ROCK

Josh Homme zeigt sich offen für Kyuss- und Them Crooked Vultures-Comeback

08. Oktober 2026·Von Radio SchwarzeSeele Redaktion
Josh Homme offen für Kyuss- & Them Crooked Vultures-Reunions
Bild: Lothar Gerber

Queens Of The Stone Age-Frontmann Josh Homme hat sich in einem neuen Interview ausführlich zu zwei der aufregendsten Kapitel seiner musikalischen Vergangenheit geäußert: Kyuss und Them Crooked Vultures. Im Gespräch mit dem Portal Heavy Consequence zeigte sich der 53-Jährige grundsätzlich offen für eine Wiederbelebung beider Projekte, machte aber zugleich deutlich, wie unterschiedlich kompliziert die jeweilige Ausgangslage ist.

Bevor Josh Homme mit Queens Of The Stone Age zur festen Größe der internationalen Desert-Rock-Szene wurde, stand er als junger Gitarrist bei der kalifornischen Stoner-Rock-Formation Kyuss auf der Bühne. Die Band gilt bis heute als eine der prägendsten Kräfte des Genres und hat mit ihrem charakteristischen, wüstenstaubigen Sound Generationen von Musikern beeinflusst. Ende der Nullerjahre tat sich Homme zudem mit zwei weiteren Schwergewichten der Rockgeschichte zusammen: Dave Grohl, bekannt durch Nirvana und die Foo Fighters, sowie John Paul Jones, einst Bassist und Multiinstrumentalist bei Led Zeppelin. Gemeinsam gründeten die drei Musiker das Supergroup-Projekt Them Crooked Vultures, das mit seinem einzigen, selbstbetitelten Studioalbum aus dem Jahr 2009 für Aufsehen sorgte.

Them Crooked Vultures: Die Tür steht offen

Besonders euphorisch äußerte sich Josh Homme über eine mögliche Reunion mit Them Crooked Vultures. In dem Interview erklärte er unumwunden: „Ich würde das liebend gerne noch einmal machen! Und ich weiß, dass Jones und Dave das auch wollen würden. Aber ich schiebe die ganze Verantwortung hierbei zu Dave rüber. Es ist nicht meine Aufgabe, uns zusammenzubringen – das ist Daves Job. Am Ende des Tages ist es so eine coole Sache, so etwas machen zu können. Daher ist es schwer, nicht noch mehr davon machen zu wollen. Deswegen will ich es auch.“

Aus diesen Worten lässt sich ablesen, dass der Wunsch nach neuer gemeinsamer Musik bei allen drei Beteiligten grundsätzlich vorhanden zu sein scheint. Homme deutet an, dass sowohl John Paul Jones als auch Dave Grohl einer Fortsetzung des Projekts nicht abgeneigt wären. Gleichzeitig macht er klar, dass die organisatorische Initiative aus seiner Sicht nicht bei ihm liegt, sondern bei Dave Grohl, der aufgrund seines Status innerhalb der Band offenbar eine koordinierende Rolle einnehmen müsste. Konkrete Pläne, Termine oder gar ein neues Album wurden in dem Gespräch jedoch nicht genannt – die Aussagen bleiben auf der Ebene eines grundsätzlichen Interesses und einer offenen Tür für die Zukunft.

Kyuss: Ein kompliziertes Erbe

Deutlich zurückhaltender und differenzierter äußerte sich Josh Homme hingegen zum Thema Kyuss. Die Band hatte sich bereits 1995 aufgelöst, blieb aber als stilprägende Instanz des Stoner Rock in Erinnerung. Im Jahr 2010 sorgten ehemalige Bandmitglieder für neue Schlagzeilen, als Sänger John Garcia, Bassist Nick Oliveri und Schlagzeuger Brant Bjork gemeinsam die Tribute-Formation Kyuss Lives! ins Leben riefen. Dieses Projekt führte in der Folge zu einem Rechtsstreit, dessen Hintergründe im Interview nicht im Detail ausgebreitet wurden, der aber nach Hommes Aussage das Vermächtnis der Band spürbar belastet hat.

