METAL

Wolf Hoffmann von Accept enttäuscht: Keine Ex-Mitglieder beim 50-Jahre-Jubiläumsalbum dabei

29. September 2026·Von Radio SchwarzeSeele Redaktion
Accept: „Traurig, dass kein Ex-Mitglied beim Jubiläum dabei ist.“
Bild: Heidi Skrobanski

Accept-Gitarrist Wolf Hoffmann hat sich enttäuscht darüber gezeigt, dass keines der ehemaligen Gründungsmitglieder der Band bereit war, am Jubiläumsalbum „Teutonic Titans 1976-2026“ mitzuwirken. In der David Ellefson Show sprach der Musiker offen über seine Gefühle zu diesem Thema und ließ dabei auch grundsätzliche Gedanken über den Umgang mit ehemaligen Bandmitgliedern in der Musikbranche einfließen.

Accept feiern in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Auch wenn die Band bereits einige Jahre länger existiert, gilt 1976 als das entscheidende Jahr, in dem Wolf Hoffmann als Gitarrist zur Gruppe stieß und damit die bis heute bekannte kreative Achse der Band mitbegründete. Anlässlich dieses runden Jubiläums hat Accept mit „Teutonic Titans 1976-2026“ ein aufwendig produziertes Album veröffentlicht, das am 4. September über Napalm Records erschienen ist. Auf dem Album finden sich 19 neu interpretierte Versionen der größten Hits der Band, bei denen insgesamt 50 Gastmusiker mitgewirkt haben.

Enttäuschung über fehlende Gründungsmitglieder

In seinem Gespräch mit David Ellefson, der als Bassist von Megadeth internationale Bekanntheit erlangte, erklärte Hoffmann, dass die Band bewusst versucht habe, ehemalige Weggefährten in das Jubiläumsprojekt einzubinden. „Wir haben jedes der alten Mitglieder, der Gründungsmitglieder, eingeladen, daran teilzunehmen. Aber wie es nun mal so ist: Niemand wollte etwas damit zu tun haben“, so Hoffmann. Er bezeichnete diese Reaktion als „ziemlich traurig“, da eine Teilnahme am Album eine „großartige Gelegenheit gewesen wäre, wieder zueinander zu finden oder zumindest eine freundliche Geste zu zeigen“. Letztlich sei jedoch keine Annäherung zustande gekommen.

Hoffmann führte seine Gedanken im Gespräch weiter aus und sprach von einem Phänomen, das er als „traurig und seltsam“ empfindet. Gegenüber Ellefson, der aus eigener Erfahrung mit Bandwechseln und -konflikten vertraut ist, sagte er: „Sobald jemand die Band verlässt, sieht man ihn nie wieder. Sie antworten nicht auf E-Mails. Meistens gilt: Wenn sie raus sind, sind sie raus.“ Diese Beobachtung bedauere er zutiefst, denn unabhängig von etwaigen Meinungsverschiedenheiten oder den Gründen für einen Ausstieg wünsche er sich weiterhin ein freundschaftliches Verhältnis. „Ich wünschte, es wäre anders; denn ungeachtet etwaiger Meinungsverschiedenheiten oder Ansichten, die zu ihrem Ausstieg geführt haben, könnten wir trotzdem Freunde sein, miteinander reden und in Kontakt bleiben. Aber so ist es eben nicht“, so Hoffmann wörtlich.

Gästeliste voller Rock- und Metal-Größen

Wenngleich die ehemaligen Bandmitglieder von Accept dem Jubiläumsprojekt fernblieben, konnte die Band für „Teutonic Titans 1976-2026“ zahlreiche hochkarätige Gastmusiker aus der internationalen Rock- und Metal-Szene gewinnen. Unter den insgesamt 50 beteiligten Künstlern befinden sich unter anderem Tobias Forge von Ghost sowie Korn-Schlagzeuger Ray Luzier. Auch Pantera-Frontmann Philip Anselmo und Metallica-Gitarrist Kirk Hammett wirkten an den neu interpretierten Versionen der Accept-Klassiker mit. Ebenso mit von der Partie sind Mikkey Dee und Matthias Jabs, die beide mit Scorpions in Verbindung stehen, sowie Judas-Priest-Sänger Rob Halford und Smashing-Pumpkins-Mastermind Billy Corgan. Auch David Ellefson selbst, in dessen Show Hoffmann die eingangs zitierten Aussagen tätigte, gehört zu den Gästen des Albums.

