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Jim Root verrät Details zum musikalischen Kurs des neuen Slipknot-Albums

29. September 2026·Von Radio SchwarzeSeele Redaktion
Jim Root verrät Details zum musikalischen Kurs des neuen Slipknot-Albums

Slipknot-Gitarrist Jim Root hat in einem Instagram-Austausch mit Fans neue Details zum kommenden Nachfolger des 2022 erschienenen Albums "The End, So Far" verraten. In den Kommentaren zu einem am 28. September veröffentlichten Video aus dem Studio äußerte sich der Musiker ungewohnt ausführlich zum Sound, zur Produktionsweise und zur kreativen Haltung der Band bei den aktuellen Aufnahmen.

Root postete das Video, das mehrere Verstärker in einem Studio zeigt, mit der Bildunterschrift, dass dies der Ort sei, an dem er den Rest des Jahres verbringen werde – gemeinsam mit diesen Amps und einigen Gitarren, die er später vorstellen wolle. Zugleich kündigte er an, dass dies auch die Grundlage für ein neues Rack- und Rig-System lege, mit dem sich Techniker Brad Clifford in Zukunft auseinandersetzen müsse. Mit dem Hinweis "We're about to get real busy" und dem Hashtag #slipknot machte Root deutlich, dass für die Band arbeitsintensive Monate anstehen.

Der zeitliche Kontext dieser Aussage ist kein Zufall: Erst am selben Morgen war die für 2027 geplante Stadion-Tour von Slipknot offiziell angekündigt worden. Für diese Tour wurden gleich elf verschiedene Support-Acts bestätigt, darunter Bring Me the Horizon, Marilyn Manson, Lamb of God und weitere Bands. Das Video war zum Zeitpunkt der Berichterstattung der einzige Beitrag auf Roots Profil, was der Aussage zusätzliches Gewicht verlieh.

Kein Wille zur Wiederholung früherer Alben

Besonders aufschlussreich wurde der Austausch, als ein Fan Root aufforderte, wieder "böse, gruselige, dreckige Groove-Musik" mit schweren Riffs zu schreiben, den Fokus auf Groove statt Geschwindigkeit zu legen und quasi eine eigene Version von Metallicas "Black Album" zu erschaffen. Root reagierte darauf mit einer längeren, sehr persönlichen Antwort. Er betonte, dass es der Band derzeit besonders wichtig sei, sich nicht selbst zu wiederholen – auch wenn das bei manchen Fans für Enttäuschung sorgen könnte. Wörtlich schrieb er, man solle nicht erwarten, dass ein weiteres Album im Stil von "Iowa" oder dem selbstbetitelten Debüt entstehe, denn diese Phase habe die Band bereits durchlebt.

Gleichzeitig beschrieb Root die aktuelle Atmosphäre im Studio als ehrlich und unmittelbar. Sie erinnere ihn an die frühen Aufnahmetage der Band – ungeschliffen und mit einer gewissen Unruhe, die er als authentisch empfindet. Er stellte jedoch klar, dass dieses Gefühl nicht automatisch bedeute, dass sich auch der musikalische Stil oder die Produktion in Richtung der frühen Platten bewege. Die frühen Alben hätten zwar diese besondere Energie gehabt, seien für sein Gefühl aber klanglich oft "LoFi" gewesen. Einige der späteren Slipknot-Platten hingegen habe er als überproduziert empfunden – mit zu vielen Gitarrenspuren und Klangebenen, die aus seiner Sicht schlicht nicht notwendig seien.

Reduzierte Produktion und analoge Aufnahmetechnik

Root machte deutlich, dass für das neue Album ein bewusst reduzierter Ansatz verfolgt wird. Er beschrieb das Setup als schlank: er selbst und Mick Thomson jeweils links und rechts, dazu eine dritte Spur und gegebenenfalls Soloparts – mehr solle es nicht sein. Auch bei der Verstärkerwahl ging die Band nach eigenen Angaben ungewöhnlich vor. Von insgesamt 16 getesteten Amps entschieden sich Root und Produzent/Toningenieur Matt nicht für den am saubersten oder "besten" klingenden Verstärker, sondern für jenen, der am aggressivsten, lebendigsten und "angepisstesten" klang.

