METAL
James Hetfield gab Jamey Jasta den entscheidenden Tipp zur Nüchternheit

Jamey Jasta, Frontmann der Metalcore-Band Hatebreed, hat in einem aktuellen Interview mit dem Magazin Metal Hammer erneut über den entscheidenden Ratschlag gesprochen, den ihm Metallica-Sänger James Hetfield vor knapp zwei Jahrzehnten mit auf den Weg gegeben hat. Die beiden Musiker trafen sich 2008 backstage bei einem Event des Musiksenders MTV, wo Jasta sich Hetfield gegenüber öffnete und von seinen eigenen Bemühungen erzählte, nüchtern zu werden.
Wie Jasta nun berichtet, hatte er gegenüber Metallica ohnehin bereits eine tiefe Dankbarkeit empfunden, noch bevor es zu diesem persönlichen Gespräch kam. Der Grund: Die Band hatte während ihrer Zeit als Gastgeber der MTV-Sendung „Headbanger's Ball" das Musikvideo zu Hatebreeds Song „Perseverance" gespielt und damit der Band zu zusätzlicher Aufmerksamkeit verholfen. Als Jasta selbst später zum Moderator von „Headbanger's Ball" wurde, ergab sich die Gelegenheit, Hetfield persönlich zu treffen – und genau in diesem Moment offenbarte er ihm, dass er gerade versuchte, mit dem Trinken aufzuhören.
Der Rat von James Hetfield
Nach Jastas Erinnerung reagierte Hetfield mit einem einfachen, aber eindringlichen Ratschlag: „Du musst nur die erste Show durchstehen. Du musst nur wissen, dass du eine Show nüchtern schaffen kannst. Wenn du das einmal getan hast, wenn du ein paar davon hinter dir hast, wird es mit der Zeit besser, weil es sich wie eine solche Unmöglichkeit anfühlt." Jasta betonte im Gespräch mit Metal Hammer, dass dieser Satz für ihn weit über die Musikbranche hinaus Gültigkeit besitze: „Das ist einfach ein großartiger Lebensratschlag für alles: Was auch immer du für unmöglich hältst – auf der anderen Seite, wenn du es getan hast, wartet das beste Gefühl, weil du dir vorher gesagt hattest: ‚Oh, das schaffe ich niemals.'"
Hetfields eigener Weg durch die Sucht
James Hetfield hat seine eigenen Kämpfe mit Alkohol- und Substanzmissbrauch nie verheimlicht. Der Metallica-Frontmann begab sich zweimal öffentlich in eine Reha-Behandlung: einmal in den frühen 2000er-Jahren und ein zweites Mal im September 2019. Gerade dieser zweite Rehab-Aufenthalt war es, der Jasta dazu bewegte, erstmals ausführlich über den Einfluss zu sprechen, den Hetfield auf seine eigene Nüchternheit gehabt hatte.
In einem Social-Media-Post aus jener Zeit schrieb Jasta: „Ich bin seit über 20 Jahren intensiv auf Tour und hätte das Trinken nicht aufgegeben, wenn es nicht James und das Beispiel gewesen wäre, das er gesetzt hat." Weiter führte er aus: „James bei MTV zu treffen und mit ihm über mein Alkoholproblem zu sprechen, war sehr aufschlussreich, denn das ist ein Typ, der in einer der größten Bands der Welt spielt, mit so viel Druck auf ihm und so viel Last, die er zu tragen hat – und er hat mich wirklich zum Nachdenken gebracht, dass wenn er aufhören kann, ich es auch kann." Jasta ergänzte damals, dass er sich seither, also über ein Jahrzehnt lang, von diesem „Fluss" ferngehalten habe – eine Anspielung auf seinen früheren Alkoholkonsum.
Offenheit als Vorbildfunktion
Sowohl Hetfield als auch Jasta werden dafür gewürdigt, dass sie nicht nur ihre eigenen Suchtprobleme angegangen sind, sondern auch offen darüber sprechen und damit anderen Menschen Mut machen, sich ihren eigenen Herausforderungen zu stellen. Gerade in der Metal- und Hardcore-Szene, in der exzessiver Alkoholkonsum auf Tour lange Zeit als normal galt, setzen solche öffentlichen Bekenntnisse ein wichtiges Zeichen. Musiker wie Hetfield und Jasta zeigen, dass Nüchternheit und eine erfolgreiche Karriere im Musikbusiness keineswegs im Widerspruch zueinander stehen müssen.
Die Geschichte reiht sich ein in zahlreiche ähnliche Berichte von Rockmusikern, die über ihre Wege aus der Abhängigkeit gesprochen haben. Solche Geschichten leisten einen wichtigen Beitrag zur Enttabuisierung von Suchterkrankungen in der Musikbranche und ermutigen Fans wie auch andere Musiker, sich Hilfe zu suchen, wenn sie mit ähnlichen Problemen kämpfen.
Für Menschen, die selbst mit einer Drogen- oder Alkoholabhängigkeit zu kämpfen haben oder jemanden kennen, der betroffen ist, gibt es Unterstützung über die Website der Substance Abuse and Mental Health Services Administration. Telefonisch ist Hilfe unter der Nummer 1-800-622-HELP (1-800-622-4357) erreichbar, alternativ kann eine Textnachricht an 1-800-487-4889 gesendet werden.
Die Anekdote um Hetfields Ratschlag an Jasta verdeutlicht einmal mehr, welchen Stellenwert gegenseitige Unterstützung und Vorbilder innerhalb der Rock- und Metal-Community einnehmen können. Wenn Musiker wie Hetfield, der selbst mit den Anforderungen einer der größten Bands der Welt konfrontiert ist, offen über ihre eigene Verletzlichkeit sprechen, kann das für andere Betroffene wie Jasta zum entscheidenden Wendepunkt werden. Solche Geschichten zeigen, dass der Weg zur Nüchternheit zwar individuell verläuft, aber von der Erfahrung anderer erheblich profitieren kann – ein Umstand, der weit über die Grenzen der Musikszene hinaus Bedeutung hat.
Quelle: Loudwire· Originalartikel ↗
Zuletzt aktualisiert: 30.9.2026, 14:15:59

