ROCK
Sari Schorr zeigt auf „Running Wild“ ihre rockige Seite

Die US-amerikanische Bluesrock-Sängerin Sari Schorr veröffentlicht am 9. Oktober 2026 mit „Running Wild“ ihr drittes Studioalbum über Provogue Records. Bemerkenswert dabei: Die Platte erscheint zunächst in Europa, bevor sie erst im Oktober auch in Schorrs Heimat USA auf den Markt kommt. Parallel zur Veröffentlichung befindet sich die Sängerin bereits seit dem 29. September 2026 auf Tournee und wird dabei auch weitere deutsche Städte mit ihrer Musik beehren.
Sari Schorr ist in der Bluesrock-Szene längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. Die ausgebildete Opernsängerin wurde bereits in die renommierte „New York Blues Hall of Fame“ aufgenommen und hat sich mit kraftvoller, vielseitiger Stimme einen Namen gemacht. 2024 hatte das Hellfire Magazin Gelegenheit, Schorr im Rahmen ihrer „The Future Starts Here“-Tournee live in Rheine zu erleben. Damals präsentierte sie eine Mischung aus eigenen Kompositionen und Stücken aus „Joyful Sky“, jenem gemeinsamen Album, das sie zusammen mit Gitarrenlegende Robin Trower aufgenommen hatte. Während „Joyful Sky“ als durchaus gelungenes Werk galt, zeigt sich Schorr auf „Running Wild“ nun von einer deutlich rockigeren Seite, die in der Zusammenarbeit mit Trower so nicht zum Tragen kam.
Begleitet wird Sari Schorr auf dem neuen Album von Jamie Walker an Gitarre und Bass sowie von Luke Paget und Bennett Holland am Schlagzeug. Zusammen liefern sie das instrumentale Fundament für zehn Tracks, die laut Hellfire-Redakteur Bernd Kröninger für reichlich Abwechslung und Überraschungen sorgen.
Der Opener setzt den Ton
Den Auftakt macht „Mr. In the Middle“, ein Track, der sofort mit einer gehörigen Portion Energie und Schorrs rauer, kraftstrotzender Stimme in die Gehörgänge dringt. Diese vertraute Rauheit erinnert laut Review an ihren früheren Song „Valentina“. Bereits hier wird deutlich, dass der Albumtitel „Running Wild“ mit Bedacht gewählt wurde: Die ausgebildete Opernsängerin zeigt ihre enorme stimmliche Bandbreite, wechselt mal tief und verrucht, mal bricht sie in hohe Gesangslagen aus, die wie ein Feuerwerk wirken. Besonders hervorgehoben wird die Bridge bei 3:03 Minuten, die eine fast narrative Auszeit erlaubt und unangekündigt mit einem kristallklaren Scream in ein mitreißendes Solo überleitet.
Vielfalt zwischen Blues, Ballade und Südstaaten-Flair
Mit „Monday Morning“ liefert Schorr eine klassische Bluesnummer, die dem Keyboard viel Raum zur Entfaltung gibt. Deutlich zerbrechlicher und sehnsuchtsvoller präsentiert sie sich in „Man on Fire“, einer Ballade, in der ihre sanfte Stimme ein Gefühl von Vertrautheit und Sehnsucht erzeugt – ein Song, der sich laut Review perfekt für eine Cabrio-Fahrt der Sonne entgegen eignet. Deutlich verruchter wird es anschließend bei „Cool Hand Rider“: Mit beinahe „roaring voice“ lässt Schorr hier ein Gefühl von Freiheit auf dem Motorrad entstehen, unterstützt von einer instrumentellen Begleitung, die einen leichten Hauch von Südstaaten-Atmosphäre versprüht.
Totaler Blues-Alarm herrscht in „Call it Freedom“, einem Song, dessen stark inszenierte Dramatik und emotionale Tiefe sowohl der Stimme Schorrs als auch der Instrumentierung zu verdanken ist. „Better Day“ legt noch einen Zahn zu und überzeugt mit einem klassischen, betont kernigen Keyboard-Sound, der dem nachfolgenden Solo den nötigen Raum lässt. In „After Glow“ stellt Schorr ihre über mehrere Oktaven reichende Stimme eindrucksvoll unter Beweis. Die Wechsel zwischen den Tempi und den gefühlvollen Passagen mit Echogesang dienen dabei als Überleitung zu einem scratchy Gitarrensolo, in das sich das Keyboard bewundernswert einfügt.
Ein persönlicher Abschluss
Der finale Track „Finding my Way“ klingt wie eine Art Lebensbeichte. Zeilen wie „I cannot run shadows from mistakes I always made“, „taking my chances, taking my time“ und „it never comes easy out of control“ offenbaren einen sehr persönlichen, mutigen und leidenschaftlich gesungenen und gespielten Song. Das emotionale Auf und Ab spiegelt sich dabei optimal im Gitarrensolo wider, während Schorrs kraftvolle, überzeugende Stimme dem Track zusätzlichen Ausdruck verleiht.
Die komplette Tracklist
Das Album „Running Wild“ umfasst folgende zehn Titel: „Mr. In the Middle“, „Running Wild“, „Monday Morning“, „Man on Fire“, „Cool Hand Rider“, „Elevate“, „Call it Freedom“, „Better Day“, „After Glow“ sowie „Finding my Way“.
Fazit der Redaktion
Sari Schorr zeigt mit „Running Wild“ eine deutlich rockigere Facette ihres musikalischen Schaffens, die in der Zusammenarbeit mit Robin Trower auf „Joyful Sky“ nicht zum Vorschein kam. Obwohl auch jenes Album als gelungen gilt, lebt Schorr hier ihr volles stimmliches Timbre aus. Das Ergebnis ist ein vielseitiges, kurzweiliges Album voller Überraschungen, das laut Review das Leben leichter macht. Die Mischung aus Blues, Soul und klassischem Rock sorgt für Abwechslung, die süchtig macht. Der Hellfire-Rezensent bringt es abschließend auf den Punkt: Sari Schorr habe ihren musikalischen Weg gefunden – einen Weg, der glücklicherweise nicht an einer Opernbühne endete. Für „Running Wild“ vergibt das Hellfire Magazin 8,5 von 10 Punkten.
Mit „Running Wild“ untermauert Sari Schorr einmal mehr ihren Ruf als eine der vielseitigsten Stimmen der zeitgenössischen Bluesrock-Szene. Die Entscheidung, das Album zuerst in Europa zu veröffentlichen, unterstreicht dabei die enge Verbindung, die die New Yorker Sängerin offenbar zum europäischen Publikum pflegt – eine Verbindung, die sie aktuell auch auf ihrer Tournee durch deutsche Städte weiter vertieft.
Quelle: Hellfire-Magazin· Originalartikel ↗
Zuletzt aktualisiert: 11.10.2026, 18:14:47
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