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Ill-Nino-Musiker beantragen Unterlassungsklage gegen Ex-Gitarristen Marc Rizzo

Innerhalb von Ill Nino braut sich ein handfester juristischer Streit zusammen: Schlagzeuger Dave Chavarri und Bassist Laz Pina, beide langjährige Mitglieder der US-Metal-Band, haben gemeinsam mit ihren Ehefrauen eine einstweilige Verfügung sowie eine Unterlassungsanordnung gegen den ehemaligen Gitarristen Marc Rizzo und dessen Lebensgefährtin Christine Samaroo beantragt. Hintergrund ist eine nach eigenen Angaben seit Jahren andauernde Kampagne aus Belästigung, Verleumdung und geschäftsschädigenden Aktionen, die sich sowohl gegen die Musiker selbst als auch gegen ihre Partnerinnen richten soll.
Die entsprechenden Unterlagen wurden beim 14. Bezirksgericht in Dallas, Texas, eingereicht und mittlerweile öffentlich zugänglich gemacht. Neben Rizzo und Samaroo richtet sich die Klage auch gegen drei bislang nicht identifizierte Personen, die im Dokument als „John Does“ geführt werden. Bei ihnen soll es sich um Personen handeln, die im Auftrag oder in Zusammenarbeit mit Samaroo an den mutmaßlichen Aktionen gegen die beiden Ill-Nino-Mitglieder und deren Ehefrauen beteiligt gewesen sein sollen. Chavarri, Pina und ihre Frauen fordern in der Klageschrift nicht nur finanzielle Entschädigung, sondern auch ein Urteil über weiteren Schadensersatz, der ihnen im Rahmen des Verfahrens möglicherweise zugesprochen werden könnte.
Vorwürfe: Von Online-Attacken bis zu Rufschädigung
Den Gerichtsunterlagen zufolge soll die Auseinandersetzung bereits im Jahr 2022 begonnen haben. Zunächst richteten sich die Angriffe demnach gegen die Ehefrauen der beiden Musiker: Über gefälschte Social-Media-Profile seien falsche Gerüchte über deren Charakter verbreitet worden. Insbesondere Christine Samaroo soll dabei aktiv gewesen sein – sie habe gezielt die Social-Media-Aktivitäten von Chavarris Ehefrau beobachtet und kommentiert, um sie öffentlich bloßzustellen.
Im weiteren Verlauf soll sich die Belästigung ausgeweitet haben und direkt gegen Dave Chavarri persönlich gerichtet gewesen sein. Dabei sollen auch vertrauliche persönliche Informationen über ihn offengelegt worden sein. Auch Laz Pinas Ehefrau sei ins Visier geraten: Ihr gegenüber seien zusätzliche, falsche Behauptungen über den Charakter ihres Mannes verbreitet worden.
Entschuldigung ohne Wirkung
Bemerkenswert ist ein Detail aus der Klageschrift: Marc Rizzo soll sich demnach gegenüber Chavarri und Pina für das Online-Verhalten von Christine Samaroo entschuldigt haben. Trotz dieser Entschuldigung habe die Belästigung jedoch angehalten. Die Kläger gehen inzwischen davon aus, dass Samaroo weitere Personen eingebunden hat, um die Kampagne aus Einschüchterung und Belästigung fortzusetzen – ein Umstand, der auch die namentlich nicht bekannten „John Does“ in der Klage erklären dürfte.
Vorwürfe gegen das Geschäft von Dave Chavarri
Besonders schwer wiegt aus Sicht der Kläger ein weiterer Punkt: Dave Chavarri wird demnach von den Beklagten vorgeworfen, in seinem Tourneeverleih-Geschäft illegale und unseriöse Praktiken anzuwenden. Zudem soll sich Marc Rizzo aktiv an Kunden und Bekannte des Schlagzeugers gewandt haben, um dessen Geschäft zu diffamieren und laufende oder zukünftige Vertragsabschlüsse zu gefährden. Nach Angaben der Kläger habe dies bereits zu konkretem finanziellen Schaden geführt, für den nun Schadensersatz gefordert wird.
Fünf Klagepunkte vor Gericht
Die Klageschrift umfasst insgesamt fünf einzelne Punkte. Die ersten beiden betreffen üble Nachrede per se sowie Geschäftsschädigung (Business Disparagement). Die beiden folgenden Punkte richten sich gegen die widerrechtliche Einmischung in bestehende sowie potenzielle Verträge und Geschäftsbeziehungen. Der fünfte Punkt schließlich bezieht sich konkret auf den Antrag auf eine einstweilige Verfügung sowie eine temporäre gerichtliche Unterlassungsanordnung.
In der Klage wird den Beklagten vorgeworfen, „vorsätzlich, willentlich, mutwillig und mit Bösartigkeit“ gehandelt zu haben. Die Kläger fordern ausdrücklich eine Verhandlung vor einer Jury sowie ein finanzielles Urteil zu ihren Gunsten. Parallel dazu wurde die Anordnung der einstweiligen Verfügung sowie der Unterlassungsklage beantragt.
Die Rolle von Marc Rizzo in der Bandgeschichte
Marc Rizzo ist in der Geschichte von Ill Nino keine unbekannte Größe: Er stieß kurz nach der Bandgründung als Leadgitarrist hinzu und blieb bis 2003 fester Bestandteil der Besetzung. Später kehrte er für eine weitere Phase zwischen 2021 und 2024 zur Band zurück. Dave Chavarri gilt als einziges verbliebenes Gründungsmitglied von Ill Nino, während Laz Pina rund ein Jahr nach der Bandgründung als Bassist dazustieß und seitdem fester Bestandteil des Line-ups ist.
Die aktuelle juristische Auseinandersetzung reiht sich in eine Phase ein, in der es innerhalb und rund um Ill Nino bereits zu personellen Umbrüchen kam – erst kürzlich hatte die Band die Trennung von Sänger Marcos Leal bestätigt. Der nun bekannt gewordene Rechtsstreit zwischen langjährigen Bandmitgliedern und einem ehemaligen Gitarristen zeigt, wie tief die Gräben innerhalb des einstigen Line-ups mittlerweile reichen und wirft ein Schlaglicht auf die persönlichen wie geschäftlichen Spannungen, die sich offenbar über Jahre hinweg aufgebaut haben. Ob und wie das Gericht in Dallas dem Antrag auf einstweilige Verfügung sowie den weiteren Klagepunkten stattgeben wird, bleibt vorerst abzuwarten – für die beteiligten Musiker und ihre Familien dürfte der Fall jedoch weit über die reine juristische Dimension hinaus von persönlicher Bedeutung sein.
Quelle: Loudwire· Originalartikel ↗
Zuletzt aktualisiert: 30.9.2026, 12:48:58
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