METAL
Judas Priest: Bassist Ian Hill beendet nach 55 Jahren seine Karriere

Ian Hill, langjähriger Bassist von Judas Priest und eines der letzten verbliebenen Gründungsmitglieder der Band, hat seinen Rückzug aus dem aktiven Musikgeschäft bekanntgegeben. Die Entscheidung wurde sowohl von Hill selbst als auch von der Band gemeinsam kommuniziert und markiert das Ende einer über 55 Jahre währenden Karriere an der Seite einer der einflussreichsten Metal-Bands der Musikgeschichte. Als Grund für seinen Rückzug nannte Hill gesundheitliche Probleme, die er selbst als „böse Arthritis“ bezeichnete und die ihm das Musizieren zunehmend erschwert hätten.
Schon im vergangenen Monat musste Ian Hill aus gesundheitlichen Gründen pausieren und verpasste damit zum ersten Mal in seiner gesamten Karriere ein Konzert von Judas Priest – ein Ereignis, das es seit der Gründung der Band im Jahr 1970 nie zuvor gegeben hatte. Neben den Problemen mit der Arthritis kämpft der Musiker zudem mit Beschwerden an Knien und Schultern, die eine weitere aktive Tourtätigkeit nach eigener Aussage unmöglich gemacht hätten. Hill entschied sich daher, seine verbleibende Zeit vermehrt im Kreis seiner Familie zu verbringen, nachdem er mehr als ein halbes Jahrhundert lang maßgeblich am Klang und Erfolg einer der prägendsten Bands des Heavy Metal mitgewirkt hat.
Eine Karriere voller Meilensteine
Ian Hill zählt zu den dienstältesten Mitgliedern von Judas Priest und war seit der Bandgründung 1970 ununterbrochen Teil der Besetzung. In dieser Zeit prägte er mit seinem charakteristischen Basslinien-Spiel zahlreiche Alben, die heute als Klassiker des Genres gelten, und war maßgeblich am internationalen Durchbruch der Band beteiligt. Die Verdienste von Judas Priest und damit auch von Hill persönlich wurden unter anderem mit der Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame gewürdigt – eine Anerkennung, die die historische Bedeutung der Band für die Entwicklung des Heavy Metal unterstreicht. Mit seinem Rückzug endet für Hill eine Ära, die ihn zu einer Symbolfigur für Kontinuität und Verlässlichkeit innerhalb der Metal-Szene gemacht hat.
Flut an Tributen aus der Musikwelt
Nach der Bekanntgabe seines Rückzugs häuften sich in den sozialen Medien zahlreiche Reaktionen von Fans und Musikerkollegen, die Ian Hill für seine jahrzehntelangen Verdienste würdigten. Unter den Kommentaren, die unter seinem Ankündigungsbeitrag gesammelt wurden, fanden sich zahlreiche persönliche Botschaften. So bedankte sich ein Nutzer mit den Worten: „Thank you for all the years you've given to all of us“, während ein anderer schrieb: „Happy retirement Ian!! You've been showing us all the way to do it and we've loved & respected every minute of it. Congratulations on an amazing career! I wish you and family great health and happiness.“
Auch zahlreiche Bassisten aus der Musikszene meldeten sich zu Wort und betonten den Respekt, den sie Hill für sein Lebenswerk entgegenbringen. Eine Nachricht lautete: „Happy retirement Ian!! It's been a pleasure to watch and hear you all of these years. It's an honor to know you and all of us bassists respect everything you have given to the heavy music community! Thank you.“ Weitere Kommentare bezeichneten ihn schlicht als „LEGEND“ oder wünschten ihm und seiner Familie alles Gute für die Zukunft: „God bless ya Ian! We love you and are grateful for you:) Enjoy your retirement“ sowie „All the best for you and your family Ian.“
Besonders bemerkenswert war die Reaktion von Chris Kael, Bassist der Band Five Finger Death Punch, der sich über seinen eigenen X-Account zu Wort meldete. Kael beschrieb die Position bei Judas Priest als seinen „Traumjob außerhalb von Metallica“ und sandte Hill „all die Liebe und Metta der Welt“, wobei er ihn als einen seiner liebsten Bassisten und als „absoluten Gentleman“ bezeichnete.