Homme selbst beschrieb seine Gefühlslage zu diesem Thema als zwiespältig: „Ich denke oft darüber nach, denn es gab einen Moment, in dem das Vermächtnis der Band getrübt wurde – wegen… Aber darauf muss man gar nicht näher eingehen. Es sollte um die Musik gehen. Der Rest ist unwichtig. Deshalb grüble ich manchmal darüber nach. Ich hatte immer diesen Grundsatz: keine Wiedervereinigungen, keine Fortsetzungen.“

Besonders aufschlussreich sind Hommes Erinnerungen an die Gründungszeit von Kyuss. Die Band sei entstanden, als er gerade einmal 13 Jahre alt gewesen sei – eine Zeit, mit der er persönlich die prägenden Jahre seines Erwachsenwerdens verbindet. In seinen eigenen Worten: „Diese Band würde gegründet, als ich 13 war. Also verbinde ich damit wunderschöne Erinnerungen daran, wie wir einfach Kinder waren und durch die Gruppe erwachsen wurden. Aus demselben Grund: Wenn jemand fragen würde, ob man das wieder aufleben lassen will, was man mit 15 gemacht hat, denkt man sich vielleicht: ‚Oh je…‘“

Die Sorge, etwas Besonderes zu zerstören

Besonders bemerkenswert ist, wie offen Josh Homme über seine Unsicherheit bezüglich einer möglichen Kyuss-Reunion spricht. Er betont, wie sehr ihm die Art und Weise gefällt, wie die Fangemeinde das Erbe der Band über die Jahre hinweg bewahrt und gepflegt hat. Wörtlich sagte er: „Ich liebe es, dass die Fans das Vermächtnis von Kyuss in Besitz genommen haben. Das ist so selten und cool. Ich will es einfach nicht verkacken. Ich weiß nicht. Wäre es besser, es zu tun? Ich habe einfach keine Ahnung. Jedenfalls bin diesbezüglich fortwährend hin- und hergerissen. Ich will es einfach nicht irgendwie vermasseln.“

Diese Aussagen zeigen einen Musiker, der sich der emotionalen und kulturellen Bedeutung von Kyuss für die Stoner-Rock-Szene durchaus bewusst ist. Der selbst auferlegte Grundsatz, grundsätzlich keine Reunions oder Fortsetzungen alter Projekte anzugehen, scheint bei Kyuss besonders tief zu sitzen – nicht zuletzt wegen der juristischen Auseinandersetzungen rund um Kyuss Lives! und der damit verbundenen Trübung des Bandnamens.

Zwei Projekte, zwei unterschiedliche Perspektiven

Im direkten Vergleich wird deutlich, dass Josh Homme den beiden Bands aus seiner Vergangenheit mit völlig unterschiedlicher emotionaler Distanz begegnet. Während er bei Them Crooked Vultures unverhohlen Lust auf eine Fortsetzung äußert und lediglich auf eine Initiative von Dave Grohl wartet, überwiegt bei Kyuss die Vorsicht. Zu groß scheint die Sorge, mit einer möglichen Reunion den besonderen Status der Band und ihre Bedeutung für die Fans zu beschädigen.

Für die Rock- und Metal-Szene sind Hommes Aussagen dennoch ein kleines Hoffnungssignal. Auch wenn es sich bei beiden Themen um grundsätzliche Gedankenspiele ohne konkrete Zusagen handelt, zeigen sie doch, dass die Möglichkeit neuer musikalischer Lebenszeichen aus diesen beiden Formationen keineswegs vom Tisch ist. Ob und wann es tatsächlich zu einer Reunion von Them Crooked Vultures kommt oder ob Josh Homme seinen Grundsatz bei Kyuss doch einmal über Bord wirft, bleibt vorerst offen – die Fans dürfen jedoch weiterhin hoffen und die Entwicklungen rund um einen der prägendsten Musiker des modernen Rock aufmerksam verfolgen.

Quelle: Metal Hammer DE· Originalartikel ↗

Zuletzt aktualisiert: 9.10.2026, 08:06:52

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