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Michael Weikath: Warum HELLOWEEN kein „Keeper IV“ plant

HELLOWEEN-Gitarrist Michael Weikath hat in einem neuen Interview mit dem brasilianischen Portal Ibagenscast über die Zukunft der Band gesprochen und dabei sowohl Hoffnungen als auch Gerüchte der Fangemeinde eingeordnet. Konkret ging es um zwei Themen: einen möglichen Nachfolger des aktuellen Studioalbums „Giants & Monsters“, das im August 2025 über Reigning Phoenix Music (RPM) erschienen ist, sowie die immer wieder aufkeimende Frage, ob es jemals eine Fortsetzung der legendären „Keeper Of The Seven Keys“-Saga geben könnte.
Auf die Frage, ob bei HELLOWEEN bereits an einem Nachfolgealbum für „Giants & Monsters“ gearbeitet werde, antwortete Weikath ausweichend, aber keineswegs verneinend. „Ja, ja. Wir denken darüber nach, auch wenn ich nichts dazu sagen werde. Und es wird sicherlich noch einiges an Arbeit hineinfließen. Es wird nicht einfach so fertig sein. Ich meine, es ist noch jede Menge zusätzliche Feinarbeit nötig, ja, absolut. Aber es stimmt – es gibt jede Menge Material, ja“, so der Gitarrist. Diese Aussage lässt darauf schließen, dass die Band bereits über einen größeren Fundus an Songideen und Material verfügt, dieses aber noch nicht in eine fertige Albumform gebracht wurde.
Kein Interesse an einem „Keeper IV“
Deutlich konkreter wurde Weikath, als es um die Möglichkeit einer weiteren Fortsetzung der „Keeper Of The Seven Keys“-Reihe ging. Die Saga begann 1987 mit „Keeper Of The Seven Keys: Part I“, dem noch unter der kreativen Führung von Kai Hansen entstandenen Album, das seinerzeit von der Kritik gefeiert wurde. Im August 1988 folgte mit „Keeper Of The Seven Keys: Part II“ ein ebenso begeistert aufgenommenes zweites Kapitel, bei dem bereits mehr Material von Michael Weikath selbst einfloss. Im Jahr 2005 ergänzte die Band mit „Keeper Of The Seven Keys: The Legacy“ ein drittes, als direkte Fortsetzung der Originale gedachtes Album.
Auf die Frage, ob es ein weiteres Kapitel geben könnte, sagte Weikath: „Das wäre möglich, aber ich glaube eigentlich nicht wirklich daran. Es gab vor einigen Monaten ein Gerücht, dass Andi etwas über ein ‚Keeper IV‘ gesagt haben soll, das aber nur ein Scherz im Gespräch mit einem Interviewer war. Die beiden haben dabei nur zum Spaß herumgesponnen, so nach dem Motto: ‚Okay, oder wir machen das Keeper IV.‘“ Damit stellte Weikath klar, dass es sich bei den kursierenden Gerüchten um eine reine Interview-Anekdote handelte und keine ernsthaften Bandpläne dahinterstecken.
