ROCK

Bruce Dickinson verrät durchgetaktete Zukunftspläne bis 2028

27. September 2026·Von Radio SchwarzeSeele Redaktion
BRUCE DICKINSON Will Have A Busy Next Two Years: 'I Know What I'm Doing Up Until The End Of 2028', He Says

IRON-MAIDEN-Sänger Bruce Dickinson hat auf der Fan Expo Canada in Toronto einen tiefen Einblick in seine Zukunftspläne gegeben – und die klingen nach allem anderen als Ruhestand. Bei einem Fragerunden-Auftritt am 28. August 2026 im Metro Toronto Convention Centre verriet der Sänger, dass er bis mindestens Ende 2028 durchgeplant sei und derzeit gleich an mehreren Projekten parallel arbeite: einem Kinofilm über modernes Fechten, einer filmischen Fortsetzung seines Comic-Universums „The Mandrake Project“, einem neuen Soloalbum sowie einer großen Europatournee mit seiner Band.

Auf die Frage, welche musikfremden Projekte ihn aktuell beschäftigen, erklärte Dickinson, dass er mit einem langjährigen Freund, der als Filmproduzent arbeitet, seit vielen Jahren gemeinsam fechte – die beiden kennen sich demnach bereits seit 1987. Bei einem Treffen in Los Angeles habe der Produzent ihm die Idee zu einem Film über modernes Fechten im Vorfeld der Olympischen Spiele vorgeschlagen, den Dickinson selbst mit „Karate Kid“ verglich, nur eben mit zeitgenössischem Fechtsport statt Karate. Für das Drehbuch sei der Disney-erprobte A-List-Autor Rob Edwards vorgesehen. Dickinson selbst wurde gefragt, ob er den Bösewicht spielen wolle – eine Rolle, die er mit einem Augenzwinkern annahm, schließlich seien es „immer die Engländer, die die Bösewichte spielen“, wie er selbstironisch anmerkte.

Mandrake-Universum bekommt filmische Fortsetzung

Parallel zu dem Fecht-Filmprojekt arbeitet Dickinson an einem Drehbuch, das als Ableger seines Comic- beziehungsweise Graphic-Novel-Projekts „The Mandrake Project“ entstehen soll. Wichtig ist dabei: Es handelt sich nicht um eine direkte Fortsetzung der laufenden Comic-Reihe, denn an dieser arbeitet Dickinson selbst noch. Der dritte Band von „The Mandrake Project“ soll im kommenden Jahr erscheinen, danach wäre die komplette Geschichte als rund 500 Seiten starke Graphic Novel abgeschlossen. Die geplante Verfilmung setzt inhaltlich erst nach dem Ende dieser Comic-Serie an.

Für die filmische Umsetzung arbeitet Dickinson mit einem befreundeten Regisseur aus Brasilien zusammen – gemeint ist der italienisch-brasilianische, preisgekrönte Regisseur und Postproduktions-Experte Leo Liberti, der bereits zuvor für die Videos zu „Change Of Heart“ und „Tears Of The Dragon“ verantwortlich zeichnete. Wie Dickinson berichtete, wurden erst kürzlich innerhalb einer Woche fünf Musikvideos in der Wüste sowie an weiteren Schauplätzen gedreht. Konkret fanden die Dreharbeiten im August in Nevada statt. Für das Projekt konnte Dickinson prominente Horror-Ikonen gewinnen: Bill Moseley, Linnea Quigley und Michael Berryman wirken demnach mit. Am Ende soll ein rund 45-minütiges Gesamtwerk stehen, ergänzt durch einzelne, eigenständige Musikvideos. Dickinson beschrieb das Filmprojekt als „richtig viel Spaß“, gleichzeitig aber auch als kostspielig und zeitintensiv.

Neues Soloalbum mit prominenter Unterstützung

Neben den filmischen Aktivitäten treibt Dickinson sein achtes Soloalbum voran, das planmäßig Anfang 2027 über BMG erscheinen soll. Der Großteil der Aufnahmen entstand im Januar und Februar dieses Jahres in Dave Grohls Studio 606 in Northridge, Kalifornien, unter der Regie von Produzent Brendan Duffey. Duffey hatte zuvor bereits die teilweise neu eingespielte, abgemischte und neu gemasterte Version von Dickinsons zweitem Soloalbum betreut, das unter dem Titel „More Balls To Picasso“ im Juli 2025 veröffentlicht wurde. Der Feinschliff des neuen Albums, das als Nachfolger von „The Mandrake Project“ gilt, findet aktuell im Mischstudio Brendan Duffey Audio in Jupiter, Florida statt.

