METAL
Metal trifft Waldschutz: Savage Lands und Bergwaldprojekt pflanzen „Metal Forest“

Die Metal-Szene und der Naturschutz rücken enger zusammen: Die 2022 von Megadeth-Schlagzeuger Dirk Verbeuren und dem Musiker Sylvain Demercastel gegründete Non-Profit-Organisation Savage Lands hat sich mit dem Bergwaldprojekt e.V. zusammengeschlossen, um in Deutschland den ersten „Metal Forest“ zu errichten. Ziel der Kooperation ist es, durch den Erwerb von Land geschädigte Waldökosysteme hierzulande langfristig wiederherzustellen und so einen konkreten Beitrag zum Klima- und Artenschutz zu leisten.
Savage Lands wurde ins Leben gerufen, um weltweit neue Naturschutzgebiete zu schaffen und bestehende Wälder durch gezielte Neubepflanzungen zu regenerieren. Seit der Gründung hat sich die Organisation kontinuierlich vergrößert und zahlreiche prominente Namen aus der Metal-Community für ihre Sache gewinnen können. Zu den Unterstützerinnen und Unterstützern zählen inzwischen unter anderem Arch-Enemy-Sängerin Alissa White-Gluz, Sepultura-Gitarrist Andreas Kisser sowie Mitglieder der Bands Heilung, Gojira, Lamb Of God und Napalm Death. Diese breite Beteiligung namhafter Künstlerinnen und Künstler verschafft dem Projekt eine Reichweite, die weit über klassische Umweltschutzinitiativen hinausgeht.
Der Partner: Bergwaldprojekt mit jahrzehntelanger Erfahrung
Für die Umsetzung des „Metal Forest“ in Deutschland hat sich Savage Lands mit dem Bergwaldprojekt e.V. zusammengetan, einer Organisation mit Sitz in Würzburg, die sich bereits seit 1991 für eine natürliche Waldentwicklung und den Erhalt der Biodiversität einsetzt. Das Bergwaldprojekt bringt damit jahrzehntelange Praxiserfahrung in der Planung und Durchführung von Naturschutzeinsätzen in die Zusammenarbeit ein – eine Expertise, die für den Erfolg des gemeinsamen Vorhabens als entscheidend gilt.
Stephen Wehner, Geschäftsführer des Bergwaldprojekts, erläutert den Hintergrund der Kooperation mit deutlichen Worten: „Die weltweit immer drastischer spürbaren Folgen der Klimakrise fordern alle gesellschaftlichen Akteur*innen zum Handeln auf. Savage Lands hat eine große Reichweite in der Kulturszene, die sie für konkretes Handeln zum Schutz der Ökosysteme mobilisieren kann. Wir bieten jahrzehntelange Erfahrung in der Planung und Durchführung von Naturschutzeinsätzen. Gemeinsam mit Savage Lands wollen wir zeigen, was möglich ist, wenn die Metal-Community zu einer Kraft für stabile Ökosysteme und damit für uns Menschen wird.“ Diese Aussage verdeutlicht, dass es bei dem Projekt nicht um eine kurzfristige Symbolaktion geht, sondern um den Aufbau einer dauerhaften Struktur, die über Jahre und Jahrzehnte Bestand haben soll.
Festivalpräsenz und gemeinsame Auftritte als Mobilisierungsinstrument
Um die eigene Botschaft noch sichtbarer zu machen, setzt Savage Lands gezielt auf Präsenz bei großen Metal-Festivals. So ist die Organisation jedes Jahr mit einem eigenen Stand auf dem Hellfest vertreten, einem der größten und bekanntesten Metal-Festivals Europas. Darüber hinaus sorgen gemeinsame Auftritte der beteiligten Künstlerinnen und Künstler dafür, dass das Anliegen von Savage Lands zusätzliche öffentliche Aufmerksamkeit erhält.
Sylvain Demercastel, Mitbegründer der Organisation, beschreibt die dahinterliegende Idee folgendermaßen: „Ein Festival kann für ein Wochenende eine Bühne schaffen. Gemeinsam können wir Wald für Generationen bewahren. Das Konzept ist einfach: Musik mobilisiert Menschen. Diese Energie verwandeln wir in konkrete Aktionen zum Schutz der Natur.“ Diese Worte bringen auf den Punkt, wie Savage Lands die emotionale Kraft von Live-Musik und Festivalkultur nutzen will, um aus kurzfristiger Begeisterung langfristiges ökologisches Engagement zu formen.
„Army of the Trees“ mobilisiert Zehntausende Freiwillige
Ein zentrales Element der bisherigen Arbeit von Savage Lands ist die Initiative „Army of the Trees“. Über dieses Programm konnte die Organisation bereits 50.000 Freiwillige für das neue „Metal Forest“-Projekt in Deutschland gewinnen. Diese beeindruckende Zahl zeigt, wie groß das Interesse und die Bereitschaft innerhalb der Metal-Community sind, sich praktisch für Umwelt- und Naturschutzthemen zu engagieren.
Nach Angaben der Organisation sind die ersten Setzlinge für den deutschen „Metal Forest“ bereits im Boden. Damit ist nicht nur ein symbolischer, sondern auch ein konkreter, messbarer Anfang gemacht. Die ersten Pflanzungen bilden die Grundlage für eine Zusammenarbeit, die laut Savage Lands und dem Bergwaldprojekt auf lange Sicht angelegt ist und in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden soll.
Einordnung: Metal-Community als ökologischer Akteur
Die Zusammenarbeit zwischen Savage Lands und dem Bergwaldprojekt markiert einen bemerkenswerten Schritt, bei dem sich eine Subkultur, die oft mit düsteren Ästhetiken und apokalyptischen Bildwelten assoziiert wird, aktiv und praktisch für den Erhalt natürlicher Ökosysteme einsetzt. Durch die Verbindung von musikalischer Reichweite, prominenter Unterstützung durch Künstlerinnen und Künstler wie Alissa White-Gluz, Andreas Kisser und Mitgliedern von Heilung, Gojira, Lamb Of God und Napalm Death sowie der fachlichen Expertise des Bergwaldprojekts entsteht ein Modell, das weit über einzelne Konzerte oder Festivalauftritte hinausreicht. Mit den ersten gepflanzten Setzlingen in Deutschland und einer bereits mobilisierten Gemeinschaft von 50.000 Freiwilligen ist der „Metal Forest“ nicht nur ein symbolisches Statement, sondern ein konkretes, wachsendes Projekt, das zeigen soll, welches Potenzial in der weltweiten Metal-Szene steckt, wenn sie ihre kulturelle Strahlkraft für den Schutz von Wäldern und Biodiversität einsetzt.
Quelle: Metal Hammer DE· Originalartikel ↗
Zuletzt aktualisiert: 7.10.2026, 08:08:23