Warum eine Fortsetzung riskant wäre
Weikath erläuterte ausführlich, warum er eine erneute Fortsetzung der „Keeper“-Reihe zum jetzigen Zeitpunkt der Bandgeschichte für keine gute Idee hält. „Das wäre sehr repetitiv, und ich kann mir auch vorstellen, dass es bei einem Teil der kritischeren Fangemeinde nicht besonders gut ankäme. Viele Leute würden sagen: ‚Ah, denen sind die Ideen ausgegangen, die wissen nicht mehr, wie sie ihre Alben nennen sollen‘ oder ‚Oh, Teil vier? Komm schon.‘ Und ich kann mir vorstellen, dass das nicht besonders positiv wäre, wenn man dadurch zeigt, dass man eigentlich keine Ideen mehr für neue Albumtitel hat.“
Besonders interessant ist Weikaths Argument, dass die Band aus seiner Sicht bereits mehrfach implizit ein „Keeper“-Nachfolgealbum veröffentlicht habe, ohne es so zu benennen. So verglich er das selbstbetitelte Album „Helloween“ aus dem Jahr 2021 mit einem inoffiziellen „Keeper IV“: „Wenn man es so betrachten will, wäre sogar ‚Giants & Monsters‘ so etwas wie ein ‚Keeper IV‘ oder ‚Keeper V‘. Es heißt nur nicht so. Es ist außerdem leicht zugänglich, und die Spielzeit ist im Vergleich zu längeren Platten, die wir gemacht haben, eher begrenzt.“
Lieber neue Titel als endlose Nummerierung
Weikath machte deutlich, dass er die „Keeper“-Saga grundsätzlich nicht als tragfähiges Konzept für zukünftige Veröffentlichungen betrachtet. „Ich glaube nicht wirklich, dass die ‚Keeper‘-Saga ein realistisches Thema für die Zukunft ist. Ich würde lieber mit neuen Albumtiteln kommen. Sonst landet man irgendwann bei ‚Keeper VI‘, ‚Keeper VII‘ und so weiter. Und das ändert nichts an der Originalität der einzelnen Songs, die für eine neue Platte entstehen. Deshalb denke ich, dass neue Titel besser wären.“ Gleichzeitig zeigte er sich nicht komplett verschlossen gegenüber einer möglichen Fanentscheidung: „Aber wir könnten eine Umfrage machen, und wenn alle sagen: ‚Hey, wir wollen eine Nummer vier‘, dann ist das eine andere Sache. Ich stelle es mir einfach nicht so vor.“
Hintergrund zu „Giants & Monsters“ und der aktuellen Bandbesetzung
„Giants & Monsters“ wurde in den legendären Wisseloord Studios im niederländischen Hilversum abgemischt – jenem Studio, in dem unter anderem auch IRON MAIDEN, JUDAS PRIEST und DEF LEPPARD gearbeitet haben. Das Album folgt auf das selbstbetitelte Werk „Helloween“ aus dem Jahr 2021, das seinerzeit als erstes Album der erweiterten Bandbesetzung galt. Für „Helloween“ waren mit Sänger Michael Kiske und Gitarrist/Sänger Kai Hansen zwei ehemalige Mitglieder zur Band zurückgekehrt, die fortan gemeinsam mit Sänger Andi Deris, den Gitarristen Michael Weikath und Sascha Gerstner, Bassist Markus Grosskopf sowie Schlagzeuger Daniel Löble auftraten. Das Album erreichte bei seiner Veröffentlichung im Juni 2021 in mehr als zehn Ländern Top-10-Platzierungen, darunter Deutschland, Spanien, Finnland, Schweden, die Schweiz und Österreich.
Zusätzlich veröffentlichte HELLOWEEN am 13. Dezember 2024 über Reigning Phoenix Music das Livealbum „Live At Budokan“. Es dokumentiert den Auftritt der Band am 16. September 2023 in der legendären Tokioter Nippon Budokan Halle und reiht sich damit in die Diskografie der Band als weiteres Zeugnis ihrer aktuellen Live-Präsenz ein.
Einordnung
Weikaths Aussagen zeichnen das Bild einer Band, die zwar bereits an neuem Songmaterial arbeitet, sich aber bewusst gegen eine nostalgische Wiederbelebung ihres bekanntesten Konzepts entscheidet. Statt die kommerziell und künstlerisch erfolgreiche „Keeper Of The Seven Keys“-Reihe fortzusetzen, setzt HELLOWEEN offenbar weiterhin auf eigenständige Albumtitel und neue kreative Ansätze – eine Haltung, die angesichts der langen und wechselvollen Bandgeschichte sowohl als Selbstschutz vor Wiederholung als auch als bewusstes Bekenntnis zur künstlerischen Weiterentwicklung gelesen werden kann.
Quelle: Blabbermouth· Originalartikel ↗
Zuletzt aktualisiert: 30.9.2026, 10:43:25
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