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Randy Blythe: Neues Lamb-of-God-Logo kam für mich völlig überraschend

Lamb-of-God-Sänger Randy Blythe hat in einem neuen Interview verraten, dass er von der Entscheidung seiner eigenen Band, das Logo nach 27 Jahren zu verändern, komplett überrumpelt wurde. Erst beim Anblick des fertigen Artworks zum aktuellen Album „Into Oblivion“ habe er bemerkt, dass sich an der visuellen Identität der Band etwas grundlegend geändert hatte. Die Aussage fiel im Gespräch mit Brooksy & JD von der australischen Frühstücksshow auf Rebel FM, bei dem es ursprünglich um Blythes Gesangsroutine auf Tour ging.
Blythe, der seit 15 Jahren nüchtern lebt, erklärte zunächst ausführlich, wie wichtig ihm mittlerweile ausreichend Schlaf ist, um seine Stimme auch nach Jahrzehnten auf der Bühne stabil zu halten. Früher sei Schlaf für ihn „optional“ gewesen, Bier dagegen „essentiell“ – eine Haltung, die sich mit der Nüchternheit komplett gewandelt habe. Besonders in Australien, wo laut Blythe „der ganze Kontinent von Pubs zusammengehalten wird“, falle Disziplin schwer, doch er zwinge sich inzwischen konsequent dazu, früh ins Bett zu gehen und auch bei Jetlag-bedingtem nächtlichem Erwachen liegen zu bleiben, statt Kaffee zu trinken oder aufzustehen. Nur ausreichend Schlaf, so der Sänger, halte die Stimme überhaupt im richtigen Zustand – ohne ihn verliere man sie unweigerlich.
Das neue Logo und die Reaktion der Fans
Im Zuge des Gesprächs kam auch das neue Lamb-of-God-Logo zur Sprache, das erstmals seit 27 Jahren auf dem Cover von „Into Oblivion“ zu sehen ist. Blythe hatte das alte Logo in der Vergangenheit scherzhaft mit der Speisekarte eines Falafel-Restaurants verglichen, eine Aussage, die seinerzeit für einige Aufmerksamkeit sorgte. Nun stellte er klar, dass er selbst von der Logo-Änderung nichts gewusst habe, bis er das fertige Artwork sah. „Niemand sagt mir irgendwas. Ich bin immer der Letzte, der es erfährt“, so Blythe. Für ihn persönlich mache der Name an sich keinen Unterschied – ob in verschnörkelter Kursivschrift oder in Buchstaben, die aussehen wie von einer 14-jährigen Schülerin gemalt, sei ihm letztlich egal, solange es nichts daran ändere, was er am Mikrofon abliefere.
Bereits im Februar hatte Blythe in einem Interview mit Hardlore ausführlicher begründet, warum das alte Logo ohnehin reif für eine Veränderung gewesen sei. Es basierte auf der Schriftart Papyrus, die zum Zeitpunkt der Logo-Entwicklung vor über 20 Jahren noch nicht so allgegenwärtig und abgenutzt war wie heute. Hätte die Band damals gewusst, dass diese Schriftart Jahrzehnte später inflationär genutzt würde und das Logo dadurch an eine Falafel-Restaurant-Speisekarte erinnere, hätte man sich wohl anders entschieden, so Blythe sinngemäß.
Gitarrist Mark Morton verteidigt die Entscheidung
Auch Gitarrist Mark Morton äußerte sich in einem Interview mit Radio Sara vom Philadelphia-Sender WMMR im April 2026 zu der Kontroverse rund um das neue Logo. Er zeigte sich amüsiert über die Heftigkeit der Fan-Diskussion und betonte, dass das alte Logo keineswegs verschwunden sei, sondern weiterhin auf jedem T-Shirt zu finden sei, das Fans bei Konzerten tragen. Die Band habe es schlicht nicht „begraben“, sondern lediglich für das neue Album nach einer frischen, eigenständigen optischen Identität gesucht, da sich „Into Oblivion“ für die Band kreativ wie ein echter Neuanfang anfühle. Morton berichtete, dass viele Fans das neue Cover scharf kritisiert und es als Ästhetik der 2000er-Jahre sowie das Logo als schlecht bezeichnet hätten. Für ihn selbst sei genau das jedoch ein gutes Zeichen: Wenn das Schlimmste, was Kritiker über das neue Album zu sagen hätten, das Logo sei, dann stehe die Band inhaltlich offensichtlich sehr gut da.
Tatsächlich fiel die Kritik aus der Fangemeinde teils deutlich aus. Das neue, deutlich minimalistischere und aufgeräumtere Design wurde von einigen Fans als „amateurhaft“, „schwach“ und „langweilig“ bezeichnet. Ein Fan beschrieb die Anmutung als „Nu-Metal-Energy-Drink-Vibes der frühen 2000er“, ein anderer sprach von einem „negativen Schritt für das Branding der Band“.
Entstehung von „Into Oblivion“
„Into Oblivion“ erschien im März über Epic in den USA und über Century Media in Europa. Produziert und abgemischt wurde das Album erneut von Josh Wilbur, der langjährigen Studio-Partner von Lamb of God. Die Aufnahmen fanden an mehreren Orten statt, die eng mit der Identität der Band verknüpft sind: Die Drum-Spuren wurden in Richmond, Virginia, der Heimatstadt der Band, eingespielt, während Gitarren und Bass in Mark Mortons Heimstudio aufgenommen wurden. Randy Blythe nahm seine Gesangsspuren im legendären Total-Access-Studio in Redondo Beach, Kalifornien, auf – jenem Studio, in dem einst wegweisende Punk-Alben von Black Flag, Hüsker Dü und Descendents entstanden.
Ein Jubiläumsjahr voller Highlights
Das Jahr 2025 war für Lamb of God von einer Reihe bedeutender Ereignisse geprägt. Die Band feierte das 25-jährige Jubiläum ihrer Diskografie, trat beim historischen „Back To The Beginning“-Konzert auf und veröffentlichte im Anschluss eine wuchtige Coverversion von Black Sabbaths „Children Of The Grave“. Darüber hinaus spielte die Band mehrere Festivalauftritte, darunter bei Inkcarceration und Louder Than Life, sowie eine Headliner-Show in der eröffnenden Saison des neuen, 7.500 Zuschauer fassenden Outdoor-Venues Allianz Amphitheater in Richmond.
Die Debatte um das neue Logo zeigt einmal mehr, wie emotional Fans auf optische Veränderungen bei langjährig etablierten Bands reagieren können, selbst wenn – wie im Fall von Lamb of God – die Musik selbst im Mittelpunkt des neuen Albums steht. Während ein Teil der Community den Schritt als überfällige Modernisierung begrüßt, sehen andere darin einen Bruch mit der vertrauten Markenidentität der Band. Für Randy Blythe und Mark Morton scheint die Diskussion jedoch eher nebensächlich zu sein: Beide Musiker machten deutlich, dass für sie die musikalische Substanz von „Into Oblivion“ im Vordergrund steht – und dass eine hitzige Debatte über Schriftzüge und Design letztlich zeigt, wie sehr sich Fans weiterhin mit der Band identifizieren.
Quelle: Blabbermouth· Originalartikel ↗
Zuletzt aktualisiert: 7.10.2026, 18:15:00
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