Ein weiteres zentrales Detail: Die Band hat laut Root wieder komplett live im Studio zusammen mit Produzent Joey Z. alias Eloy aufgenommen – eine Arbeitsweise, die aus verschiedenen Gründen lange nicht mehr praktiziert wurde. Alles sei analog und tatsächlich gespielt worden, so Root, und alle notwendigen Elemente seien in den Aufnahmen enthalten, ohne künstliche Ergänzungen.

Unabhängigkeit von Label und Management

Ein weiterer Fan äußerte in den Kommentaren die Hoffnung, dass sich der Sound des neuen Albums positiv entwickeln werde, nun da Slipknot als unabhängige Band agiere. Der Nutzer bezog sich dabei kritisch auf "The End, So Far" und äußerte, dass dieses Album nicht dem entsprochen habe, was die Band eigentlich habe machen wollen. Zudem zeigte sich der Fan enttäuscht darüber, dass Marilyn Manson und Kublai Khan TX im kommenden Jahr als Vorgruppen auftreten werden.

Root nutzte die Gelegenheit, um klarzustellen, dass Slipknot sich musikalisch nie von einem Label, Management oder A&R-Verantwortlichen habe vorschreiben lassen. Er erinnerte sich an eine Begegnung mit dem Chef von Warner während eines Besuchs in den New Yorker Büros, bei der ihm vorgeschlagen worden sei, externe Songwriter für die Band hinzuzuziehen. Root habe dies unmissverständlich abgelehnt – "Das ist nicht das, was wir tun" – und damit sei das Thema erledigt gewesen.

Zu "The End, So Far" räumte er ein, dass der Entstehungsprozess disjunkt und chaotisch gewesen sei. Zwar sei durchaus gutes Material entstanden, doch insgesamt hätten die Corona-Pandemie und der Zustand der Welt zu jener Zeit den Schaffensprozess erheblich erschwert – neben weiteren, nicht näher genannten Umständen.

Keine Mitsprache bei Tourplanung

Zur Kritik an der Auswahl der Vorgruppen erklärte Root, dass er selbst nicht in die logistischen Entscheidungen rund ums Touren involviert sei. Er konzentriere sich auf das Songwriting und seine Rolle als Gitarrist und gab offen zu, sich nicht regelmäßig mit neuen Bands oder aktuellen musikalischen Trends zu beschäftigen. Stattdessen höre er nach eigenen Angaben nach wie vor überwiegend jene Musik, mit der er als Kind durch seine Eltern aufgewachsen sei. Bewusst vermeide er es, sich mit aktuellen Trends auseinanderzusetzen, um sich nicht unbeabsichtigt davon beeinflussen zu lassen.

Mit Blick auf die Fangemeinde formulierte Root abschließend eine sehr persönliche Botschaft: Wer Teil der "Familie" sei, werde die Band auf ihrer nun über 26 Jahre andauernden Reise weiter begleiten – selbst wenn diese Reise schon begonnen habe, bevor er selbst Teil der Band wurde. Wer das nicht wolle, dem wünschte er kurz und pragmatisch alles Gute, bevor er das Gespräch mit dem Hinweis beendete, dass er ins Studio müsse.

Einordnung

Roots ungewöhnlich offene Kommentare geben einen seltenen direkten Einblick in den kreativen Prozess von Slipknot kurz vor der Veröffentlichung eines neuen Albums. Die Aussagen verdeutlichen, dass sich die Band bewusst von ihren früheren Werken abgrenzen will, ohne jedoch die rohe, unmittelbare Energie der Anfangsjahre komplett zu verlassen. Mit dem Verzicht auf übermäßige Produktion, der Rückkehr zu Live-Aufnahmen im Studio und der klaren Haltung gegenüber äußeren Einflüssen positioniert sich Slipknot erneut als Band, die künstlerische Entscheidungen konsequent selbst trifft – ein Aspekt, der angesichts der bevorstehenden Stadion-Tour 2027 und der wachsenden Erwartungen der Fans an Bedeutung gewinnt.

Quelle: Loudwire· Originalartikel ↗

Zuletzt aktualisiert: 30.9.2026, 14:15:58

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