METAL

Zeitreise in die Achtziger: D.D.T. feiern Düsseldorfs Death-Thrash-Geschichte

05. Oktober 2026·Von Radio SchwarzeSeele Redaktion
D.D.T. – Düsseldorfer Death Thrasher 03.10.2026 @ Düsseldorf, Weltkunstzimmer, Ronsdorfer Straße
Bild: Jörg Schnebele

Am 3. Oktober 2026 verwandelte sich das Weltkunstzimmer an der Ronsdorfer Straße in Düsseldorf für einen Abend in eine Zeitkapsel: Unter dem Titel „Zeit Sprung“ fanden dort eine Buchlesung und eine Filmpremiere statt, die sich ganz der Geschichte der „Düsseldorfer Death Thrasher 1985“ – kurz D.D.T. – widmeten. Im Mittelpunkt stand eine Gruppe von Musikern und Fans, die einst als einfache Metal-Anhänger begann und sich binnen kürzester Zeit zu einem festen Bestandteil der Düsseldorfer Metal-Geschichte entwickelte.

Der Abend wurde von einem Autor begleitet, der selbst tief in dieser Szene verwurzelt ist: Als Herausgeber des legendären Fanzines „Live Wire“ hatte er in den Achtzigerjahren einen Großteil der Ereignisse, über die an diesem Abend gesprochen wurde, hautnah miterlebt. Viele der erzählten Anekdoten waren ihm bereits vertraut, zahlreiche neue Geschichten kamen im Laufe des Abends hinzu – ein Beleg dafür, wie lebendig und facettenreich die Erinnerungen an die Anfangstage der Düsseldorfer Metal-Szene bis heute sind.

Die Dokumentation „Go! Fight!! Kill!!!“

Herzstück der Veranstaltung war die Premiere der Dokumentation „Go! Fight!! Kill!!!“, die sich intensiv mit der Historie der Düsseldorfer Death Thrasher auseinandersetzt. Regie führte Tobias Krämer, der die Geschichte der Band und ihres Umfelds nach Einschätzung der anwesenden Szenekenner fantastisch in bewegte Bilder umsetzte. Als inhaltliche Grundlage diente das „Drehbuch“ von Marcus Italiani, der im Vorfeld der Filmvorführung bereits einige Episoden aus seinem eigenen Buch zum Thema vortrug und damit die Zuschauer direkt in die Atmosphäre der Achtzigerjahre zurückversetzte.

Die Kombination aus Lesung und Filmpremiere ermöglichte es dem Publikum, die Entstehungsgeschichte der D.D.T. gleich auf zwei Ebenen zu erleben: zunächst literarisch, durch die persönlichen Erzählungen von Marcus Italiani, und im Anschluss audiovisuell durch die dokumentarische Aufarbeitung von Tobias Krämer. Dieses Zusammenspiel von Buch und Film verlieh dem Abend eine besondere Tiefe und machte deutlich, mit welcher Sorgfalt die Geschichte der Band und ihres Umfelds aufgearbeitet wurde.

Wer dabei war: Die Szene trifft sich wieder

Wie es bei einem Ereignis dieser Bedeutung zu erwarten war, fanden sich zahlreiche Kultfiguren der deutschen und internationalen Metal-Szene im Weltkunstzimmer ein. Unter den Gästen befanden sich unter anderem Buffo, Kai von Moshpit Passion sowie Daniel Hofmann. Auch Ventor von Kreator, einer der prägendsten Schlagzeuger des deutschen Thrash Metal, war vor Ort, ebenso Vertreter von Teutonic Slaughter und Peppi Dominik.

Besonderen Glanz verlieh dem Abend zudem die Anwesenheit von Doro Pesch, einer der international bekanntesten Stimmen des deutschen Metal, die eng mit der Geschichte von Warlock verbunden ist. Weitere namhafte Gäste waren Jörg Juraschek, Kevin Kurth sowie „Maddin Schachtvier“. Auch Markus Hahn, bekannt durch seine Verbindung zu Deathrow, ließ sich die Veranstaltung nicht entgehen.

Aus dem weiteren Umfeld der Szene waren zudem Stoney N Steph sowie Vertreter von Violent Force und Darkness zugegen. Abgerundet wurde die illustre Gästeliste durch Niko Arvanitis, der sowohl mit Stormwind als auch mit Warlock in Verbindung steht. Die schiere Anzahl an Szenegrößen, die an diesem Abend zusammenkamen, unterstreicht die Bedeutung, die die Düsseldorfer Death Thrasher und ihr Umfeld bis heute für die Metal-Geschichte der Region und darüber hinaus haben.

Ein Ort mit Geschichte: Die Ronsdorfer Straße

Dass die Veranstaltung ausgerechnet an der Ronsdorfer Straße stattfand, ist kein Zufall: Die Straße gilt in der Düsseldorfer Szene als Kultort, eng verknüpft mit den Anfängen der lokalen Metal-Bewegung. Das Weltkunstzimmer als Veranstaltungsort bot dabei den passenden Rahmen für eine Zusammenkunft, die ebenso sehr Rückblick wie Wiedersehensfeier war. Für viele der anwesenden Musiker und Fans dürfte der Abend somit auch eine Rückkehr an einen Ort gewesen sein, der untrennbar mit den eigenen musikalischen Anfängen verbunden ist.

Weitere Informationen und Anlaufstellen

Wer sich eingehender mit der Geschichte der Düsseldorfer Death Thrasher beschäftigen möchte, findet weiterführende Informationen auf der Facebook-Seite der Düsseldorfer Death Thrasher sowie auf der Facebook-Präsenz des Weltkunstzimmers. Beide Kanäle dienen als zentrale Anlaufstellen für alle, die mehr über die Band, ihre Geschichte und künftige Veranstaltungen im Umfeld des Projekts erfahren möchten.

Einordnung: Ein Abend für die Ewigkeit der Szene

Der 3. Oktober 2026 im Weltkunstzimmer war weit mehr als eine gewöhnliche Buchlesung oder Filmvorführung – er war ein kollektives Erinnerungsfest einer Szene, die sich seit den Achtzigerjahren treu geblieben ist. Die Verbindung aus persönlichen Anekdoten, filmischer Aufarbeitung und der Präsenz so vieler prägender Figuren der deutschen Metal-Geschichte macht deutlich, welchen Stellenwert die Düsseldorfer Death Thrasher bis heute einnehmen. Wie es im Rückblick auf den Abend treffend formuliert wurde, wird man in vierzig Jahren mit derselben Ehrfurcht über diesen „Zeit Sprung“ sprechen, wie man heute über die Anfangstage der Düsseldorfer Metal-Szene spricht – ein Zeichen dafür, dass die Geschichten von damals längst selbst zu einem festen Bestandteil der Metal-Historie geworden sind.

Quelle: Hellfire-Magazin· Originalartikel ↗

Zuletzt aktualisiert: 6.10.2026, 08:09:06

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