METAL
Wasted Maniacs: Dreckiger Heavy Metal aus dem Ruhrpott auf „Night of the Maniacs“

Mit „Night of the Maniacs“ legen die WASTED MANIACS aus Gelsenkirchen ihr zweites Studioalbum vor. Die Veröffentlichung ist für den 18. September 2026 angesetzt und erscheint in Eigenregie als Independent-Release. Das Trio aus dem Ruhrgebiet bleibt damit seinem bereits seit 2022 verfolgten Kurs treu: schmutziger, direkter Heavy Metal ohne Schnickschnack, dafür mit jeder Menge Rock’n’Roll-Wahnsinn.
Die Band besteht aus Sänger und Gitarrist Nick Santias, Bassist Thomas Raffelsieper und Schlagzeuger Kristian Kudies. Seit ihrer Gründung touren die drei Musiker konsequent durch die Szene und machen dabei unmissverständlich klar, dass für sie Heavy Metal keine Hochglanzproduktion, keine endlosen Gitarren-Soli und keine komplizierten Songstrukturen benötigt. Stattdessen stehen Riffs, Energie, Attitüde und eine gehörige Portion Rock’n’Roll-Wahnsinn im Mittelpunkt ihres musikalischen Selbstverständnisses.
Nach dem Debütalbum „Attack of the Pack“, das 2023 über STF Records veröffentlicht wurde, ist „Night of the Maniacs“ nun der zweite Longplayer der WASTED MANIACS. Musikalisch bewegt sich die Band in einem Spannungsfeld aus klassischem Heavy Metal, Punk-Energie und dreckigem Rock’n’Roll, wobei der Einfluss von MOTÖRHEAD besonders deutlich herauszuhören ist. Ergänzt wird dieser Grundsound durch Anleihen bei RAMONES, Mötley Crüe, Exodus, Dead Boys und MISFITS – eine auf den ersten Blick wilde Mischung, die laut Rezensent Tim Karow vom Hellfire-Magazin bei den WASTED MANIACS erstaunlich gut funktioniert.
Der Albumauftakt: Riffs ohne Umschweife
Das Album eröffnet mit „Bitches from Hell“ – und zwar ohne jede Umschweife. Kein Intro, kein unnötiges Schnickschnack, stattdessen geht es direkt frontal mit dem Riff los. Nick Santias liefert dazu Vocals mit genau jener rauen Kante, die dieser ungeschliffene Sound braucht. Nichts an seinem Gesang wirkt geschniegelt oder künstlich glattpoliert, was dem Gesamtkonzept der Band zufolge auch völlig fehl am Platz wäre.
Im Anschluss schlägt „Midnight Heroes“ eine etwas eingängigere Richtung ein. Der Refrain bleibt im Ohr hängen, die Gitarren marschieren entschlossen voran, und spätestens an dieser Stelle wird deutlich, dass die WASTED MANIACS nicht ausschließlich auf reinen Krawall setzen. Die Band beweist, dass sie durchaus in der Lage ist, Songs zu schreiben, die auch nach dem ersten Durchlauf noch im Kopf herumspuken.
Tempo, Dreck und Rock'n'Roll-Energie
Mit „Toxic Jane“ wird erneut eine ordentliche Portion Dreck nachgelegt, bevor „Death Race“ all jene abholen dürfte, die es gerne etwas schneller und ungehobelter mögen. Der Titel passt dabei wie die Faust aufs Auge: Tempo, Druck und eine leicht wahnsinnige Rock’n’Roll-Energie prägen diesen Track, bei dem man förmlich hört, wie er live aus den Boxen geprügelt wird.
Eine der größten Stärken der WASTED MANIACS liegt in ihrer kompromisslosen Direktheit – die gleichzeitig auch als mögliche Schwäche gelesen werden kann. Hier wird gerifft, gebolzt und gesungen, mehr nicht. Thomas Raffelsieper am Bass und Kristian Kudies an den Drums sorgen für das nötige Fundament, während Santias seine Riffs darüberlegt. Trotz der Dreierbesetzung wirkt das Klangbild keineswegs dünn – im Gegenteil, gerade dieser direkte Charakter steht dem Material der Band hervorragend.
Mit „Downtown Sally“ kehrt der schmutzige Rock’n’Roll-Faktor zurück ins Spiel, und auch bei „Love Terminator“ wird nicht lange gefackelt. Danach folgt mit „Three Days Drinking“ einer der programmatischsten Songtitel des Albums – der Name sagt eigentlich schon alles. Das ist definitiv kein Soundtrack für einen ruhigen Abend bei Kerzenschein, sondern ein Song für laute Boxen, verschwitzte Clubs und mindestens ein paar Getränke in Reichweite. Je höher die Lautstärke, desto besser dürfte dieser Track funktionieren.
Titeltrack als Herzstück und Ausklang
Der Titelsong „Night of the Maniacs“ gilt laut Rezension als eines der Stücke, bei denen das gesamte Bandkonzept besonders gut aufgeht: Heavy Metal trifft hier auf Punk und Rock’n’Roll, ohne dass eine der Zutaten vollständig die Kontrolle übernimmt. Eine musikalische Neuerfindung des Rades ist das zwar nicht – das muss es nach Einschätzung des Kritikers aber auch überhaupt nicht sein.
„Beautiful Killer“ setzt im weiteren Verlauf wieder stärker auf Melodie und Eingängigkeit, bevor „Blackout“ das Album schließlich so beendet, wie es begonnen hat: direkt, dreckig und ohne großes Herumreden. Genau an dieser Stelle verortet der Rezensent jedoch auch sein kleines Problem mit dem Album – viele Tracks ähneln sich klanglich zu sehr. Wäre dies anders, hätte die Platte nach Einschätzung des Hellfire-Magazins mehr Wertungspunkte erhalten können.
Bewertung und Tracklist
Trotz dieser kleinen Einschränkung fällt das Gesamturteil positiv aus: Das Hellfire-Magazin vergibt 7 von 10 Punkten für „Night of the Maniacs“. Die vollständige Tracklist umfasst zehn Songs: „Bitches From Hell“, „Midnight Heroes“, „Toxic Jane“, „Death Race“, „Downtown Sally“, „Love Terminator“, „Three Days Drinking“, „Night Of The Maniacs“, „Beautiful Killer“ sowie „Blackout“.
Mit „Night of the Maniacs“ bestätigen die WASTED MANIACS ihren Ruf als Band, die sich bewusst gegen überproduzierte Studioarbeiten und gegen komplizierte Songstrukturen stellt. Stattdessen setzen sie auf unmittelbare Energie, dreckige Riffs und eine klare Haltung, die sich konsequent durch das gesamte Album zieht. Für Fans von klassischem Heavy Metal mit Punk-Attitüde und Rock’n’Roll-Schmutz dürfte das zweite Album der Gelsenkirchener Band damit ein weiterer Baustein in der Entwicklung einer Band sein, die ihre Linie seit 2022 konsequent verfolgt – auch wenn sich einzelne Songs im direkten Vergleich recht ähnlich anhören.
Quelle: Hellfire-Magazin· Originalartikel ↗
Zuletzt aktualisiert: 6.10.2026, 08:09:06

