ROCK
GWAR trauern um Gründungsmitglied Chuck Varga alias Sexecutioner

Die Shock-Rock-Institution GWAR trauert um eines ihrer Gründungsmitglieder: Chuck Varga, der in der Band als „Sexecutioner“ auftrat, ist am Freitag, den 25. September, im Alter von 68 Jahren verstorben. Nachdem zunächst Bandkollege Beefcake the Mighty am Wochenende die traurige Nachricht öffentlich gemacht hatte, meldete sich nun auch die gesamte Band mit einem ausführlichen, bewegenden Nachruf über ihre Instagram-Kanäle zu Wort.
In ihrer Mitteilung schreibt GWAR einleitend, dass es „manche Verluste gibt, die härter treffen als andere“. Die Welt habe Chuck Varga verloren, doch GWAR habe „einen der Ihren“ verloren. Damit unterstreicht die Band, welch zentrale Rolle Varga für die Entstehung und Entwicklung des Projekts spielte, das sich über Jahrzehnte zu einer der schillerndsten und schockierendsten Erscheinungen der Rock- und Metal-Welt entwickelt hat.
Wer war der Sexecutioner
Chuck Varga war als „Sexecutioner“ einer der Gründungsmitglieder von GWAR und von Beginn an dabei, als die Band – wie es in der Instagram-Mitteilung heißt – noch ein „seltsames, widerliches, wunderschönes Ding“ war, das gerade erst entstand. Als Sexecutioner brachte er auf der Bühne eine unverwechselbare Präsenz mit ein und half maßgeblich dabei, die überlebensgroße Mythologie, das Chaos und die Verkommenheit zu etablieren, die GWAR bis heute prägen. Neben seiner Rolle als Performer war Varga auch als visueller Künstler tätig: Seine Illustrationen und sein Kostümdesign trugen entscheidend dazu bei, den unverkennbaren optischen Stil der Band zu formen.
Nach seiner Zeit bei GWAR widmete sich Varga erfolgreich seiner künstlerischen Arbeit im Bereich Bühnenbild und visuelle Gestaltung – unter anderem in Filmen, im Theater und in weiteren visuellen Medien. Die Band betont in ihrem Nachruf, dass Varga für alle, die ihn kannten, weit mehr war als eine Figur in einem Monsteranzug: Er sei ein Künstler, ein Sänger, ein wahrer Performer und vor allem ein Bruder für jeden in der Band gewesen. Die Mitteilung schließt mit den Worten „Hail Sexecutioner! Hail Chuck Varga!“ und richtet sich mit warmen Worten an Vargas Ehefrau Bambi, seine Familie, seine Freunde sowie all jene, die das Privileg hatten, ihn zu kennen.
Beefcake the Mightys persönlicher Abschied
Bereits am vergangenen Freitag hatte Bandkollege Beefcake the Mighty auf Facebook einen sehr persönlichen Nachruf veröffentlicht. Darin schreibt er, Chuck Varga habe „dieses irdische Reich verlassen“ und sei friedlich verstorben, während seine geliebte Frau Bambi seine Hand hielt. Varga sei „einzigartig“ gewesen – als Künstler, als Performer, als Gelehrter und als Gentleman. Beefcake the Mighty betont, er selbst sei durch die Bekanntschaft mit Varga ein besserer Mensch geworden, während die Welt durch dessen Weggang ärmer sei. In seinen Worten werde Varga „höchstwahrscheinlich gerade jetzt von Brockie und Smooty und allen, die vor ihm gegangen sind, in Walhalla willkommen geheißen“. Er ruft dazu auf, ein Glas zu erheben und Vargas Geschichten weiterzuerzählen, denn „Legenden sterben nie“.
Die Anfänge von GWAR und Vargas Rolle
Chuck Varga wurde 1958 geboren und lernte den späteren GWAR-Mitbegründer Hunter „Techno Destructo“ Jackson während des gemeinsamen Studiums an der Virginia Commonwealth University kennen. Gemeinsam gründeten die beiden einen studentischen Filmproduktionsraum namens „The Slave Pit“. Um das Jahr 1984 fusionierte diese Produktionsstätte mit der Punkband Death Piggy, in der auch der spätere GWAR-Frontmann Dave Brockie spielte – aus diesem Zusammenschluss entstand schließlich GWAR selbst.
Varga blieb bis etwa 1997 Teil der Band. Sein letztes gemeinsames Album mit GWAR war 1995 „Ragnarök“. In seiner aktiven Zeit bei der Band erhielt GWAR zwei Grammy-Nominierungen: 1993 in der Kategorie Best Long Form Music Video für den Film „Phallus in Wonderland“ sowie 1996 in der Kategorie Best Metal Performance für den Song „S.F.W.“. Bei beiden Gelegenheiten musste sich die Band jedoch geschlagen geben – einmal gegen Annie Lennox, einmal gegen Nine Inch Nails.
Leben nach GWAR
1997 verließ Chuck Varga die Band und zog nach New York, um dort weitere berufliche Möglichkeiten in Film, Fernsehen und am Broadway zu verfolgen. Im Anschluss an seine Zeit bei GWAR gründete er zudem die Firma Hyperreal Productions, ein Unternehmen für Kostüm- und Bühnenbilddesign, mit dem er seine kreativen Fähigkeiten auch abseits der Bühne weiter ausleben konnte.
Ein Verlust für die Shock-Rock-Geschichte
Mit Chuck Vargas Tod verliert GWAR nicht nur ein Gründungsmitglied, sondern ein Stück der eigenen Entstehungsgeschichte. Als Sexecutioner prägte er die Bühnenpräsenz und das visuelle Erscheinungsbild einer Band, die wie kaum eine andere für exzessive Theatralik, schwarzen Humor und schockierende Inszenierungen steht. Die Tribute von Beefcake the Mighty und der gesamten Band zeigen, wie tief die Verbindung innerhalb des GWAR-Kollektivs auch Jahrzehnte nach Vargas Ausstieg noch reicht – und wie sehr sein künstlerisches Erbe bis heute in der Mythologie der Band nachwirkt.
Quelle: Loudwire· Originalartikel ↗
Zuletzt aktualisiert: 30.9.2026, 14:15:59
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