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Slipknot: Jim Root verspricht radikalen Bruch mit alten Mustern

Slipknot-Gitarrist Jim Root hat in den Sozialen Medien für Aufsehen gesorgt, nachdem er sich ausführlich zum kommenden Album der Band geäußert hat. Demnach werde sich die neue Platte deutlich von ihren Vorgängern unterscheiden – und das könnte laut Root „einige Gefühle verletzen“. Die Aussagen fallen inmitten einer Debatte, die durch den überraschend veröffentlichten Song ‘Arsenal’ Anfang September ausgelöst wurde.
Anfang September hatten Slipknot mit ‘Arsenal’ unangekündigt einen neuen Track veröffentlicht, der bei vielen Fans auf Kritik stieß. Während sich die übrigen Bandmitglieder zu den negativen Reaktionen nicht äußerten, bezog Jim Root als einziger klar Stellung. Er stellte klar, dass ‘Arsenal’ „nicht repräsentativ“ für das kommende Album sei und der Song zudem nicht Teil der finalen Tracklist werde. Diese Klarstellung dürfte bei vielen Anhängern der Band für Erleichterung gesorgt haben, warf zugleich aber neue Fragen darüber auf, wie das eigentliche Album klingen wird.
Root gibt Einblicke in die Arbeit am neuen Album
In einem weiteren Beitrag in den Sozialen Medien veröffentlichte Root ein Video seines neuen Verstärker-Setups. Dazu schrieb er: „Dem Ziel näher. Hier werde ich den Rest des Jahres verbringen.“ Er ergänzte, dass der Band „eine sehr arbeitsreiche Zeit“ bevorstehe. Die Aussage lässt darauf schließen, dass sich Slipknot derzeit intensiv im Studio- und Produktionsprozess befinden und die kommenden Monate maßgeblich der Fertigstellung des neuen Albums widmen werden.
Root nahm sich zudem Zeit, um auf Kommentare von Fans einzugehen und genauer zu erläutern, was diese vom neuen Album erwarten können. Ein Fan äußerte dabei den Wunsch, dass die Band keine Wiederholung von THE END, SO FAR (2022) abliefern solle, da dieses Album einige Anhänger enttäuscht hatte. Wörtlich schrieb der Fan: „Bitte mach nicht noch einmal ein THE END, SO FAR. Wir brauchen etwas Hartes, kein Stone Sour.“ Root antwortete darauf knapp, aber deutlich mit „Einverstanden“.
„Wir experimentieren wirklich mit verschiedenen Ansätzen“
In einem ausführlicheren Kommentar erklärte Root die aktuelle kreative Ausrichtung der Band: „Für uns ist es im Moment sehr wichtig, uns nicht zu wiederholen. Das wird vielleicht einige Gefühle verletzen. Wir experimentieren wirklich mit verschiedenen Ansätzen … erwartet also kein weiteres IOWA oder SLIPKNOT. Das haben wir schon hinter uns.“ Diese Aussage macht deutlich, dass sich Slipknot bewusst von ihren frühen, prägenden Alben distanzieren und stattdessen neue musikalische Wege einschlagen wollen.
Gleichzeitig betonte Root, dass sich das bisher entstandene Material „ehrlich und authentisch“ anfühle. Im Vergleich dazu kritisierte er die vorangegangenen Alben der Band als „überproduziert“. Ein zentraler Unterschied bei der Produktion des neuen Albums bestehe darin, dass diesmal alles analog eingespielt werde – ganz so, wie es die Band in ihren Anfangstagen gehandhabt hatte. Diese Rückbesinnung auf eine ursprünglichere Arbeitsweise deutet darauf hin, dass Slipknot bei ihrem neuen Album bewusst auf einen rohen, unverfälschten Sound setzen wollen, der sich von den glatt produzierten jüngeren Veröffentlichungen abhebt.
Kritik an der Entstehung von THE END, SO FAR
Besonders aufschlussreich sind Roots Kommentare zur Entstehungsgeschichte von THE END, SO FAR. Nachdem ein Fan vermutet hatte, dass Label oder Management für die aus seiner Sicht mangelhafte Qualität des Albums verantwortlich seien, stellte Root richtig: „Ich habe einmal bei einem Rundgang durch die Warner-Büros in New York den Chef der Plattenfirma getroffen. Er sprach das Thema ‚externe Songwriter hinzuziehen‘ an, und ich sagte einfach nur: ‚Nein. So arbeiten wir nicht!‘ – damit war die Sache erledigt.“
Root ließ jedoch durchblicken, dass die Arbeit an THE END, SO FAR keineswegs reibungslos verlaufen sei. Er beschrieb den Entstehungsprozess als „chaotisch und ohne roten Faden“. Zwar seien einige gute Songs dabei entstanden, doch insgesamt hätten die Coronapandemie, die weltpolitische Lage sowie weitere Umstände die Arbeit erheblich erschwert. Diese offenen Worte geben einen seltenen Einblick in die internen Herausforderungen, mit denen die Band während der Produktion ihres bislang letzten Studioalbums zu kämpfen hatte.
Was Fans jetzt erwarten dürfen
Aus den verschiedenen Aussagen Roots lässt sich ein klares Bild zusammensetzen: Das kommende Slipknot-Album soll sich bewusst von den unmittelbaren Vorgängern sowie von den frühen Klassikern der Band absetzen. Statt einer Rückkehr zu IOWA oder dem selbstbetitelten Debütalbum setzt die Band offenbar auf Experimentierfreude und einen ehrlicheren, weniger überproduzierten Klang. Gleichzeitig scheint der Song ‘Arsenal’, der für Diskussionen sorgte, nicht das musikalische Aushängeschild dieser neuen Richtung zu sein – Root selbst betonte ausdrücklich, dass dieser Track nicht repräsentativ für das Album sei und auch nicht auf der Tracklist erscheinen werde.
Die Ankündigung, dass Root und seine Bandkollegen den Rest des Jahres mit der Fertigstellung des Albums verbringen werden, lässt vermuten, dass sich Fans noch etwas gedulden müssen, bevor konkrete Details zu Veröffentlichungsdatum oder weiteren Songs bekannt werden. Bislang liegen keine offiziellen Informationen zu einem Erscheinungstermin oder einem Albumtitel vor.
Die aktuellen Aussagen von Jim Root zeigen, wie sehr sich Slipknot der Erwartungshaltung ihrer Fanbase bewusst sind – und wie bereit die Band ist, bekannte Muster zu durchbrechen, auch auf die Gefahr hin, damit nicht bei allen Anhängern auf Zustimmung zu stoßen. Nach den gemischten Reaktionen auf THE END, SO FAR scheint sich die Band bewusst neu positionieren zu wollen: weg von Überproduktion, hin zu einem analogeren, authentischeren Sound, der dennoch nicht in alte, längst abgeschlossene Kapitel der Bandgeschichte zurückkehrt. Ob dieser neue Ansatz bei den Fans ankommt, wird sich zeigen, sobald weitere Details und schließlich das fertige Album veröffentlicht werden.
Quelle: Metal Hammer DE· Originalartikel ↗
Zuletzt aktualisiert: 30.9.2026, 14:16:02
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