Wie Dickinson gegenüber Steve Harkins von TalkShopLive verriet, wird das neue Album auch eine Zusammenarbeit mit seinem Sohn Austin enthalten. Der 35-jährige Austin Dickinson ist selbst Musiker und wurde vor allem als ehemaliger Frontmann der Metal-Bands Rise To Remain und As Lions bekannt. Bruce Dickinson kündigte an, dass bereits in diesem Jahr erste Ausschnitte des Albums veröffentlicht werden sollen, damit Fans einen Vorgeschmack bekommen. Im Laufe dieses Monats sollen zudem vier bis fünf begleitende Musikvideos gedreht werden. Mit Blick auf das kommende Jahr sagte Dickinson, er sei „ziemlich beschäftigt in '27“ und zeigte sich überzeugt, dass die Fans „in jeder Hinsicht sehr glücklich“ mit dem sein werden, woran er gerade arbeitet.

Komplett live eingespielt – als Statement gegen KI

Bereits im April dieses Jahres hatte Dickinson gegenüber dem Magazin Rolling Stone verraten, dass er innerhalb eines dreiwöchigen Zeitraums insgesamt 16 Songs für das neue Album aufgenommen habe – und zwar zu hundert Prozent live eingespielt. Er bezeichnete diesen Ansatz explizit als Gegenentwurf zur zunehmenden Verbreitung künstlicher Intelligenz in der Musikproduktion und sprach von einer „Anti-KI-Generation“.

Begleitet wurde Dickinson bei den Aufnahmen von seiner aktuellen Touring-Band: Keyboarder Mistheria, Schlagzeuger Dave Moreno, Bassistin Tanya O'Callaghan sowie den Gitarristen Chris Declercq und Philip Näslund. Für zusätzliche musikalische Unterstützung sorgte im Februar zudem Sepultura-Gitarrist Andreas Kisser, der Fotos von sich gemeinsam mit Dickinson im Studio 606 veröffentlichte und dabei verriet, dass er auf dem neuen Album Percussion beisteuert.

Rückblick: Von Roy Z bis zur Rückkehr zu Iron Maiden

Dickinsons Vorgängeralbum „The Mandrake Project“ war größtenteils gemeinsam mit seinem langjährigen Co-Autor und Produzenten Roy „Z“ Ramirez im Doom Room in Los Angeles entstanden. Roy Z übernahm dabei sowohl Gitarren- als auch Bassparts. Auch bei diesen Aufnahmen waren Mistheria und Dave Moreno beteiligt – beide hatten bereits an Dickinsons vorletztem Soloalbum „Tyranny Of Souls“ aus dem Jahr 2005 mitgewirkt.

Dickinsons musikalischer Werdegang bei Iron Maiden begann 1982 mit seinem Aufnahmedebüt auf dem Album „Number Of The Beast“. 1993 verließ er die Band, um sich vollständig auf seine Solokarriere zu konzentrieren, und wurde durch Blaze Bayley ersetzt, der zuvor Frontmann der Metal-Band Wolfsbane gewesen war. Nach zwei klassisch orientierten Metal-Alben, die er gemeinsam mit dem ehemaligen Maiden-Gitarristen Adrian Smith veröffentlichte, kehrte Dickinson 1999 gemeinsam mit Smith zu Iron Maiden zurück.

Ausblick auf eine arbeitsreiche Zukunft

Mit Blick auf die kommenden Jahre machte Dickinson deutlich, dass er nicht nur mit seinem Soloprojekt und den Filmvorhaben ausgelastet ist, sondern auch mit Iron Maiden feste Pläne bis über das Jahr 2028 hinaus verfolgt. Parallel dazu soll seine Solo-Band 2027 auf große Europatournee gehen und dabei den Sprung in größere Theater-Venues vollziehen – ein Schritt, den Dickinson selbst als „sehr aufregend“ bezeichnete.

Die Fülle an gleichzeitig laufenden Projekten – vom Fechtfilm über die Mandrake-Verfilmung bis hin zum neuen, komplett live eingespielten Soloalbum mit familiärer Beteiligung – unterstreicht, dass Bruce Dickinson auch mit über sechzig Jahren keinerlei Anzeichen von künstlerischer Ermüdung zeigt. Für Fans von Iron Maiden ebenso wie für Anhänger seines Solowerks dürfte diese Ankündigung ein klares Signal sein: Die kommenden zwei bis drei Jahre werden vollgepackt sein mit neuer Musik, neuen visuellen Projekten und einer weiteren Zusammenarbeit zwischen Vater und Sohn.

Quelle: Blabbermouth· Originalartikel ↗

Zuletzt aktualisiert: 30.9.2026, 10:49:06

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