METAL
Scott Holiday verrät seine prägendsten Platten im Metal Hammer

Scott Holiday, Gitarrist der Bluesrock-Band Rival Sons und Kopf des Projekts HOL1D4Y, hat sich für die traditionsreiche Rubrik „Plattenteller“ des Metal Hammer den Fragen der Redaktion gestellt. In dem Interview, das in voller Länge in der Metal Hammer-Oktoberausgabe 2026 erscheint, spricht der Musiker über die Alben, die sein Leben geprägt haben, über seine musikalische Sozialisation und über seine grundsätzliche Haltung zu eigenen Songs und Kompositionen. Herausgekommen ist ein persönliches Gespräch, das tiefe Einblicke in die musikalische Denkweise eines Künstlers gibt, der sowohl mit Rival Sons als auch mit seinem Soloprojekt HOL1D4Y international für Aufsehen sorgt.
Die Rubrik „Plattenteller“ gehört seit Jahren zu den beliebtesten Formaten des Metal Hammer, weil sie Musikerinnen und Musikern die Gelegenheit gibt, abseits von Albumpromotion und Tourterminen über ihre persönliche Beziehung zur Musik zu sprechen. Im Fall von Scott Holiday offenbart sich dabei ein Künstler, der sich intensiv mit Jazz, Progressive Rock und den großen Klangwelten der Musikgeschichte auseinandergesetzt hat – Einflüsse, die sich auch in seinem eigenen musikalischen Schaffen widerspiegeln dürften.
Coltranes A Love Supreme als Schlüsselerlebnis
Auf die Frage, welche Platte sein Leben verändert habe, nennt Scott Holiday kein einzelnes Album, sondern beschreibt eine ganze Reihe wegweisender Werke, die ihn im Laufe seines Lebens immer wieder neu beeinflusst hätten. Besonders hervorzuheben sei jedoch der Moment, in dem er zum ersten Mal John Coltranes Jazz-Klassiker „A Love Supreme“ hörte. Er habe sich das Album in einem Stück bis zum Ende angehört, berichtet Holiday, und es habe ihn tief berührt. Vor allem seine Vorstellung von Komposition, Phrasierung und der grundsätzlichen Verbindung zur Musik sei durch dieses Hörerlebnis maßgeblich erweitert worden. Die Nennung von Coltrane als prägenden Einfluss zeigt, dass Holidays musikalischer Horizont weit über die Grenzen von Rock und Metal hinausreicht und tief im Jazz verwurzelt ist.
Pink Floyd als nächtlicher Begleiter
Auch bei der Frage nach der meistgehörten Platte in seiner Sammlung bleibt Scott Holiday nicht im erwarteten Genre. Als Teenager habe er etwa ein Jahr lang fast jeden Abend beim Einschlafen Pink Floyds Livealbum „Delicate Sound of Thunder“ gehört. Diese intensive, über Monate hinweg wiederholte Hörerfahrung habe dazu geführt, dass sich die Klangwelten und Songs des Albums tief in seine Träume und sein Unterbewusstsein eingewoben hätten. Diese Aussage macht deutlich, wie prägend wiederkehrende Hörrituale in der Jugend für die spätere musikalische Entwicklung eines Künstlers sein können – ein Aspekt, der in Interviews mit Musikerinnen und Musikern immer wieder auftaucht, hier aber besonders eindrücklich geschildert wird.
Keine Experimente mit den eigenen Idolen
Auf die klassische Frage, auf welchem Album er gerne selbst mitgespielt hätte, reagiert Scott Holiday mit einer bemerkenswert klaren Haltung. Er bezeichnet die Frage als eine Art Fangfrage und stellt klar, dass er sich grundsätzlich keine eigenen Platten anhöre. Zudem wolle er auch bei keinem seiner Lieblingsalben mitspielen – diese Werke seien bereits perfekt so, wie sie sind, ohne sein Zutun. Diese Antwort unterstreicht einen gewissen Respekt vor der Integrität bestehender musikalischer Meisterwerke, den Holiday offenbar auch auf seine eigene Arbeit überträgt, indem er sich von seinen veröffentlichten Werken bewusst distanziert.
Eine „saubere“ Plattensammlung ohne Peinlichkeiten
Bei der Frage nach einem Album aus seiner Sammlung, das das Prädikat „peinlich“ verdiene, zeigt sich Scott Holiday humorvoll, aber bestimmt. Er besitze nichts Peinliches, seine Sammlung sei „sauber“, lässt er mit einem Lachen wissen. Eine Antwort, die zwar knapp ausfällt, aber dennoch ein Schlaglicht auf das selbstbewusste Verhältnis des Musikers zu seinem eigenen Musikgeschmack wirft.
Die Philosophie hinter HOL1D4Y und Rival Sons
Besonders aufschlussreich ist Scott Holidays Antwort auf die Frage, in welchem seiner Songs sich die Gesinnung seiner Band beziehungsweise seines Projekts am besten zusammenfassen lasse. Seiner Meinung nach lassen sich weder HOL1D4Y noch Rival Sons auf einen einzigen Song reduzieren. Aus genau diesem Grund würden Künstler überhaupt erst viele Songs und ganze Alben veröffentlichen, erklärt er. Erst die Gesamtheit und die Vielfalt des musikalischen Schaffens würden am Ende das große Ganze ergeben. Diese Aussage liefert einen interessanten Einblick in Holidays künstlerisches Selbstverständnis: Statt auf einzelne Hits oder plakative Statements zu setzen, begreift er sein musikalisches Werk als fortlaufenden, vielschichtigen Prozess, der sich nicht auf einen simplen Nenner bringen lässt.
Wo das vollständige Interview zu finden ist
Das komplette Plattenteller-Interview mit Scott Holiday ist in der Metal Hammer-Oktoberausgabe 2026 nachzulesen, die am Kiosk erhältlich ist oder bequem nach Hause bestellt werden kann. Wer keine Ausgabe verpassen möchte, aber nicht jedes Mal zum Kiosk gehen will, kann auf das Spezial-Abo zurückgreifen, das drei Hefte zum Sonderpreis von 9,95 Euro bietet. Alternativ lässt sich die aktuelle Ausgabe auch ganz einfach als PDF im Epaper-Format herunterladen. Wer lieber einzelne Ausgaben liest, ohne sich langfristig zu binden, kann das aktuelle Heft ebenfalls portofrei direkt nach Hause bestellen.
Einordnung
Das Plattenteller-Interview mit Scott Holiday reiht sich in eine lange Tradition von Künstlergesprächen ein, die weit über reine Albumpromotion hinausgehen und stattdessen den persönlichen musikalischen Werdegang in den Mittelpunkt stellen. Dass ein Musiker, der mit Rival Sons und HOL1D4Y im Rock- und Metal-Umfeld verortet ist, ausgerechnet Jazz-Ikone John Coltrane und Pink-Floyd-Klassiker als prägende Einflüsse nennt, zeigt einmal mehr, wie vielschichtig und genreübergreifend die musikalischen Wurzeln vieler Künstlerinnen und Künstler tatsächlich sind. Für Fans von Scott Holiday bietet das vollständige Interview in der aktuellen Metal Hammer-Ausgabe die Gelegenheit, noch tiefer in die musikalische Gedankenwelt des Gitarristen einzutauchen.
Quelle: Metal Hammer DE· Originalartikel ↗
Zuletzt aktualisiert: 5.10.2026, 08:05:26

