie bei, die Gwar bis heute prägt. Neben seiner Rolle als Performer war Varga auch als Visual Artist tätig und gestaltete Illustrationen sowie Kostümentwürfe, die den optischen Stil der Band nachhaltig beeinflussten.

Die Ankündigung durch Casey Orr

Die erste öffentliche Reaktion auf Vargas Tod kam von seinem langjährigen Bandkollegen Casey Orr alias Beefcake The Mighty. In seinem persönlichen Statement schrieb Orr: „Chuck Varga hat diese irdischen Gefilde verlassen. Er starb friedlich, während seine geliebte Frau Bambi seine Hand hielt. Er war einzigartig. Als Künstler, als Performer, als Gelehrter und als Gentleman. Ich bin ein besserer Mensch, weil ich ihn kannte. Und die Welt ist ärmer durch seinen Abschied.“

Orr griff in seinen Worten auch auf die düster-humorvolle Mythologie der Band zurück, die für Gwar seit jeher charakteristisch ist. So mutmaßte er, dass Varga nun in Walhalla von den bereits verstorbenen Ex-Gwar-Gitarristen Dave Brockie, besser bekannt als Oderus Urungus, sowie Cory Smoot alias Flattus Maximus empfangen werde. Brockie war 2014 verstorben, Smoot bereits 2011. Orr schloss sein Statement mit den Worten: „Erhebt euer Glas und erzählt von ihm. Legenden sterben nie. Heil Varga! Heil Sexecutioner!“

Das offizielle Statement der Band

Wenig später veröffentlichte auch Gwar als Kollektiv eine ausführliche Stellungnahme zum Tod ihres langjährigen Mitglieds. Darin heißt es: „Manche Verluste treffen uns härter als andere. Die Welt hat vor wenigen Tagen Chuck Varga verloren – und Gwar einen aus unseren Reihen. Chuck war der Sexecutioner und gehörte zu den Gründungsmitgliedern. Er war von Anfang an dabei, als dieses seltsame, widerliche und zugleich wunderbare Phänomen entstand, und half dabei, die Welt zu erschaffen, die später zu Gwar werden sollte.“

Die Band würdigte Vargas künstlerische Vielseitigkeit ausdrücklich. Als Sexecutioner habe er der Bühne eine unvergessliche Präsenz verliehen und maßgeblich zu jener überlebensgroßen Mythologie, dem Chaos und der bewussten Verkommenheit beigetragen, die Gwar seither prägen. Als einer der Visual Artists der Band habe er zudem mit seinen Illustrationen und Kostümentwürfen den unverwechselbaren visuellen Stil des Kollektivs entscheidend mitgeformt. Laut dem Statement war Varga bereits vor der eigentlichen Gründung involviert, als die Band noch darum rang, welche Form sie überhaupt annehmen sollte.

Künstlerisches Wirken über Gwar hinaus

Wie die Band weiter mitteilte, beschränkte sich Vargas künstlerisches Schaffen nicht allein auf Gwar. Später stellte er sein Talent für Szenenbild und Gestaltung auch in anderen Bereichen unter Beweis – etwa bei Film, Theater und weiteren visuellen Medien. Damit war Varga über die Musikwelt hinaus als Künstler aktiv und konnte seine kreative Handschrift in verschiedenen künstlerischen Disziplinen einbringen.

In der Bandmitteilung wird betont, dass der Sexecutioner nun heimgekehrt sei, um wieder mit seinen „Scumdog-Brüdern“ Oderus Urungus und Flattus Maximus vereint zu sein – eine Anspielung auf die fiktive Mythologie der Band, in der die Mitglieder als außerirdische Scumdogs auftreten. Gwar machte deutlich, dass Chuck Varga für all jene, die ihn kannten, weit mehr war als nur eine Figur im Monsterkostüm: Er sei Künstler, Sänger, ein echter Performer und vor allem ein Bruder für alle in der Band gewesen. Die Band beschrieb ihn als einen der Menschen, die Gwar in seiner heutigen Form überhaupt erst möglich gemacht hätten.

Anteilnahme für die Familie

Zum Abschluss ihres Statements richtete die Band ihre Gedanken an Vargas Angehörige. Besonders erwähnt wurde dabei seine Ehefrau Bambi, die ihm laut dem Bericht von Casey Orr in seinen letzten Momenten die Hand hielt. Gwar sprach zudem seiner gesamten Familie, seinen Freunden und allen, die das Privileg hatten, ihn zu kennen, ihr Beileid aus. Die Band beendete ihre Würdigung mit den Worten: „Heil dem Sexecutioner! Heil Chuck Varga!“

Der Tod von Chuck Varga reiht sich in eine Serie von Verlusten ein, die Gwar in den vergangenen Jahren hinnehmen musste. Mit Dave Brockie und Cory Smoot verlor die Band bereits zwei weitere prägende Mitglieder, die nun laut den Worten von Casey Orr gemeinsam mit Varga in der von der Band erschaffenen Mythologie vereint sein sollen. Chuck Varga bleibt als Gründungsmitglied, Performer und visueller Gestalter untrennbar mit der Entstehung und Entwicklung von Gwar verbunden – einer Band, die mit ihrer schockierenden Bühnenshow und ihrer eigenwilligen Kunstform über Jahrzehnte hinweg eine feste Größe im Horror-Metal-Genre geworden ist. Sein künstlerisches Erbe, das weit über die reine Musik hinausreicht, wird innerhalb der Band und bei den Fans in Erinnerung bleiben.

Quelle: Metal Hammer DE· Originalartikel ↗

Zuletzt aktualisiert: 30.9.2026, 10:42:13

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