ROCK

GWAR-Gründungsmitglied Chuck Varga stirbt nach Krebserkrankung

27. September 2026·Von Radio SchwarzeSeele Redaktion
GWAR Founding Member CHUCK VARGA Dies After Battle With Cancer

Die Shock-Rock-Legende GWAR trauert um eines ihrer Gründungsmitglieder: Chuck Varga, der von 1985 bis 2022 als „The Sexecutioner“ auf der Bühne stand, ist nach einem langen Kampf gegen den Krebs verstorben. Die traurige Nachricht wurde am Freitagabend, dem 25. September, über die sozialen Medien bekannt gegeben – verfasst von Casey Orr, besser bekannt als Bassist Beefcake The Mighty der als Kult verehrten Theater-Metal-Band.

In seinem emotionalen Statement schrieb Orr, Varga sei friedlich verstorben, an seiner Seite seine geliebte Ehefrau Bambi, die ihm bis zuletzt die Hand gehalten habe. Er beschrieb Varga als „einzigartig – als Künstler, als Performer, als Gelehrten und Gentleman“ und betonte, er selbst sei durch die Bekanntschaft mit Varga reicher geworden, während die Welt durch dessen Tod ärmer sei. Besonders bewegend war der Verweis auf die verstorbenen GWAR-Weggefährten Dave Brockie, der die Band unter dem Namen Oderus Urungus anführte, und Gitarrist Cory Smoot alias Smooty. Orr mutmaßte, dass Varga nun von den beiden in Valhalla empfangen werde, und schloss mit den Worten: „Hebt eure Gläser und erzählt seine Geschichten. Legenden sterben niemals. Hail Varga! Hail Sexecutioner!“

Der lange Kampf gegen den Krebs

Bereits im Juni dieses Jahres hatte die Band eine Spendenaktion ins Leben gerufen, um die immer weiter steigenden Kosten für Vargas medizinische Versorgung zu decken. Dazu zählten Krebsbehandlungen, Hospizpflege, spezielle medizinische Ausrüstung sowie zusätzliche Pflegekräfte. Die Aktion sollte zudem helfen, die Kosten für Vargas Wohnung in Brooklyn zu decken, nachdem seine Frau Bambi ihre Arbeit aufgegeben hatte, um sich in Vollzeit um ihn zu kümmern. Die Solidarität innerhalb der GWAR-Familie und der Fangemeinde zeigte damit schon Monate vor seinem Tod, welchen Stellenwert Varga innerhalb des Kollektivs genoss.

Vier Jahrzehnte GWAR-Geschichte

Über mehr als vierzig Jahre hinweg war Chuck Varga ein zentraler Bestandteil der GWAR-Familie und half maßgeblich dabei, das Vermächtnis der Band von ihren allerersten Anfängen an zu formen. Als Performer, Künstler, Kreativkopf und Gründungsmitglied trug er entscheidend dazu bei, einen der einzigartigsten und langlebigsten Acts der Heavy-Music-Geschichte aufzubauen. Seine Kreativität, sein Humor und seine Hingabe haben bei Generationen von Fans, Künstlern und selbsternannten „Misfits“ auf der ganzen Welt bleibende Spuren hinterlassen.

Als die Spendenaktion für Vargas Behandlung erstmals angekündigt wurde, äußerte sich auch GWAR-Mitglied Bob Gorman, bekannt als Bonesnapper, in einem Statement. Er hob hervor, wie enorm Vargas Beiträge zum GWAR- und Slave-Pit-Kollektiv gewesen seien. Der Einfluss seiner Illustrationen, Charakterdesigns, Performances und seiner künstlerischen Vision sei bis heute in GWARs Werk spürbar. Gorman beschrieb Vargas kompromisslose Underground-Kunstästhetik als prägend für ein ganzes künstlerisches Universum, das Generationen von Künstlern und Fans weltweit inspiriert habe. Sein Vermächtnis, so Gorman, werde für immer bei der Band bleiben.

Erinnerung an einen früheren Verlust

Vargas Tod reiht sich in eine Reihe schmerzhafter Verluste ein, die GWAR in den vergangenen Jahren erlitten hat. Frontmann Dave Brockie wurde im März 2014 tot in seinem Zuhause in Richmond, Virginia, aufgefunden. Laut dem Büro des staatlichen Gerichtsmediziners von Virginia starb er an einer akuten Heroinvergiftung durch einen Unfall. Brockie war zu diesem Zeitpunkt das letzte verbliebene Originalmitglied jener Band, die 42 Jahre zuvor gegründet worden war. Er wurde 50 Jahre alt.

Das kulturelle Erbe von GWAR

GWAR machte sich seit ihrer Gründung einen Namen als satirische Metal-Band, die für ihre makabren, überzeichneten Kostüme, provokanten Texte und blutgetränkten, theatralischen Live-Shows bekannt wurde. In ihren Auftritten verkörperten die Bandmitglieder Nachfahren außerirdischer Krieger, die angeblich auf die Erde kamen, um die Menschheit zu versklaven und abzuschlachten. Diese absurde, überdrehte Mythologie machte die Band über Jahrzehnte hinweg zu einem festen Bestandteil der Metal- und Shock-Rock-Kultur und verschaffte ihr Kultstatus weit über die reine Musikszene hinaus.

Mit Chuck Vargas Tod verliert GWAR eines der letzten verbliebenen Bindeglieder zu den Ursprüngen der Band. Als Mitbegründer und kreativer Kopf hinter zahlreichen visuellen und performativen Aspekten des GWAR-Universums war er maßgeblich daran beteiligt, jene bizarre, gewaltverherrlichende und zugleich humorvolle Ästhetik zu erschaffen, die die Band bis heute auszeichnet. Sein Ableben markiert damit nicht nur den Verlust eines langjährigen Weggefährten, sondern auch ein weiteres Kapitel im langsamen Abschied von der ursprünglichen Besetzung einer Band, die mit ihrer blutigen Bühnenshow und ihrem schwarzen Humor Metal-Geschichte geschrieben hat. Für die Fangemeinde bleibt Chuck Varga als „The Sexecutioner“ und als kreative Triebkraft hinter einem der eigenwilligsten Kapitel der Metal-Kultur unvergessen.

Quelle: Blabbermouth· Originalartikel ↗

Zuletzt aktualisiert: 30.9.2026, 11:16:57

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