Die Bandbreite der beteiligten Musiker verdeutlicht, welchen Stellenwert Accept innerhalb der internationalen Metal- und Rockszene über die Jahrzehnte erlangt haben. Trotz des Fehlens der Gründungsmitglieder ist es der Band damit gelungen, ein Jubiläumsalbum zu realisieren, das durch die Vielzahl namhafter Gastauftritte inhaltlich und künstlerisch bereichert wird.

Ein wiederkehrendes Thema für Hoffmann

Die im Gespräch mit Ellefson geäußerten Gedanken sind für Wolf Hoffmann kein neues Thema. Bereits in einem Interview mit Riff X im Jahr 2024 hatte der Gitarrist betont, gegen niemanden aus der Bandgeschichte einen Groll zu hegen, und erklärt, dass er ehemalige Weggefährten wie den früheren Bassisten Peter Baltes vermisse. Damals wie heute stellte Hoffmann die grundsätzliche Frage in den Raum: „Warum können wir nicht befreundet bleiben, auch wenn wir nicht mehr zusammenarbeiten?“ Diese wiederkehrende Aussage zeigt, dass das Thema des fehlenden Kontakts zu ehemaligen Bandmitgliedern für den Gitarristen offenbar ein anhaltendes und persönliches Anliegen ist, das über das aktuelle Jubiläumsprojekt hinausgeht.

Frühere Weggefährten weiterhin aktiv

Auch wenn sich die einstigen Accept-Mitglieder nicht am Jubiläumsalbum beteiligten, sind sie musikalisch weiterhin aktiv. So wird der frühere Accept-Sänger Udo Dirkschneider am 10. September 2026 gemeinsam mit Doro Pesch in der Wuppertaler Stadthalle auftreten, um dort ihre gemeinsame Single „Winter Dreams“ live zu präsentieren. Der Song, eine gefühlvolle Heavy-Metal-Ballade mit akustischen Gitarren, wurde bereits im Februar 2025 veröffentlicht und lebt vor allem vom Wechselspiel der markanten Stimmen der beiden deutschen Metal-Ikonen. Für Dirkschneider hat die historische Wuppertaler Stadthalle dabei eine besondere persönliche Bedeutung, da der Ort eng mit den Anfängen seiner Weltkarriere verbunden ist.

Einordnung

Die Aussagen von Wolf Hoffmann werfen ein Schlaglicht auf ein Phänomen, das in vielen langjährigen Bandgeschichten zu beobachten ist: Trennungen und Ausstiege führen oft zu dauerhaftem Schweigen zwischen ehemaligen Weggefährten, selbst wenn – wie im Fall von Accept – ein rundes Jubiläum eigentlich Anlass für Versöhnung böte. Dass die Band stattdessen auf ein beeindruckendes Netzwerk von 50 namhaften Gastmusikern aus der internationalen Metal- und Rockszene zurückgreifen konnte, zeigt zugleich, welch großen Respekt und Einfluss Accept über die Jahrzehnte in der Musikwelt erlangt haben. Die parallel bekanntgewordenen Aktivitäten früherer Bandmitglieder wie Udo Dirkschneider machen zudem deutlich, dass die Geschichte von Accept auch abseits der aktuellen Besetzung weiterhin lebendig bleibt und die Wege ehemaliger Weggefährten sich musikalisch fortsetzen.

Quelle: Metal Hammer DE· Originalartikel ↗

Zuletzt aktualisiert: 30.9.2026, 11:45:25

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