Nachfolge geregelt: Davey Rimmer übernimmt den Bass
Im Zuge der Rückzugsankündigung wurde zugleich bekanntgegeben, wer künftig die Bassposition bei Judas Priest übernehmen wird: Davey Rimmer, bislang Bassist der britischen Rockband Uriah Heep, wird ab der Tour 2027 für Judas Priest an den vier Saiten stehen. Rimmer ist in der Metal- und Rock-Szene bereits bekannt, da er auch Mitglied von Elegant Weapons ist – einem Bandprojekt, an dem Judas-Priest-Gitarrist Richie Faulkner ebenfalls beteiligt ist. Diese bestehende musikalische Verbindung dürfte den Übergang für Rimmer erleichtern.
Wie es für Rimmers bisherige Band Uriah Heep weitergeht, wurde zunächst nicht in der ursprünglichen Ankündigung thematisiert. Kurz darauf veröffentlichte Uriah Heep jedoch ein eigenes Statement via Instagram, in dem die Band ihren bisherigen Bassisten auf seinem neuen Weg beglückwünschte: „Following today's announcement that Davey Rimmer will be joining Judas Priest from the start of their 2027 touring, we would all like to wish Davey our very best in this very coveted position in one of the giants of heavy metal and hard rock.“
In derselben Mitteilung erklärte Uriah Heep zudem, wie die Doppelbelastung organisatorisch gelöst werden soll: Rimmer werde im Jahr 2026 weiterhin vollständig mit Uriah Heep auftreten und auch 2027 bei allen Shows mitwirken, bei denen es die Terminpläne beider Bands zulassen. Für jene Termine, bei denen eine Teilnahme nicht möglich sei, kündigte Uriah Heep an, zu gegebener Zeit einen Ersatz bekanntzugeben.
Terminlage und Ausblick auf 2027
Für den Rest des Jahres 2026 sind laut der Ankündigung keine weiteren Touraktivitäten von Judas Priest mehr vorgesehen. Für das Jahr 2027 stehen hingegen bereits einige Termine fest, die ausschließlich in Europa stattfinden sollen. Darunter befinden sich auch mehrere Festivalauftritte, die für die Monate Juni und Juli angesetzt sind. Konkrete Daten, Städte oder Spielstätten wurden im Rahmen der Ankündigung bislang nicht im Detail genannt; Interessierte werden auf die offizielle Website von Judas Priest verwiesen, über die sämtliche Ticketinformationen und Termine abrufbar sein sollen.
Eine Ära geht zu Ende
Der Rückzug von Ian Hill markiert für viele Fans und Weggefährten das Ende einer Epoche, die untrennbar mit der Geschichte des Heavy Metal verbunden ist. Als einer der letzten verbliebenen Gründungsmusiker von Judas Priest stand Hill über fünf Jahrzehnte für Kontinuität, Verlässlichkeit und musikalische Qualität – Eigenschaften, die sich auch in der überwältigenden Welle an Tributen aus der Musikszene widerspiegeln. Mit Davey Rimmer steht bereits ein erfahrener Nachfolger bereit, der durch seine bisherige Zusammenarbeit mit Richie Faulkner in Elegant Weapons gute Voraussetzungen mitbringt, die Lücke zu füllen. Dennoch bleibt Ian Hills Abschied ein bedeutsamer Einschnitt in der Geschichte einer Band, die wie kaum eine andere die Entwicklung des Metal über Jahrzehnte hinweg mitgeprägt hat.
Quelle: Loudwire· Originalartikel ↗
Zuletzt aktualisiert: 11.10.2026, 18:14:55

